05-12-2011

Zaha Hadid: Aquatic Centre in London

Zaha Hadid Architects,

Hufton+Crow,

London,

Freie Zeit, Sport & Wellness,

Zement, Glas,

Das neue Projekt des Aquatic Centre von London, entworfen von Zaha Hadid Architects, wird zum Anlass, um über die Poetik der Stararchitektin aus Irak und über die Überwindung der eindeutigen Modalitäten bei der Konzipierung bekannter Bautypen nachzudenken. Das Raumkonzept von Zaha Hadid drückt sich bei allen Projekten aus, von den bekanntesten Museen hin zu diesem Sportzentrum im Herzen des Olympiadorfs von London.



Zaha Hadid: Aquatic Centre in London

Vor einigen Jahren diskutierte ? bezogen auf die Stararchitekten - die internationale Kritik das Erscheinen einer gemeinsamen Sprache, die auf der Beziehung zwischen der Gestaltung eines Objekts und dem Gestalten einer Architektur beruhte. Wenn damals die Unterstützung der Behauptung der Mischung zwischen den Methoden massive Kritik einbrachte, ist dieser Ansatz heute üblich geworden, und zwar so sehr, dass man zur Identifizierung oft den Namen der berühmtesten Architektin der Welt nennt, der gebürtigen Irakerin Zaha Hadid. Lassen wir anderen die Aufgabe, ein Urteil über Verdienste oder nicht zu fällen mit dem Bewusstsein, dass die Geschichte der beste Richter ist, und behandeln wir hier ihr neuestes Projekt, das in London realisiert wurde: Das Aquatic Centre für die olympischen Sommerspiele 2010 auf der südöstlichen Seite des Parks von Stradford, mit einigen Anregungen für Überlegungen.

Die massive unverputzte Zementstruktur, auf der sich eine mächtige Überdachung aus parabolischen Bögen erhebt, welche die Olympia-Schwimmbecken schützt und betont, hat nichts mit der Metapher des Wassers zu tun, wie eine oberflächliche Lesart nahelegen könnte.
Der Gedanke der kompositorischen Fluidität oder der Dekonstruktion, um das Wort zu benutzen, mit dem diese Ausdrucksform bezeichnet wird, befindet sich in jedem Werk von Frau Hadid und es wäre sehr einschränkend, wenn man versuchen würde, den Wortschatz als einen direkten Bezug auf die Nutzung zu rechtfertigen. Zaha Hadid beseitigt den Grundsatz der Hauptfassade eines Gebäudes und verleiht der Architektur die gleiche Wichtigkeit von allen Gesichtspunkten. Das Bild der Flüssigkeit setzt die Absichten um, drückt die Dynamik und die Subjektivität der optischen Erfahrung aus. Je nach Beobachtungspunkt des Bauwerks erscheint dieses anders, verändert, veränderlich. Genau wie ein Gegenstand, bei dem es keinen Sinn hat, eine Blickrichtung festzulegen, da seine Interaktion mit dem menschlichen Körper auf 360 Grad erfolgt.


Bei Projekten wie dem Aquatic Centre oder dem Maxxi im Rom oder dem BMW-Hauptgebäude verschiebt die Architektin den Dreh- und Angelpunkt ihres Interesses von den Beziehung zwischen dem Gebauten und der Landschaft (der Gesichtspunkt, der sich von dem Gebäude auf das Umfeld richtet) auf die Beziehung zwischen Nutzer-externem Beobachter und Architektur. Das umliegende Element, also die Umgebung, verliert an Interesse und das Wo beeinflusst nicht mehr eindeutig das Wie. Da die Einschränkung der Beziehung zwischen der kompositorischen Funktion und dem Ort, an dem das Bauwerk steht, nicht mehr vorhanden ist, muss sich die Architektur auch nicht mehr nach Außen mitteilen: Bei den Projekten von Zaha Hadid tritt kein Element hervor, das es dem Betrachter gestattet, den Typ des bewachten Ortes zu erkennen, sondern ein Museum oder ein Sportzentrum können mit dem gleichen Wortschatz beschrieben werden.
Trotzdem hat das Gebäude noch ein primäres Interesse in dem städtischen Leben, das sich in der emotionalen Beziehung zwischen Nutzer und Architektur findet: Unmittelbar, aufregend, ansprechend ? das Bauwerk spricht eine allen verständlichen Sprache, die Sprache der Medien.

Mara Corradi


Entwurf:  Zaha Hadid Architects
Projektleitung: Jim Heverin, Glenn Moorley, Sara Klomps
Mitarbeiter:  Alex Bilton, Alex Marcoulides, Barbara Bochnak, Carlos Garijo, Clay Shorthall, Ertu Erbay, George King, Giorgia Cannici, Hannes Schafelner, Hee Seung Lee, Kasia Townend, Nannette Jackowski, Nicolas Gdalewitch, Seth Handley, Thomas Soo, Tom Locke, Torsten Broeder, Tristan Job, Yamac Korfali, Yeena Yoon
Bauträger: Olympic Delivery Authority
Ort: London
Tragwerksplanung: Ove Arup & Partners
Beleuchtungsplanung: Arup Lighting
Bruttonutzfläche: 21.897 m2
Grundstücksgröße: 36.875 m2
Ende der Bauarbeiten: 2010
Bauunternehmen: Balfour Beatty
Fotos: © Hufton + Crow

www.zaha-hadid.com


Il nostro sito web utilizza i cookie per assicurarti la migliore esperienza di navigazione.
Se desideri maggiori informazioni sui cookie e su come controllarne l’abilitazione con le impostazioni del browser accedi alla nostra
Cookie Policy

×