16-03-2010

Wiel Arets und das Hotel Zenden in Maastricht

Wiel Arets,

João Morgado,

Holland,

Freie Zeit, Hotel,

gleichzeitig,

Bei einem alten öffentlichen Schwimmbad aus den 60er Jahren im Zentrum von Maastricht, restauriert Wiel Arets Architects ein Gebäude, das in seinem Inneren Gewölbe aus dem Mittelalter verbirgt und macht es zu einem modernen Hotel, das den Vorzug hat, sich nicht in die Linie der Design-Hotels einzufügen, bei denen es sich um neue luxuriöse Versionen anonymer Nicht-Orte handelt.



Wiel Arets und das Hotel Zenden in Maastricht

Das Hotel und das Sportzentrum Zenden verstecken sich im Inneren eines historischen Gebäudes im Herzen von Maastricht, in der südöstlichen Gegend des Zentrums neben dem Fluss Maas. Diese Architektur mit einer roten Backsteinfassade, beherbergte seit den Sechziger Jahren ein öffentliches Schwimmbad, wo den Kindern das Schwimmen beigebracht wurde. Im Laufe der Zeit zog es der Eigentümer vor, diesen Bau in ein Hotel umzuwandeln, auch wenn die vorhergehende Funktion des Schwimmbads beibehalten wurde, das heute den Besuchern als nostalgische Verbindung mit der eigenen Geschichte zur Verfügung steht.
Die alte Aufteilung der Räumlichkeiten entsprach in keiner Weise den neuen Funktionen und war nicht geeignet, die Bedürfnisse einer Geschäftsstadt und Fremdenverkehrsattraktion wie Maastricht zu erfüllen. 2003 wurde der Beschluss gefasst, den Baukörper zu sanieren, um dort die Funktionen des Hotels und der Judo-Turnhalle zu integrieren. Dabei wurde Wiel Arets Architects involviert, wobei das Büro die Konfiguration der Geschosse komplett neu konzipiert hat. Es wurden die Höhen der Etagen variiert, um neun Zimmer zu schaffen, fünf im ersten Stock, drei im zweiten und eins unter dem Dach. Das Erdgeschoss ist den Empfangsräumen und der Öffentlichkeit vorbehalten, wo der Rhythmus der Wände und der Öffnungen interessante Blickpunkte schafft, auch nach Außen. In Gegenüberstellung zum Eingang definiert ein kleiner Patio mit einem roten japanischen Ahorn die Grenzen des öffentlichen Raumes. Im Souterrain liegt das große Schwimmbad mit dem hellblauen Becken, das eine Gewölbedecke aus dem Mittelalter hat.
Die Philosophie, die die Grundlage der von Wiel Arets Architects ausgeführten Restaurierung bildet, steht in klarem Gegensatz zur Gestaltungsmethode, die im Contract-Bereich der Gegenwart zu finden ist. Wenn die allgemeine Tendenz die ist, den außergewöhnlichen Charakter des eigenen Hotels herauszustellen, wobei die Hotels als Wunderkästen interpretiert werden, in denen der Tourist seinen Wunsch nach Luxus und Überfluss ausleben kann, ist das Zenden ein Projekt, das gegen den Strom schwimmt und den Gast aufnimmt und dabei jede unbegründete Expressivität bei der Einrichtung oder der Gestaltung der Oberflächen oder Wände vermeidet, sodass der Gast sich frei fühlt, den nicht vorbestimmten Raum seiner Persönlichkeit anzupassen.
Die Verwendung der Farbe Weiß auf allen Wände, die Wahl der Fußböden, sogar die Definition der maßgenauen Einrichtungen sind das Zeichen einer minimalistischen Gestaltung, die darauf zielt, die Kennzeichnung der Räumlichkeiten zu verringern, die hingegen den kleinen Gegenständen und den von jedem Besucher mitgebrachten Kleider überlassen wird. Die großzügigen Zimmer, deren interne Anordnung variiert, werden vom Licht dominiert, das durch die großen Fenster einfällt, um sich auf dem absoluten Weiß der Oberflächen zu reflektieren, nur von wenigen Zeichen des Architekten begleitet: Die schwarzen Slow chair von Vitra, in totalem Gegensatz, die die Sessel sind, die für das gesamte Hotel gewählt wurden, oder die hängenden Möbel, die Waschbecken aus weißer Keramik, die rahmenlosen Spiegel und die runden Lampen - alle aus der Badezimmerserie Bagno Alessi Dot, die er entworfen hat.Die Metapher des weißen Blatts passt gut, um die Philosophie dieses Projekts zu beschreiben, bei dem jeder Gast ein Zeichen mit seiner Präsenz hinterlässt und diesen komplett kennzeichnet, so als ob es seine eigene Wohnung wäre.
von Mara Corradi

 

Entwurf: Wiel Arets, Bettina Kraus, Daniel Meier, Jörg Lüthke, Barend Christmas, Lars Dreessen
Mitarbeiter: Killian Nekeman, Insa Rosemann, Francios Steul
Bauherr: Pierre Zenden
Ort: Maastricht, Sint Bernardusstraat 5/7 (NL)
Inneneirichtung: Wiel Arets Architects
Bruttonutzfläche: 870 m2
Grundstücksgröße: 290 m2
Projektbeginn: 2003-2007
Ende der Bauarbeiten: 2009
Badezimmereinrichtung und Beleuchtung: Alessi, Linie Alessi Dot
Sessel Slow chair: Vitra
Fotos: © Joao Morgado

www.wielaretsarchitects.nl


Il nostro sito web utilizza i cookie per assicurarti la migliore esperienza di navigazione.
Se desideri maggiori informazioni sui cookie e su come controllarne l’abilitazione con le impostazioni del browser accedi alla nostra
Cookie Policy

×