04-10-2006

Visiting Artists House - Jim Jennings Architecture
Geyserville, Kalifornien, 2003

Frank Gehry,

Landschaft, Institutionen, Ville,

Zement,

Skulptur, Award, Messen,

Es wird oft von der Beziehung zwischen Architektur und Skulptur gesprochen. Zahlreiche Ausstellungen untersuchen die Wege der Wechselwirkungen, die möglichen Dialoge, die Formen des Vergleichs. In Bilbao hat vor Kurzem die Ausstellung ArchiSculpture stattgefunden, die den Dialog zwischen Baukunst und Bildhauerei vom 18. Jahrhundert bis heute erkundet.



Visiting Artists House - Jim Jennings Architecture<br /> Geyserville, Kalifornien, 2003 Im letzten Jahrzehnt hat dieser Vergleich kühne Formen hervor gebracht, wie das Haus der Musik von Rem Koolhaas, das Phaeno Science Centre von Zaha Hadid oder das Son-O-House von NOX, und manchmal sogar redundante Formen wie das Guggenheim Bilbao von Frank Gehry, das einen wichtigen und revolutionären Moment der Gestaltungskultur darstellt.
Das Arbeiten an den Materialien, um eine Baukunst bildhauerisch zu schaffen, ist aber auch auf dezenteren Niveaus möglich, die deswegen aber nicht vorsichtiger sein müssen. Das kalifornische Büro Jim Jennings Architecture hat vor kurzer Zeit das Visiting Artists House geschaffen, ein glänzendes Beispiel dafür, wie die Architektur mit dem plastischen Gedanken über die Kanäle einer minimalistischen Ästhetik kommunizieren kann, die dabei bedeutungsschwer ist und viele Anspielungen auf die Ausdruckskraft der Stoffe und ihre Fähigkeit enthält, die Architektur zu formen, d.h. deren Form zu schaffen.
Das Haus wurde gerade eben mit dem Institute Honor Award for Architecture ausgezeichnet.
So das Urteil des Preisgerichts: "The powerful design gets its strength from a simple palette of materials, scrupulously detailed and highly crafted...The facility's lighting allows the structure to glow from within, warming and softening the austere concrete... Two nearly parallel concrete walls create a dialogue between architecture, landscape and art."

Das am Hang eines Hügels gelegene Gebäude gehört einem Kunstliebhaber und Mäzen, der ein Haus wünschte, in dem nicht nur die Werke von Richard Serra, Bruce Nauman, Martin Puryear und anderen untergebracht sind, sondern in dem auch die Künstler wohnen können, die er von Mal zu Mal mit neuen Kunstwerken beauftragt. Eben ein "Haus für Künstler auf Besuch".
Das Werk von Jim Jennings, eine Skulptur unter Skulpturen, gewinnt ihre Kraft, Form und Inspiration aus dem Baustoff Zement. Zwei 60 Meter lange Trennwände, wuchtig und dabei schlank, verlaufen auf dem Hügel nach anscheinend parallelen Linien. In Wirklichkeit aber laufen sie am Ende ihres Weges nach Norden auseinander und kommen im Süden wieder zusammen und zeichnen dabei eine Perspektive, die sich mit der Kraft einer dichterischen Geste ausdrückt. Die Baukunst ist hier mehr eine Radierung als ein Gebäude.Außer dem wichtigen Preis AIA hat das Visiting Artists House im Jahr 2005 auch den Excellence in Architecture Honor Award gewonnen sowie die Kirby Ward Fitzpatrick Prize.
Hier, auf dem Hügel von Geyserville finden Architektur, plastische Kunst und Poesie eine ihrer glücklichsten Formen des Zusammenspiels.

Francesca Oddo

http://jimjenningsarchitecture.com

Foto von Tim Griffith

GALLERY


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