19-11-2002

VIENNA, GASOMETER CITY, J.Nouvel, Coop Himmelb(l)au, M.Wedhorn, W.Holzbauer

Jean Nouvel, Coop Himmelb(l)au,

Buros, Einkaufszentren, Halle, Sport & Wellness,

Planer: Jean Nouvel, Coop Himmelb(l)au, Manfred Wedhorn, Wilhelm Holzbauer
Standort: Industriezone Simmering, Wien
Baukosten: 2,3 Milliarden Schilling (300 Milliarden £)
Erbau der ursprünglichen Gebäude: 1896-1899
Ausschreibung für den Umbau: 1995.
Planung und Realisierung: 1999-2001
Verwendungszwecke:

1. Jean Nouvel: Geschäftsfläche (7500 m2), Büros (5100 m2), Wohnungen (128 Einheiten);
2. Coop Himmelb(l)au: unterirdische Veranstaltungshalle (3000 Sitzplätze), Geschäftsfläche (4680 m2) Wohnungen (254 Einheiten mit zusätzlich 76 Studentenwohnungen)
3. Manfred Wedhorn: Geschäftsfläche (4700 m2), Büros (5400 m2), Wohnungen (92 Einheiten)
4. Wilhelm Holzbauer: Büros (15500 m2) und Wohnungen (141 Einheiten)



VIENNA, GASOMETER CITY, J.Nouvel, Coop Himmelb(l)au, M.Wedhorn, W.Holzbauer Als tief an ihre kaiserliche, würdevolle und monumentale Vergangenheit gebundene Stadt überrascht Wien von Zeit zu Zeit durch einige mutige und gegen den Strom gehende Wahlen, wie zum Beispiel damals, als der Bau des absolut postmodernen Einkaufszentrums - ein Werk von Hans Hollein - genau gegenüber der Hauptfassade des Stephansdoms am Graben entschieden wurde.

Eine analoge, aber unter gewissen Gesichtspunkten noch radikalere und unbefangenere Aktion ist die der vier großen Gasometer, die Ende des 19. Jh. im Wiener Industriegebiet Simmering auf Wunsch Kaisers Franz Joseph gebaut wurden.

Die bereits 1981 aufgrund ihrer architektonischen Besonderheit unter österreichischen Denkmalschutz gestellten Gasometer wurden 1986 stillgelegt, bis Manfred Wedhorn, Experte im Denkmalschutz die Idee hatte, die Gasometer umzubauen: von hier aus entsteht die Ausschreibung von 1995, die sich Jean Nouvel, Coop Himmelb(l)au, eben Manfred Wehdorn und Wilhelm Holzbauer zusichern konnten.

Das Projekt wurde von der Stadt Wien finanziell unterstützt - die Gemeinde hat auch die U-Bahn bis hierher ausgebaut, um bessere Verbindungen zu gewährleisten - und hatte auch zu heftigen Debatten geführt, in die einerseits die Befürworter der zeitgenössischen Verwendung alter Strukturen mit der Zielsetzung, ihnen die notwendige Lebendigkeit wiederzuerstatten, die nur durch eine ständige Nutzung entstehen kann - und andererseits die Gegner, die darin eine geschäftliche Spekulation in Antithese nicht nur mit jedem Prinzip des Denkmalschutzes und der Wahrung dieser - in Wirklichkeit wurde von den ursprünglichen Gebäuden ja nur die äußere Hülle gewahrt - sondern auch mit den derzeitigen Wohnstandards sehen, verwickelt waren.

Der runde Grundriss, der sich vom traditionellen Standpunkt aus, trotz des großen Radius der Gasometer keinesfalls für Wohngebäude eignet, die hohe Bebauungsdichte und die klare Nichtbeachtung der Sonnenbestrahlung und der Ausrichtung der Einheiten würden also in ausgeprägter Antithese zur aktuellen Tendenz, abwechslungsreiche Wohngebiete mit einer eigenen Identität zu schaffen, stehen, da hier im Gegensatz das Prinzip des "Ameisennests" wieder auftaucht, durch das in den 50er und 60er Jahren zum Bau der anonymen Wohnhäuser der sogenannten "Schlafsiedlungen" führte.

Il nostro sito web utilizza i cookie per assicurarti la migliore esperienza di navigazione.
Se desideri maggiori informazioni sui cookie e su come controllarne l’abilitazione con le impostazioni del browser accedi alla nostra
Cookie Policy

×
×

Bleiben Sie in Kontakt mit den Protagonisten der Architektur, abonnieren Sie den Floornature-Newsletter