19-12-2002

Überlegungen zur Erhaltung des modernen Baudenkmals

Markt,

Das Baudenkmal und das Kunstwerk im Allgemeinen sind, zu welcher Periode sie auch immer gehören mögen, keine ewigen, vom Vergehen der Zeit unberührten Archetypen; sie vertreten im Gegenteil ein offenes Werk, das wie jeder lebende "Organismus" biologischen Gesetzen unterworfen ist, sich in seinen Form- und Materialkomponenten verändert und mit starken affektiven und didaktischen Konnotationen versehen ist, vom Menschen beeinflusst und seinerseits den Menschen beeinflussend.
Das Baudenkmal lebt, verfällt und stirbt; eine fortdauernde Veränderung, wodurch das Werk mit neuen Elementen der "Weisheit" und Lehre angereichert wird.



Überlegungen zur Erhaltung des modernen Baudenkmals Es besitzt einen monumentalen, nicht abstrakten, sondern berührbaren Charakter, gebunden an historische Werte, die uns wie Geschehnisse erscheinen, die das Dokument mit Degradationen, Auslassungen und Veränderungen gekennzeichnet haben; folglich ist, unabhängig von unserer Kultur, Sensibilität oder anderem, der Status des Kunstwerkes an einen präzisen historischen Moment gebunden und entfaltet sich in den Formen, aber besonders in der einzigartigen, nicht wiederholbaren Materie, die, eben gerade weil sie trotz ihrer Vergänglichkeit authentisch ist, erhalten werden muss.

Daher gibt es keinen Zweifel, dass auch die Gebäude moderner Architektur mit anerkanntem Wert vollständig und in allen Teilen erhalten werden müssen. Die Werke der zeitgenössischen Meister sind durch ästhetische Charakteristiken und eindeutig an eine bestimmte Kultur und Epoche gebundene historische Werte klar gekennzeichnet, wesentliche und grundlegende Beiträge zur technologischen und formalen Entwicklung der Architektur. Folglich ist eine Erhaltung unter den selben Sanierungskriterien obligatorisch, wie sie für die antiken Baudenkmäler angewandt werden, unter Vernachlässigung des bequemen, aber absolut unbegründeten Prinzips des Umbaus und des Ersetzens.

Die modernen Baudenkmäler sind leider durch ein eher schnelles Altern charakterisiert. In der Tat führen oft die schlechte Qualität der verwendeten Materialien und/oder die unsachgemäße Installation des Zementgemisches, vereint mit exogenen Faktoren wie der immer stärkeren Umweltverschmutzung und dem völligen Fehlen von Instandhaltung, zu einer beschleunigten Veralterung der modernen Materialien. All dies, zusammengerechnet mit Marktbedürfnissen und einigen architektonischen Theorien, die das Abreißen und die Neuplanung gerechtfertigen, indem sie das Gebäude an die Vergänglichkeit, das Flüchtige binden, das schwer wieder herstellbar ist und von Mal zu Mal an die veränderten kulturellen Bedürfnisse angepasst werden kann, führt schließlich unweigerlich zum großen Risiko, dass den zukünftigen Zivilisationen wenig oder nichts von der zeitgenössischen Architektur und derjenigen unserer unmittelbaren Vergangenheit vermittelt wird.

Ein modernes Baudenkmal benötigt, wie das alte, Respekt, bedingungslose Liebe zur Architektur und daher Eingriffe zur Erhaltung der gesamten authentischen und originalen Materie, auch der vergänglichsten und kurzlebigsten, mit dem Ziel einer bestmöglichen Überlieferung an die zukünftigen Generationen.

Nicola Ruggeri

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