25-02-2015

Triptyque und die Einkaufsgalerie Groenlândia in São Paulo

Studio Triptyque ,

Pedro Kok,

Sao Paulo, Brasilien,

Halle, Einkaufszentren,

Marmor, Zement,

Pedro de Mattos Ferraz,

Die Schwerkraft neu definieren: das ist das Ziel von Triptyque, dem französisch-brasilianischen Architekturbüro, das die neue Einkaufsgalerie Groenlândia von Jardins entworfen hat, eines der schönsten Stadtviertel von São Paulo. Groenlândia von Triptyque ist ein privater Raum, dessen Architektur sich dem Publikum und der Stadt öffnet.



Triptyque und die Einkaufsgalerie Groenlândia in São Paulo

Der neue Space Groenlândia des französisch-brasilianischen Architekturbüros Triptyque dreht sich um das Thema der Schwerkraft und deren Gegenteil, nämlich die Leichtigkeit und bietet dabei neue Definitionen für grundlegende Problematiken der Architektur. 

Wir sind hier in São Paulo, im Stadtviertel Jardins, einer wahren grünen Lunge in einer der wohl am meisten verschmutzten Riesenstädte der Welt. Hier lebt die Upper Class der Stadt und in diesen Straßen findet man noch die reichen modernen Wohnungen, die hinter ihren hohen Mauern versteckt sind. Die Rua Groenlândia ist einer dieser Straßen und Triptyque hat auf dem Gelände einer dieser Wohnhäuser eine Einkaufsgalerie gestaltet, die den Namen der Straße trägt. Das ist eine der Bedeutungen von Groenlândia, aber nicht der einzige. Die Planer sind vom Namen ausgegangen, um die Geschichte des Ortes zu schaffen. Groenlândia, d.h. grünes Land, denn das Gebäude ist von einem Garten aus Jacaranda umgeben, den typischen Pflanzen Südamerikas und von hochstämmigen Palmen, die bis zu 10 Meter hoch sind und große, schattenspendende Palmblätter aufweisen. 

Das Thema Licht nimmt eine Vorrangige im Projekt ein und wird bei dessen kompositorischer Definition führend. Das sehr starke Licht der Sommer in São Paulo wird vom organischen Verlauf einer Architektur gemildert, die aus vorgebauten Terrassen und Etagen besteht: dieses Volumen mit einem rechteckigen Grundriss und einer Marmorhülle, das sich mit einer gewissen Erhabenheit wie ein aus dem massiven Material gehauener Block erhebt, muss rundum betrachtet werden, um die Harmonie der Auskragungen und der Einbuchtungen zu schätzen, die Bereiche direkten Lichts mit solchen abwechseln, die vom reflektierten Licht erhellt werden.  Das ist der Tanz zwischen Schwerkraft und Leichtigkeit, auf den anfangs verweisen wurde und der hier seinen wohl faszinierendsten Ausdruck in der Lösung für die Überdachung findet. Gut 9 Meter auskragend scheint die 300 Quadratmeter große Decke in der Luft zu schweben, denn sie wird allein durch eine durchgehende Glaswand getragen, die sich über alle vier Seiten des Gebäudes erstreckt. In Wahrheit ruht das Dach auf einem Betonblock in der Mitte des Grundrisses, der bis zur Decke reicht, in dem die Toilettenräume und die offene Treppe untergebracht sind, die die drei Stockwerke – Erdgeschoss, erster Stock und Terrasse – miteinander verbindet. Der erste Stock genießt dank der direkten Bestrahlung durch die Glaswände und die Oberlichter, die den Schatten aufreißen, eine besondere Helligkeit.


Die Tradition des Betons scheint also weiterhin die Grundlage der brasilianischen Architektur zu sein, trotzdem wird dessen brutalistische Ausdruckskraft deutlich durch die gestalterischen Lösungen gemildert, die den Eindruck der nackten Materie entmaterialisieren. In diese Richtung geht die Verwendung der weißen Verkleidung, die durch das strahlende Licht des brasilianischen Himmels und dank der Schatten, die von den hohen Bäumen des Gartens geworfen werden, fasst transparent zu sein scheint. Die drei Fenster mit dem Sonnenschutz aus Marmor und die großen Terrassen auf den Garten leeren den Block aus Beton und weißem Marmor (ein Eisberg, um wieder zum Namen Groenlândia zurückzukehren) und lässt dabei nur die Konturen eines transparenten und leichten Kristallskelettes übrig.
Ohne Mauern, mit dem Garten als einzige Grenze und mit den Terrassen, die nach außen schauen, nähert Groenlândia den privaten und den öffentlichen Raum aneinander an und schafft somit eine halböffentliche Architektur, die sich in das städtische Gefüge integriert.

Mara Corradi

Entwurf: Triptyque (Greg Bousquet, Carolina Bueno, Guillaume Sibaud and Olivier Raffaelli)
Projektleitung: Pedro de Mattos Ferraz und Paulo Adolfo Martins
Mitarbeiter: Murillo Fantinati, Luísa Vicentini, Priscila Mansur, Priscila Fialho, Natallia Shimora, Gabriele Falconi, Nely Silveira, Alfredo Luvison,  Danilo Bassani, Thiago Bicas
Bauträger: Privat
Ort: Rua Groenlândia, 1157, Jardins, São Paulo (Brasilien)
Landschaftsplanung: Bia Abreu und Triptyque
Bebaute Fläche: 993 Quadratmeter
Grundstücksgröße: 290 Quadratmeter
Planungsbeginn: 2010
Ende der Bauarbeiten: 2014
Treppen aus Beton
Betondach mit Holzterrasse
Betontragwerk
Verputzte Innenwände
Betonfußböden
Bildnachweis: © Pedro Kok 

www.triptyque.com
foto@pedrokok.com.br


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