14-01-2015

The Screen von Li Xiaodong und die Architektur als Brücke zur Landschaft

Li Xiaodong Atelier,

© Martijn de Geus,

HuChen Gemeinde, Ninghai County, Ningbo, China,

Buros, Residenzen, Housing,

Zement,

The Screen heißt das Bauwerk, das Li Xiaodong in Ningbo (China) entworfen hat: eine Untersuchung der Beziehung zwischen Landschaft und gebauter Struktur. Die Architektur wird zur Brücke für die gemeinsame Nutzung der Räumlichkeiten mit der angrenzenden Natur, wobei die Auswirkung auf die Umgebung beschränkt wird.



The Screen von Li Xiaodong und die Architektur als Brücke zur Landschaft

The Screen heißt das Bauwerk mitten im Wald am Stadtrand von Ningbo, in der Provinz Zhejiang, China. Es handelt sich um das neueste Werk von Li Xiadong, dem chinesischen Architekten, der die Welt mit der Gestaltung der Brückenschule in Pighe in der Provinz Fujian beeindruckte: ein regelrechtes Denkmal für den sozialen Zusammenhalt.

Der Entwurf von Li Xiaodong möchte ein Projekt sein, welches das Konzept der Architektur als etwas Solidem, als einem Element mit einer eigenen Schwerkraft, als etwas, das auf dem Gelände steht, in seinem Gegensatz und zum Schutz des Menschen aufhebt. Mit der Poetik der optischen, entmaterialisierten, ungreifbaren und transparenten Schirme, wünscht das von Li Xiaodong in Ningbo entworfene Bauwerk zu verschwinden und dabei das hügelige Gelände, auf dem es steht und das bestehende Landschaftsbild möglichst intakt zu lassen.

The Screen ist das erste einer Reihe von Gebäuden, die in den kommenden Jahren von einem Privatunternehmen errichtet werden, die die Baurechte auf dem Gebiet des Dichen Valley erworben hat: anstatt das Tal maximal zu nutzen und dabei Villen und Wohnanlagen zu bauen, hat die Gesellschaft sich zu einem sanfteren Ansatz an die Landschaft entschlossen und will diese dabei mit Hilfe der Architektur aufwerten.

The Screen enthält die Büros und Wohnungen der Angestellten, die hier zur Realisierung der zukünftigen Bauarbeiten tätig sind (es sind ein Öko-Hotel, Restaurants, ein Gästehaus, eine Kunstgalerie und ein Tempel innerhalb eines Weges zur Betrachtung der Tallandschaft vorgesehen).

Bei The Screen steht die Architektur im Mittelpunkt eines Naturpfades, wo sie ihre Grenzen verliert und mimetisch in der Landschaft verschmilzt, damit man diese voll genießen kann. Und so wurde der Baukörper so positioniert, dass die Erdarbeiten auf ein Mindestmaß reduziert werden konnten, da der Boden hier bereits plan war. Wo die Neigung hingegen stärker wird, sieht das Projekt die Einbindung eines weiteren Levels vor, der 3 Meter tiefer liegt und wo sich der Eingang und der Verwaltungsbereich befinden. Im weitläufigeren Obergeschoss wurden die Betriebsräume und die Wohnungen vorgesehen.

Die hier gestaltete Architektur hat die Schutzfunktion des Gebäudes hier nicht mit Ausmauerungen, trennenden Strukturen oder Umzäunungen umgesetzt, sondern unter Verwendung lokaler Materialien und Techniken teilweise transparente Schirme geschaffen. Die Struktur mit ihrem rechteckigen Grundriss ist ein Baukörper aus Beton, der von einer “vorgehängten” Fassade verdeckt wird, die aus grauen Backsteinen besteht, die auf einem Stahlrahmen montiert wurden. Das regelmäßige Muster fragmentiert den optischen Eindruck und verwischt dabei die Grenzen der Architektur, die sich dahinter versteckt. Im Inneren, auf der Höhe der beiden Höfe, die geschaffen wurden, um das Grün in den Alltag der Angestellten einzubinden, sind die Wände Bambusschirme und Schiebetüren. Zu keinem Zeitpunkt wird die Architektur als eine Barriere empfunden, sondern einzig und allein als Organisation und Instrument zur Aufwertung des Raumes und der Beziehung zwischen Innen und Außen.


Wie es bei den natürlichen Schranken geschieht, die aus Baumstämmen und Laub bestehen, so filtert das Licht weiterhin durch diese Reihe von Schirmen und zeigt den hier Wohnenden den Lauf der Zeit an.

Mara Corradi

Entwurf: Li Xiaodong Atelier
Projektleitung: Li Xiaodong
Mitarbeiter: Martijn de Geus, Jerry Hau, Ying Xin, Renske van Dam
Bauträger: Privat
Ort: Ningbo (China)
Bruttonutzfläche: 600 m2
Planungsbeginn: 2013
Ende der Bauarbeiten: 2014
Fassaden aus grauem lokalen Backstein
Betondach
Betontragwerk
Außenverkleidung aus auf Stahlrahmen montierten lokalen Backsteinen
Innenwände aus Bambus
Fußböden aus Bambuslaminat

Bildnachweis: © Martijn de Geus


www.lixiaodong.net


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