01-01-2014

Tchoban&Kuznetsov: Museum für Architekturzeichnung in Berlin

SPEECH,

Roland Halbe,

Berlin, Deutschland,

Museen,

gleichzeitig,

Zement, Glas,

Award, Interior Design,

Die russischen Planer Sergei Tchoban und Sergey Kuznetsov (Speech) haben ein Museum realisiert, das den Architekturzeichnungen gewidmet ist und im künstlerischen Herzen von Berlin liegt. Das Werk ist seiner Form und Gestaltung nach eine Landmarke, die in einem besonders dynamischen Stadtviertel liegt. Die Architektur vermittelt die Funktionen und wird gleichzeitig Mittel und Botschaft.



Tchoban&Kuznetsov: Museum für Architekturzeichnung in Berlin

Sergei Tchoban und Sergey Kuznetsov (Speech) haben in Berlin den Sitz der Tchoban Foundation realisiert. Die Stiftung entstand im Jahr 2009 mit dem Ziel, ein Museum für die Verbreitung von Architekturzeichnungen zu errichten: Ein spezifisches künstlerisches Gebiet, bei dem sich architektonische Gestaltung mit Grafik verbindet. Die beiden Russen Tchoban und Kuznetsov haben den Entwurf eines Sitzes konzipiert, der zugleich Behältnis und Inhalt ist und somit in der Lage, anhand der Gestaltung des Gebäudes die Funktionen im Inneren und auch die Art der ausgestellten Werke mitzuteilen.

Die Form des Werks, das von der Christinenstraße am Prenzlauer Berg aus monolithisch erscheint, erweist sich bei näherer Betrachtung vielgestaltig und voller Details. Das Volumen, das von einem rechteckigen Grundriss ausgeht, bereichert sich, je höher es nach oben steigt, dank der unterschiedlichen Auskragungen der insgesamt 5 Geschosse. Die Architekten schreiben, dass sie sich an den Schubladen in den Künstlerateliers und den Architekturbüros inspiriert haben, in denen – manchmal ordentlich, manchmal ungeordnet – die Zeichnungen der Projekte und der Werke liegen. Die Oberflächen aus Sichtbeton erzählen von den Projekten der Vergangenheit, deren Zeichnungen als wiederholte Dekorationselemente verwendet wurden, die sich wie Tapeten aneinander reihen. Die Schalungen der Betonplatten dienen als Matrize für das Muster auf der Fassade.

Wenige Fenster, einige raumhoch, andere extra unten im Erdgeschoss angeordnet, diversifizieren die Funktion und weisen darauf hin, dass sich hier – außer der Eingangshalle und der Garderobe – der Museumsshop befindet. Auf der Durchgangshöhe der Passanten liegend, erregen diese Fenster aufgrund ihrer Form die Neugier und sind so eine Einladung zum Betreten und Besichtigen der Museumsanlage. Im ersten und zweiten Obergeschoss befinden sich die Ausstellungsräume, im dritten hingegen das Schauarchiv und die Depots. Noch ein Stilwechsel im letzten Stockwerk, wo ein Staffelgeschoss mit offener Terrasse auch als Besprechungs- und Arbeitsraum für die Kuratoren dient.

Das Ausstellungskonzept der Innenräume folgt der Poetik der Farbe “white box”: Die antiken Zeichnungen treten vor den weißen oder einfarbigen Wänden hervor, um als distinguierte Elemente bezogen auf das architektonische Behältnis der Gegenwart bewundert zu werden.


Mit ihren zahlreichen Facetten ist diese Architektur eine Landmarke geworden, die den Geist der ehemaligen Industrieanlage Pfefferberg mitteilt, die aus der Mitte des 19. Jahrhunderts stammt. Das Stadtviertel Prenzlauer Berg ist nach dem Mauerfall zu einem Viertel für junge Künstler geworden. Auf dem Gelände des Pfefferberg-Areals errichtet, wo einst die gleichnamige Brauerei stand, ist das neue Museumsgebäude von Tchoban und Kuznetsov eine Landmarke für das Viertel, eine in Deutschland einmalige Einrichtung, welche die Tradition der privaten Kunstsammlung zelebriert.

Mara Corradi

Entwurf: Sergei Tchoban, Sergey Kuznetsov (Speech)
Projektleitung: Philipp Bauer, Ulrike Graefenhain, Ekaterina Fuks
Mitarbeiter: Dirk Kollendt, Nadezhda Fedorova, Frederik S. Scholz
Bauträger: S. Tchoban Foundation. Museum für Architekturzeichnung
Ort: Christinenstraße 18, Pfefferberg, Prenzlauer Berg, Berlin (Deutschland)
Tragwerksplanung: SPEECH Tchoban & Kuznetsov (authors: Sergei Tchoban, Sergey Kuznetsov)
Bruttonutzfläche: 279 m2
Gesamtfläche: 498 m2
Ausstellungsfläche: 189 m2
Planungsbeginn: 2009
Ende der Bauarbeiten: 2013
Struktur aus Sichtbeton
Zementfassaden mit Matrizenschalung
Bildnachweis: ©Patricia Parinejad, © Roland Halbe

WAF "Highly commended" 2013
Iconic Awards 2013 "Best of the Best" in the nomination 'Architecture. Special'
First prize of ar+d Awards for Emerging Architecture 2013

www.speech.su
http://www.tchoban-foundation.de


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