22-03-2017

Takuro Yamamoto Architects: Haus mit 30.000 Büchern in Tokio

Takuro Yamamoto Architects,

Tokio, Japan,

Residenzen,

Das Haus mit 30.000 Büchern von Takuro Yamamoto Architects in Tokio stellt einen Nebenraum, der oft gar nicht mehr zu finden ist, nämlich die Bibliothek, in den Mittelpunkt des Projekts. Um dieses Bücherzimmer drehen sich die beiden Wohneinheiten, die Takuro Yamamoto getrennt aber miteinander kommunizierend halten wollte.



Takuro Yamamoto Architects: Haus mit 30.000 Büchern in Tokio
Das Haus mit 30.000 Büchern ist für Takuro Yamamoto Architects eine Gelegenheit, das Konzept des Lebens in kommunizierenden dabei aber separaten Räumen in einer Stadt wie Tokio zu entwickeln. Die Wohnfläche ist aufgrund der hohen Grundstückskosten immer sehr begrenzt und die Planer neigen normalerweise zu deren kompletten Nutzung, was zu Überlegungen hinsichtlich der Beziehungen mit der Nachbarschaft und des Respekts zwischen den Gebäuden führt. 
Da hier der Bau zweier Wohnungen für ebenso viele Familien – ein Paar mit Kind und der Großvater – gewünscht wurde, haben die Architekten die Fragmentierung und Verteilung der Häuser nach einer Linie untersucht, die als Grenze aber auch „Brücke“ dient. Im Grundriss wird diese Linie zu einem eigenen Zimmer, das größte der beiden Wohnungen. Hier stehen die 30.000 Bücher, die die beiden Familien zusammengetragen haben. 
Das Grundstück, auf dem das Haus steht, ist rund 200 Quadratmeter groß und liegt zwischen anderen Wohnhäusern und kleinen unbebauten Abschnitten. Die Architektur belegt fast das gesamte Grundstück, mit Ausnahme eines Weges, der das Haus umrundet. Aber Yamamoto untersucht das landschaftliche Umfeld und stellt so sicher, dass die wichtigsten Fenster sich auf die kleinen unverbauten Brachflächen in der Umgebung öffnen.
Das Bücherzimmer (eine Ansammlung von 30.000 Büchern kann man schon mit einer kleinen öffentlichen Bibliothek vergleichen) trennt das Volumen mit einer schrägen Linie in zwei Teile. Diese schräge Linie durchquert den Grundriss und verbindet die beiden offeneren Punkte der Frontseite. Um diese gegenüberliegenden Ausblicke zu betonen, hat der Architekt zwei Glaswände in zahlreiche Fenster zerlegt, die die beiden Bücherwände dieses doppelt hohen Raums erhellen. Jede Wohnung kommuniziert direkt mit der Bibliothek, ein Raum im großen Maßstab, der sich von den niedrigeren und kleineren Räumen absetzt, die die beiden Wohnungen bilden und wird aus diesem Grund auch zum Atrium und Repräsentanzraum.
Die Glaswände nach Südwesten und nach Nordosten sind in zahlreiche Öffnungen mit in ihrer Breite und Proportion nach unterschiedlichen Flügeln aufgeteilt, die eine Steuerung des Sonnenlichts und der Belüftung gestatten, um die Bücher zu schützen und die entsprechend den Aktivitäten der beiden Familien – entweder gemeinsam oder getrennt – eingestellt werden können. 
Auch wenn die beiden Wohnungen symmetrisch zur Bibliothek sind, so haben sie doch sehr unterschiedliche Grundrisse. In zwei Ebenen unterteilt, verfügen sie über den Tages- und den Nachtbereich, die jeweils umgekehrt angeordnet sind: in der Wohnung des Großvaters, die etwas kleiner ist, befindet sich der Nachtbereich im Erdgeschoss, das große Wohnzimmer im ersten Stock. Im Gegensatz dazu liegt in der Wohnung der Familie mit Kind die Wohnküche im Erdgeschoss und die Zimmer sind oben untergebracht. Die kleinen Fenster, die am Rand angeordnet sind, markieren in diesen privaten Bereichen einen klaren Unterschied in der Beleuchtung bezogen auf die Bibliothek, die halböffentlich und gemeinsam genutzt ist.
In den unbebauten dreieckigen Fragmenten zwischen dem Perimeter des Hauses und der Bibliothek hat Yamamoto zwei kleine Vertiefungen geschaffen, kleine und stilisierte “Gärten” mit Holzfußboden, die als symbolischer Filter zwischen der Eingangsschwelle und der Außenwelt, zwischen der Straße und den anderen Wohnungen fungieren.
Wie die japanische Architektur uns in diesen Jahren gezeigt hat, so unterscheidet sich auch diese Arbeit von Takuro Yamamoto durch die Liebe zum Detail: Von den Handläufen aus weißem Metallrohr hin zu der detaillierten Gestaltung der Verglasungen, von den Bücherwänden der doppelt raumhohen Bibliothek hin zum Entwurf von Stühlen und Tischen hin zu dem unvermeidlichen Kontrast der vertikalen weißen Oberfläche und dem natürlichen Holz des Fußbodens.

Mara Corradi

Architects: Takuro Yamamoto Architects
Location: Ohta-ward, Tokyo (Japan)
Site Area: 193.50 sqm
Building Area: 107.84 sam
Total Floor Area: 207.43 sqm
Completion : August 2016
Design Period: April 2014-October 2015
Construction Period: November 2015-August 2016
Structure: Wood
Client: a married couple + a child, grandfather
Structure Design: Matoh Structural Design Office
Construction: Koushou Koumuten
Floor: maple 
Wall: plasterboard + AEP
Ceiling: plasterboard + AEP
Exterior Finish: galvanized steel sheet, mortar + ceramic paint

http://takuroyama.jp

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