08-07-2015

Takeshi Hosaka und die Shonan Christ Church in Fujisawa (Japan)

Takeshi Hosaka,

Fujisawa,

Kirchen & Friedhöfe,

Zement, Holz, Glas,

Die Shonan Christ Church in Fujisawa stellt die Erfindungsgabe von Takeshi Hosaka ins Licht. Das Dach aus konkaven Platten überragt einen einteiligen und monolithischen Betonkörper. In der Shonan Christ Church betont Takeshi Hosaka das Licht als Element zur Messung der Vergänglichkeit der Zeit.



Takeshi Hosaka und die Shonan Christ Church in Fujisawa (Japan)

Takeshi Hosaka hat die beeindruckende Shonan Christ Church in Fujisawa vollendet. Eine Andachts- und Gebetskapelle in der Nähe des Strands von Shonan in Fujisawa, in der japanischen Präfektur von Kanagawa, einem bekannten Urlaubsort, der sogar als das Miami Beach des Fernen Ostens bezeichnet wird.
Die notwendigste Dringlichkeit der katholischen Pfarrkirche war es, einen Raum zu haben, in dem man die Messe feiern konnte, denn die vorhandene Kirche, die vor 50 Jahren errichtet wurde, war mittlerweile zu klein für die Zahl der Gläubigen. Das Projekt von Takeshi Hosaka hat zwei Grundlagen: die Beziehung mit dem Umfeld und die Erfindung des Dachs.

Im Unterschied zu den im Stadtbild hohen und nach oben ragenden religiösen Anlagen, die die Wege ausrichten und der Orientierung dienen sowie schnell zu erreichen sein sollen, bleibt die Shonan Christ Church von Fujisawa bewusst auf der gleichen Höhe wie die Gebäude des Stadtviertels. Es war der Wunsch Takeshi Hosakas, keine Landmarke zu schaffen, sondern die Formen und Proportionen weitestgehend mit dem Umfeld abzustimmen: ein Wohngebiet mit maximal 1 bis 2 Stockwerk hohen Wohnbauten. Die neue Kapelle hat nur ein Stockwerk und erreicht an der höchsten Stelle der besonderen Überdachung 6,876 Meter. Die Shonan Christ Church ist also eine Kirche, die zum Dienst an der Gemeinde des Stadtviertels konzipiert wurde und die von den Menschen, die vom Strand von Shonan sich in des Labyrinth der Einfamilienhäuser wagen, eher zufällig entdeckt wird. Trotzdem erwartet diese Kirche den Besucher mit einem Gefühl der Verwunderung – dank der Form des Daches, das aus 6 runden Betonplatten besteht, die sich mit dem konkaven Teil nach oben strecken und die über Glasverbindungen miteinander verbunden sind und ineinander greifen. Diese Variation des Shed-Dachs industrieller Herkunft ermöglicht die indirekte Tageslichtbeleuchtung der Innenräume und bildet einen visuellen Bezugspunkt für Innen, also für die Gläubigen und Außen, für den abgelenkten Besucher. Das Gebäude ist kompakt und monolithisch gestaltet, denn die stummen Seitenflächen aus Sichtbeton weisen keinerlei Verzierung auf. Die Hauptfassade unterscheidet sich von den anderen, weil hier das Holzkreuz vorhanden ist, das im Mittelpunkt thront und den Blick nach oben richtet, um die Welle aus Beton und Glas der Überdachung zu bewundern. Es gibt hier eine Erinnerung an den Giebel, stilisiert und dreidimensional dargestellt in der Folge der konkaven Platten hin bis zur Spitze.


Besonders interessant ist das Detail der Dachrinne – Gravuren im Beton an der niedrigsten Stelle der 6 konkaven Dächer, die sich auf den seitlichen Fassaden bis zum Boden fortsetzen. Die Zwischenräume, die sich zwischen den gebogenen Platten bilden, lassen das Licht in den Versammlungssaal eindringen – direkt und auch indirekt – was ein Ambiente mit sehr dynamischen Lichtverhältnissen schafft. Die Neigung und das Muster der Überdachung wurden so konzipiert, dass das direkte Licht zur Messe vermeiden wird, die hier von 10.30 bis 12 Uhr gefeiert wird. Mit einer Simulationssoftware wurde untersucht, dass die Sonne erst gegen Ende der Messe den ersten Lichtstrahl zeichnet und dass es am Nachmittag zu einer Veränderung der internen Helligkeit kommt, damit die Gläubigen den Lauf der Zeit wahrnehmen können.
Besondere Aufmerksamkeit wurde auf die Akustik gerichtet, wobei Schnitte in den vertikalen Umfang der Wände realisiert wurden, die dann mit schalldämmenden Material gefüllt wurden.

Mara Corradi

Architect: Takeshi Hosaka
Client: SHONAN CHRIST CHURCH
Location: Fujisawa, Kanagawa Prefecture (Japan)
Structural engineers: HITOSHI YONAMINE / OVE ARUP & PARTNERS JAPAN Ltd
Acoustics: AYAKO HAKOZAKI / NAGATA ACOUCTICS
Gross floor area: 175,96 m2
Plot size: 416,50 m2
Beginning of work: 2013
Completion of work: 2014
Façade and roof in concrete
Structure in reinforced concrete
Timber floor
Wooden furniture
Fotografie: © KOJI FUJII / Nacasa&Partners Inc.

www.hosakatakeshi.com


Il nostro sito web utilizza i cookie per assicurarti la migliore esperienza di navigazione.
Se desideri maggiori informazioni sui cookie e su come controllarne l’abilitazione con le impostazioni del browser accedi alla nostra
Cookie Policy

×
×

Bleiben Sie in Kontakt mit den Protagonisten der Architektur, abonnieren Sie den Floornature-Newsletter