30-09-2002

Tadao Ando, Water Temple, Hompuki, Japan, 1989-1991

Tadao Ando,

Sport & Wellness,

Zement,

Messen,

Nur wenige Projekte Tadao Andos liefern ein besseres Zeugnis als der Water Temple für den Beitrag des Architekten zur Kultur seines Landes: Mehr noch als ein Gebäude ist das Bauwerk eine Sinneserfahrung, die eine radikale Änderung der Jahrtausende alten Tradition der Tempelkonstruktion in Japan darstellt.



Tadao Ando, Water Temple, Hompuki, Japan, 1989-1991 Ando kehrt hier nicht nur den traditionellen Aufstiegsweg zum Tempel um, sondern verwendet eine Reihe unterschiedlicher architektonischer Räume, konzipiert als Abfolge von Initiationsstätten. Auf dem Weg zwischen den Lotusblüten hat man das Gefühl, sich an einem Ort zu befinden, der das tägliche Leben transzendiert und durch die Verknüpfung von Architektur und Natur, sowie den Widerschein des ruhigen Wasserspiegels zu Meditation und Askese auffordert.
Nach dem Abstieg auf der schmalen Treppe, flankiert von den für die Werke Andos typischen Betonwänden, erreicht man endlich den heiligen Bereich, der den Besucher in einem warmen hochroten Ambiente einhüllt, das einen ungewöhnlichen Einsatz der Farbe von Seiten des Architekten zeigt.
Aber noch betritt man das Heiligtum nicht: Erneut entwickelt ein Spiel aus Geometrien elementarer Formen einen Weg, der schließlich mit kontinuierlichen Überraschungseffekten zur Kultstätte führt.

Ando übertrug die ovale Form des Wasserbeckens in den Untergrund und gab sie im heiligen Bereich wider. Er gliederte diesen Bereich in unterschiedliche Räume und teilte ihn mit einer langen Treppe in zwei Hälften: Eine bildet das Heiligtum, die andere die Nebenräume.
Das Heiligtum wird von zwei halbkreisförmigen Wänden begrenzt, innerhalb derer sich ein hölzerner Bau befindet, der das traditionelle Modell der Tempel der Shingon-Sekte mit der Statue von Amida Buddha im der Mitte nachahmt.
Die Heiligkeit dieses Ambiente wird durch die Gestaltung von Farbe und Licht zur Geltung gebracht: Eine einzige natürliche Lichtquelle fällt durch ein Gitter hinter der Buddha-Statue ein und wird auf das Schiff in abgestuften Hochrottönen, mit denen der Raum gestrichen ist, geworfen.

Dank des plastischen und räumlichen Resultats bildet der Tempel Hompuki einen der Höhepunkte von Andos schöpferischem Weg. Ihm gelang es, ein ihm bislang unbekanntes, aus Symbolen und Farben bestehendes Universum darzustellen, das seine Art, den Charakter des japanischen Raums zum Ausdruck zu bringen, bereicherte.

Flores Zanchi

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