28-08-2002

Tadao Ando
Tempel Komyo-ji-Saijo, Ehime, Japan

Tadao Ando,

Sport & Wellness, Pavillons, Tempel,

Glas, Stein, Holz,

Bekannt als Zugang zum Berg Ishizuchi und für ihre natürlichen Quellen, bildet die kleine Stadt Saijo, in der Präfektur von Ehime, den Hintergrund für die Rekonstruktion eines antiken, auf die Edo-Epoche zurückgehenden Tempels, der in seiner originalen Version vor etwa 250 Jahren erbaut wurde, nunmehr aber völlig verwittert und den in ihm abgehaltenen religiösen Aktivitäten nicht mehr angepasst war.



Tadao Ando<br>
Tempel Komyo-ji-Saijo, Ehime, Japan Nach den von den Gläubigen gemachten Angaben war die Schaffung eines genügenden Raumes für die offenen Versammlungen der Gemeinschaft sowie die Wiederherstellung des Gästesaales und der Wohnungen der Mönche notwendig.

Auch wenn keine speziellen Bedingungen für die Planung gestellt worden waren, war es, in Bezugnahme zur Originalversion des Tempels, die Absicht der Planer, die japanische Bautradition, verstanden als Montage vieler Holzelemente, hervorzuheben, indem das Thema einer einzigen, aus verschiedenen spannungsreichen Teilen bestehenden Struktur wieder aufgenommen wurde.

Nachdem verschiedene Alternativen geprüft worden waren, wählte man für das Gebäude eine Struktur aus furniertem Holz, einem sehr effizienten Material, das mit seiner schichtförmigen Beschaffenheit einheitliche Effekte erzielen und ohne Verschwendung verwendet werden kann.
So wurde ein großer, von drei Schichten gekreuzter Balken gedeckter Raum konzipiert, getragen von einem System von sechzehn in vier Gruppen unterteilten Säulen.
Der wichtigste Raum ist hell, offen und feierlich und wird von einer Wand aus mattiertem Glas begrenzt; der Boden ist mit hundert Matten bedeckt. Die Außenwand besteht aus Pfosten von 15x21 cm, die in regelmäßigen Abständen von 15 cm geordnet und durch Glaseinsätze getrennt sind, was einen Effekt einer undefinierten Trennung zwischen innen und außen ergibt.

Durch die Glaswand dringen Licht und Umgebung ins Innere, während man auch von außen wahrnehmen kann, was im Gebäudeinnern vorgeht. Der durch die Verwendung von Holz gegebene Eindruck von Leichtigkeit erscheint durch die Präsenz des Wassers ringsum betont, was zur Vergrößerung des mystischen Effektes des Tempels beiträgt, besonders nachts, wenn sich das aus dem Innern kommende Licht auf dem See spiegelt.
Man hat versucht, stets unter Respektierung der architektonischen Tradition Japans, den Kontext der Umgebung unverändert zu lassen, indem die sich am Ort befindlichen Steinmauern und Bäume unberührt blieben.
Obschon die Entfernung des Eingangs- sowie des Glockenpavillons erlaubt worden war, beschloss man, diese an ihrem ursprünglichen Ort zu lassen, um die ursprüngliche geometrische Anlage nicht zu verändern, und zog es vor, die reinen Geometrien aufzugeben und einen sich ganz um den Pavillon entfaltenden Weg zu schaffen.

Tadao Ando selbst konnte bei Beendigung des Projektes beobachten, dass auch die nicht vorgesehenen Elemente sich perfekt in den Kontext einfügten, ihn so aufwerteten und den architektonischen Räumen Effekte von Tiefe verliehen, und dass sich die Projektentwicklung von Mal zu Mal entfaltete, ohne einer vorbestimmten, hypothetischen Richtung zu folgen, und so, in einem fortgesetzten Dialog mit dem Kontext, der schrittweise im Prozess der architektonischen Definition Form annahm, langsam der Wert der traditionellen Bedeutung und der mystischen Wichtigkeit des Ortes wieder entdeckt wurde.

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