28-08-2002

Tadao Ando
Teatro Armani in Mailand

Tadao Ando,

Mailand,

Sport & Wellness, Fabriken, Theatres, Biennale di Venezia,

Zement, Stein,

Venice Biennale,

Die Liaison zwischen Mode und Architektur erscheint mittlerweile als eines der fruchtbarsten Themen der internationalen kritischen Debatte, der Verwunderung vieler Kritiker, wie zum Beispiel des zukünftigen Direktors der Biennale von Venedig, Deyan Sudjic, zum Trotz, nach dem die "Mode nicht Kunst ist (...), sondern eine perfekte kulturelle Form für die begrenzte Fähigkeit zur Aufmerksamkeit unserer Zeit".



Tadao Ando<br>Teatro Armani in Mailand Eine feierliche, in der Mitte von schlanken quadratischen Pilastern unterbrochen und durch eine leichte Neigung hervorgehobene Promenade - ganze 100 m lang und von Sudjic ironisch als "Triumphstraße" bezeichnet - führt den Besucher respektive Zuschauer in das sogenannte Foyer (460 qm.), das von einer eleganten gebogenen, schrägen Wand gekennzeichnet ist: da jedoch kein Strukturelement ganz die Decke berührt, wird der Raum durch gesonderte Ebenen bestimmt, die untereinander von einem Lichtband getrennt erscheinen. Dieser Effekt erteilt der großen Strenge des Ganzen eine vermehrte Leichtigkeit, indem auch die Einfarbigkeit des Betons aufgelockert wird: die Ausführung scheint nämlich, auch in der Verwendung von hellem Stein für die Böden, die zusammen mit Beige von Armani selbst unter den neutralen Farben bevorzugten nüchternen, schlichten Grautöne wieder aufzunehmen.
Versteckt hinter der gebogenen Wand - dem sogenannten "Segel" - des Foyers befinden sich die Toiletten und die Garderobe.
Unterdessen psychologisch für das "Ereignis" der Modeschau vorbereitet, tritt der Gast vom Foyer ins eigentliche Theater ein. Es handelt sich dabei um einen flexiblen Raum, der dazu gedacht ist, sowohl den beleuchteten Laufsteg, als auch die 11 Sitzreihen (für insgesamt 682 Plätze), aber auch Konferenzen, Treffen und Kunstausstellungen zu beherbergen.
Der daneben liegende, 450 qm umfassende Dining room - er geht auf eines der von Ando so sehr geliebten Wasserbecken von ganzen 250 qm, das durch niedrige, als Rahmen dienende Fenster sichtbar ist - erlaubt die Einrichtung von langen Bänken und Tischen für 500 Gäste, oder bescheidenere Essen an viereckigen Tischen für 250 Personen.
Das Licht fließt durch ein zentrales Oberlicht - oder Skylight -, während die Voutendecke suggestive Effekte von chromatischer Lichtabstufung schafft.

Dieser faszinierende Eingriff - der insgesamt ganze 3.400 qm bedeckt und für seine mondäne und spektakuläre Facies von Sudjic mit einem Operntheater aus dem 19. Jahrhundert verglichen wurde - entsteht durch die gegenseitige Bewunderung zwischen Stylist und Architekt, die in ihrem jeweiligen Herangehen an die betreffenden Berufe eine bedeutende Verwandtschaft erkennen.
So kommentiert Ando die Aussage Armanis: "Ich wollte etwas schaffen von äußerster Einfachheit, aber mit einem zeitliche dauerhaften Wert, und ich habe den Geist der japanischen Gebäude stets hochgeschätzt und bewundert" folgendermaßen: "Ich hoffe, dass das neue Theater in den verschiedenen Kunstgebieten neue Gedanken und Ausdrücke darstellen und stimulieren wird, genauso, wie es die Kleider tun - bestimmt die einfachste Art der Selbstdarstellung - , die am Ursprung des Theaters stehen. Wie die neue Architektur - eingefügt in den Kontext des bereits bestehenden Gebäudes - der alten Fabrikstruktur neues Leben bringt, so hoffe ich, dass das neue Hauptquartier und das Theater der großen, schöpferischen Stadt Mailand neue Hoffnungen und Energien bringen werden".

Elena Franzoia

Links:

www.giorgioarmani.com

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