15-09-2008

Stadtmauer Nazarí, Antonio Jimenez Torrecillas, Spanien, 2006

Landschaft, Bar, Sport & Wellness,

Stein,

Preis,

Das Zusammenfügen der Stadtmauer Nazarí, die den mittelalterlichen Ort Albaicín nahe Granada umgibt, ist eine Arbeit von großem emotionalen Eindruck, die darauf zielt, einen verlassenen Bereich wieder zurückzugewinnen und ihn in einen öffentlichen Platz zu verwandeln.



Stadtmauer Nazarí, Antonio Jimenez Torrecillas, Spanien, 2006 Das Zusammenfugen der Stadtmauer Nazari, die den mittelalterlichen Ort Albaicin nahe Granada umgibt, ist das Werk von Antonio Jimenez Torrecillas.
Das Projekt von gro?em emotionalen Eindruck zielt darauf, einen verlassenen Bereich wieder zuruckzugewinnen und ihn in einen offentlichen Platz zu verwandeln.
Es interagiert mit einer Stadtmauer aus dem 14. Jahrhundert, die auf einer Lange von 40 Metern durch einen Erdbeben zerstort wurde. "Wir wollten diese Grenze unter Berucksichtigung der Landschaft wieder herstellen!, erklart der Planer.
Das Ziel war also, ein Muster zu rekonstruieren, eine Linearitat einer Erinnerung, einer Geschichte, eines Weges zuruckzugewinnen, der mehr als 700 Jahre zuruck liegt. Eine heikle Arbeit, die Torrecillas sehr sensibel angegangen ist. Er hat sich dabei auf den symbolischen Wert des Steins konzentriert und auf dessen chromatische Komponenten, um die Vergangenheit mit der Gegenwart zu verbinden.
Der Wiederaufbau ist nicht durch Anastilosis erfolgt, es wurde vielmehr eine andere Technik benutzt, die es ermoglicht hat, das Gefuhl der historischen Falschung zu vermeiden.
Die Arbeit besteht in der Erstellung eines neuen Musters unter Verwendung von Platten aus Granit Rosa Porri?o, dessen ockerfarbenen und rotlichen Tone an die Streifen des Tapial erinnern, der fur die Errichtung des Walls benutzt wurde. Die 3 cm dicken Platten mit einer fixen Lange sind aufeinander gestapelt und mit einer sehr dunnen Schicht aus besonders resistentem Epoxidharz fixiert.
Diese Schicht befindet sich vor der ursprunglichen Struktur, beruhrt diese aber nicht, um deren Volumen zu bewahren, aber auch, um auf die zeitliche Distanz zwischen den beiden Werken aus Stein hinzuweisen.
Das Projekt sieht ein doppeltes Muster vor, in dessen Inneren ein Zwischenraum entsteht, der zu einer Promenade im Herzen des Steins, der Zeit und der Geschichte wird. Von hier aus, in einer schwebenden, fast metaphysischen Atmosphare, kann der Besucher das Szenario des Ortes Albaicin erkunden.
Zwischen den Platten, zwischen Licht und Schatten bilden sich Schlitze, die anscheinend zufallig sind, Risse, die sich auf die Landschaft offnen und die das Umfeld in immer anderen Perspektiven und Ausschnitten betrachten lassen.
Die Stadtmauer verwandelt sich auf diese Weise in einen offentlichen Raum, in einen Ort der Meditation, wo man verweilen, nachdenken, aber auch andere Menschen treffen kann. Die Mauer ist, von der unterbrochenen Erinnerung die sie war, nunmehr bereit, ihre Reise in die Gegenwart fortzusetzen - auf der Suche nach neuen urbanen Horizonten, neuen Interaktionen mit der Bevolkerung und den Besuchern.
Das Werk von Torrecillas ist keines, das sich durch formale Ausgefallenheit auszeichnet, sondern eher ein Projekt der physischen und metaphorischen, konkreten und gefuhlvollen Zeichen: Ein Anlass, um einem unterbrochenen, stummen Gebiet, dem die Natur das Wort uber Jahre entzogen hatte, wieder neues Leben zu geben.
Die 2006 abgeschlossene Arbeit ist bereits mit mehreren Preise ausgezeichnet worden. Darunter - beide im Jahr 2007 - die Ehrennennung beim Preis Barbara Cappochin fur die “originelle Neuinterpretation einer Schutzmauer, die zu einem Gebaude und nicht mehr zu einer Barriere wird, ein raumliches und nutzbares Element, das das Umfeld neu organisiert", so der Kommentar des Preisgerichts, und den Internationalen Preis fur Architektur in Stein.

Francesca Oddo

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