05-12-2002

Shuhei Endo
Springtecture H, Singu-cho, Hyogo, Japan, 1998

Shuhei Endo,

Fabriken, Sport & Wellness, Bar, Landschaft,

Messen,

Öffentliche Toiletten … ein wenig anziehendes und gewöhnlich etwas peinliches Thema.
Trotzdem gab dieses Thema dem Architekten Shuhei Endo den Anstoß für die Erprobung seiner "Rooftecture".



Shuhei Endo<br>
Springtecture H, Singu-cho, Hyogo, Japan, 1998 Dieses im Singu-cho-Park gelegene, kleine Gebäude von nur 119 m2 hat bewiesen, dass es auch möglich ist, mit wenigen Mitteln, mit dem Anspruch der Wirtschaftlichkeit und einem wenig attraktiven Auftrag Gebäude von erheblichem Wert zu schaffen. Auch öffentliche Toiletten können ein architektonisches Zeichen setzen, zu einem Anhaltspunkt werden, der seine Umgebung prägt und von Bedeutung für die Gegenwarts-Architektur ist.

Die Räume dieses kleinen Gebäudes tragen entschiedene Züge, für die ein einziges Grundelement eingesetzt wurde: Stahlstreifen. Es handelt sich um eine Industrie-Produkt, erzeugt durch das Wellen von Stahlblech. Die Bleche besitzen Tragkraft, sie sind haltbar und recyclingfähig dank ihrer galvanisierten Oberfläche. Es wurden Bleche in Standardgröße verwendet und die Struktur wurde direkt vor Ort montiert, mit Hilfe von Schrauben und Muttern.

Die Grundform der Struktur ist eine große Spirale, eine dramatische Form, die jedoch der Natur des Materials entspringt und an diesem Ort angebracht und natürlich wirkt. Teilweise wurden auch sekundäre Materialien eingesetzt, um zur Definition der Funktionen beizutragen. Die Absicht war, durch die Kontinuität der Stahlbleche eine Verbindung zwischen offenen und geschlossenen Räumen herzustellen.

Die Innenmauern dienen außen als Decke oder Fußboden und schaffen eine Sequenz fließender Variationen, ohne eine Einteilung in einzelne Elemente spürbar zu machen.

Diese neue, heterogene Form stellt eine Herausforderung für die Art moderner Bauten dar, die man gewöhnt ist, im Freien anzutreffen.

Die Funktion des Gebäudes erfordert, um den praktischen Anforderungen zu genügen, einerseits einen offenen Plan, andererseits eine formale Geschlossenheit, die dem Besucher das Gefühl von Sicherheit vermittelt. Die Merkmale des "Offenen" bestehen hauptsächlich in den freien Zugängen, die der Architekt von drei Richtungen aus gewährt, ohne einen besonderen Eingang zu bezeichnen. Der Schutz (das Gefühl der Abgeschlossenheit) entsteht durch die Stahlbleche, die den Besucher umgeben und ihn von außen nach innen begleiten.

Diese Dualität ist ein Stilmerkmal, das der Architekt Shuhei Endo als "halftecture" bezeichnet, und das Außenräume in die architektonische Konstruktion einbezieht.

Das Projekt fand große Anerkennung: es erhielt den Preis ar+d "World's Leading Emerging Architecture" 2000 der Zeitschrift "The Architectural Review" und kam in die Endausscheidung der zehn besten Projekte für den Premio Borromini für junge Architekten 2001.

Shira Brand

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