10-02-2011

Seniorenzentrum mit Bibliothek in Saragossa

Santiago Carroquino Larraz,

© Jesus Granada,

Zaragoza, Spanien,

Bibliotheken, Institutionen,

gleichzeitig,

Holz, Glas, Zement,

In Saragossa haben ein Seniorenzentrum und eine Bibliothek ihren Sitz in der gleichen Architektur mit zeitgenössischer Stilsprache gefunden. Mit der flexiblen Geometrie verleiht das Werk den Fassaden Strenge und dem Grundriss Ordnung und versinnbildlicht dabei die Verbindung zwischen erzählter Geschichte – in den Büchern – und der bewahrten Geschichte, in den Erinnerungen der Senioren.



Seniorenzentrum mit Bibliothek in Saragossa Gesellschaftliche und kulturelle Werte miteinander vereinen. Die Freizeiträume der Senioren mit den allen zugänglichen Lesesälen verbinden. Das Projekt steht für einen fortschrittlichen Ansatz durch eine öffentliche Verwaltung und hat einen Eigenwert, den die gebaute Architektur verstanden hat zu vermitteln und zu steigern.
Anlässlich des Umzugs der Bibliothek Benjamin Jarnés, die aufgrund der Erweiterung und der Unangemessenheit der Räumlichkeiten des alten Sitzes notwendig geworden war, wurde das Projekt geboren, die Bibliothek mit dem neuen Seniorenzentrum der Stadt zu vereinen und dabei ein Bauwerk zu errichten, das beide Aktivitäten beherbergen konnte, als Zeugnis der kompletten und gegenseitigen Integration. Errichtet an der Kreuzung zwischen der Straße Pedro Laín Entralgo und der Straße Gertrudis Gómez de Avellaneda, steht die neue und von Architekt Santiago Carroquino Larraz entworfene Anlage in einem ungewöhnlich ordentlichen Stadtrandgebiet, mit viel Grün, in die sie sich einfügt und das Umfeld aufwertet. Der quadratische Grundriss, der von der Unterteilung der Räumlichkeiten getaktet wird und sich um einen verglasten Patio gliedert, gibt die gleiche Regelmäßigkeit in den Überbauten wieder, die auf vier Frontseiten auf das Viertel blicken. Das materische Raster, mit dem diese Fronten gezeichnet sind, entspricht der Anordnung des Lageplans der Innenräume und signalisiert die Raumorganisation und die entsprechenden Aktivitäten nach Außen. Die Frontseiten werden horizontal auf drei Geschossen über der Erde gestaltet, zu denen ein Kellergeschoss kommt. Die vertikale Taktung erfolgt anhand des Rhythmus der unterschiedlichen Verkleidungen: Die Verwendung der hinterlüfteten Fassaden aus Holzzementpaneelen (Typ Viroc) und der Brises-Soleil, sind nicht nur besondere Kompositionslösungen, sondern auch technische Lösungen, um den Wärmetausch zu begrenzen, wozu – im Hinblick auf die Baubiologie – die Verwendung einer Solaranlage für das Heizen und die Klimatisierung im Sommer kommen. Diese Wahl wird bei dem auf vier Stufen komplett verglasten Patio bestätigt. Der Patio fungiert zwar als Lichtschacht, garantiert aber dank des Einsatzes von Fenstern mit niedriger Emission auch den angemessenen Wärmetausch.
Die wichtigste Herausforderung des Projekts von Santiago Carroquino war es, die richtige Beziehung zwischen den Räumen und den Aktivitäten der Bibliothek und denen des Seniorenzentrums festzulegen. Dies lassen die Frontseiten mit ihrer übergeordneten Ordnung erahnen und findet sich in den Innenräumen wieder, die nach einem flexiblen Raster organisiert sind, das sich den Funktionen anpasst. Um den Zugang zu erleichtern, wurde dem Seniorenzentrum das Erdgeschoss vorbehalten, aufgeteilt zwischen Mehrzweckräumen und dem großen und doppelt raumhohen Auditorium in der nach Westen ausgerichteten Seite. Die beiden oberen Etagen beherbergen die Werkstätten, den Lesesaal und das Archiv der Bibliothek, ebenfalls doppelt hoch, das nach Norden ausgerichtet und dank der begrenzten Öffnungen nach Außen gut geschützt ist. Viele Räume wurden mit beweglichen Trennwänden geplant, um den beiden Einrichtungen die maximale Flexibilität für die Integration der Aktivitäten zu garantieren.
Der Haupteingang des Gebäudes liegt im Erdgeschoss in der Nordostecke und ist mit einem Laubengang konzipiert, der die Kontinuität zwischen dem externen Umfeld und den Innenräumen ausdrücken möchte, die gleichermaßen öffentlich sind.

von Mara Corradi

Entwurf: Santiago Carroquino Larraz
Entwurfsleitung; Santiago Carroquino, Hans Finner
Bauherr: Ayuntamiento de Zaragoza, Suelo y Vivienda de Aragón
Ort: Saragossa (Spanien)
Technische Überwachung:; Juan José Vera Villamayor, Lara Gimenez Albero, Jeronimo Moya, José Iturralde Navarro (Municipal Supervisor)
Projektbeginn: 2005
Ende der Bauarbeiten: 2009 (Elderly centre), 2010 (Library)
Bauunternehmen: UTE EASA-Ebrosa
Hinterlüftete Fassaden mit Paneelen aus Holzzement (Typ Viroc) und System aus Brises-Soleil
Durchgehende Fassade im Patio
Fotos: © Jesus Granada

www.carroquinoarquitectos.com