20-04-2010

Restaurierung der Salinen von Salins-les-Bains

SCP Malcotti-Roussey, Thierry Gheza Architecte,

© Nicolas Waltefaugle,

Salins-les-Bains,

Architektur und Kultur, Museen, Exhibition Center,

Holz, Zement, Stein,

Erholung/Restaurierung,

Restaurierung der Salinen von Salins-les-Bains

Die “handwerkliche” Liebe zum architektonischen Detail wurde zur Seele der Arbeit selbst gemacht, nämlich der Restaurierung der alten Salinen von Salins-les-Bains durch Malcotti-Roussey und Gheza, bei dem eine ehemalige Produktionsstätte in ein Denkmal der lokalen Industriegeschichte umgestaltet wurde.



Restaurierung der Salinen von Salins-les-Bains

1962 geschlossen, war die Anlage der Salinen von Salins-les-Bains eine beachtenswerte Produktionsstatte, die seit dem Mittelalter in Betrieb war, im Zentrum der franzosischen Kleinstadt der Franche Comte. Als 2006 der Wettbewerb fur die Sanierung ausgelobt wurde, hatte die Stadtverwaltung bereits das Ziel vor Augen, diese in ein Denkmal der lokalen Industriegeschichte umzugestalten, mit dem Zweck, die ehemalige zentrale Lage wieder herzustellen, und zwar nicht nur symbolisch sondern auch im Hinblick auf die Stadtplanung: Vor Kurzem von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklart, wollte der Ort – mehr als ein Salzmuseum – ein Freiluftmuseum der ortlichen Geschichte sein. Deshalb hat sich beim Projekt von Malcotti-Roussey und Gheza das Ziel des Schutzes der Salzlager unaufloslich mit dem verbunden, ihren symbolischen Wert fur die Stadt zu unterstreichen, was sich in eine konservative Restaurierung der ursprunglichen Architektur mit deutlich modernen Elementen umgesetzt hat. Nach dem intelligenten Vorgehen der Experten des Laboratoire des Monuments Historiques bezogen auf den Bewahrungszustand der Wande, bei dem empfohlen wurde, jede Art der Verkleidung zu vermeiden, um den historischen, salzgetrankten Mauern die Moglichkeit zum “Atmen” und zur Regenerierung zu lassen, ist das Ausstellungsprojekt unabhangig bezogen auf den Rest des Umfeldes entstanden und hat ein weiteres Inneres im Inneren des Gebaudes geschaffen, das den museografischen Weg und die die Filterraume beherbergt, wo die Verbindungen zwischen den Stockwerken untergebracht sind.

Im Unterschied zu den konservativen Einstellungen im Zeichen der “unsichtbaren Funktionalitat”, die das Original aufwertet, fugt sich die Gestaltung von Malcotti-Roussey und Gheza mit den Wanden aus 31 cm dicken Zementplatten, Holzfu?boden und Einrichtungsdetails aus Stahl, die sorgfaltig von den lokalen Handwerkern und Kleinbetrieben angefertigt wurden, mit gleichem optischen Eindruck und gestalterischer Wurde ein. Diese Restaurierungsphilosophie ufert Drau?en in ein Element voller respektloser Attraktion: In der Nordfront ist namlich ein neuer und stark vorgebauter Parallelepiped eingesetzt, der aus Baustahlplatten Indaten? besteht, die aufgrund der schutzenden Oberflachenpatina geeignet sind, dank derer diese besonders korrosionsfest gegen Witterungsbedingungen sind.

Die Verwendung von Stahl verweist dann auf ein anderes Gebaude, das auf den Fluss schaut und fur die Unterbringung des Casino, des Restaurants und des Auditoriums errichtet wurde, wo einst die alte Saline stand, die wahrend des zweiten Weltkriegs zerstort wurde. Auch mit dieser zweiten Arbeit beauftragt, haben Malcotti und Roussey in der Wahl der Materialien das Verbindungselement mit dem Museum gesehen und eine hohere Einheit zwischen den zwei Gebauden mit unterschiedlichen Verwendungszwecken hergestellt: Drei der vier Fronten des Casino bestehen aus einer doppelten Fassade, wo die interne verglaste Struktur von einer dekorativen Oberflache aus handwerklich angefertigten Stahlblechen geschutzt wird. Diese Stahlbleche sind alle anders und gefaltet, als seien sie leichte Vorhange und sind in Wirklichkeit steif, was einen starken Kontrast mit dem anderen Gebaude schafft, das kompakt und in sich selbst geschlossen ist. Ein Element, das die Aufmerksamkeit derjenigen anzieht, die die Anlage besichtigen wollen, fur die Verteilung des Besucherweges und der temporaren Ausstellungsstatten: Der in das Salzmuseum eingesetzte Museumsblock kontrastiert mit den alten und zerstuckelten Mauersteinen der Salinen und ist dabei das Zeugnis dieser gestalterischen Arbeit und einer Restaurierungspoetik, die darauf zielt, die Architektur von der Dimension des historischen Erbes in die des stadtischen Denkmals zu rucken.

von Mara Corradi

architectes@scpmalcottiroussey.com

thierryghezaarchitecte.blogspot.com

www.salinesdesalins.com

Entwurf: SCP Malcotti-Roussey (Michel Malcotti und Catherine Roussey), Thierry Gheza Architecte

Bauherr des Salzmuseums: Stadt Salins-les-Bains

Bauherr von Casino, Restaurant und Auditorium:  Societe d’exploitation du Casino de Salins

Ort: Salins-les-Bains, Jura (Frankreich)

Konservierung und wissenschaftliche Leitung: MTCC, Musees des techniques et cultures comtoises, Salins les Bains

Fur das Museum bebaute Flache: 668 m2

Flache des vorhandenen Museumsbaus: 1927 m2

Flache des Casino, Restaurants und Auditoriums:  1490 mq

Wettbewerb fur das Salzmuseum: 2006

Ende der Bauarbeiten: 2009

Salzmuseum

Pfeiler und Platten aus Beton und vorhandene restaurierte Steine

Externe Verkleidung aus Indaten?-Stahl mit korrosionfester Patina

Metallgeruste, Schilder und Innentreppen aus Indaten?-Stahl mit eigener Patina

Schreinerarbeiten: Eiche (geolt und lackiert)

Casino, Restaurant und Vorfuhrungssaal

Filterfassaden aus korrosionsfesten Stahl mit eigener Patina Indaten?

Hintere Fassade aus Kiefernholz

Fotos: © Nicolas Waltefaugle


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