21-07-2004

Renzo Piano: Maison Hermés

Renzo Piano,

Tokio, Japan,

Wolkenkratzer, Einkaufszentren, Geschaft,

Glas, Stahl,

Tokio, Japan 2001



Renzo Piano: Maison Hermés Auf einer engen Grundstücksparzelle im chaotischen Zentrum der japanischen Hauptstadt errichtet Renzo Piano im eigens von der französischen Gruppe Hermés für ihr Geschäftshaus auserkorenen Viertel Ginza einen monumentalen beleuchteten Turm mit statischer strenger Form. Seine Glasumhüllung gewinnt durch die durchscheinenden Platten in dichtem Rastereffekt das emblematische Aussehen einer riesigen Fackel, die das funkelnde Wirrwarr der Innenstadt Tokyos überstrahlt.

Mit seinem zweiten japanischen Werk wollte der italienische Architekt ein Gebäude realisieren, das Ruhe ausstrahlt, eine heitere Oase in der Hektik der Hauptstadt in Anlehnung an eine schwerelose Architektur im Einklang mit dem im Pazifik vorherrschenden Sinn für Vergänglichkeit, jener vorläufigen Leichtigkeit, die in der japanischen Kultur optimale Bedingungen für ihr sublimiertes Überleben findet. Gleichzeitig wollte er jedoch ein weiteres "großes technologisches Projekt" umsetzen.

Glaszement, ein von den Architekten des Spätrationalismus bevorzugtes Material, beherrscht die Struktur und kommt hier mit Silberschattierungen zum Einsatz. Dadurch werden die äußerst kantigen Perspektiven des Gebäudes abstrahiert. Anhand einer spezifische Studie mit dem Zweck, das Konzept von Trennung zwischen Verkleidung und Trägergerüst zu extremisieren, wurden die Anwendungsmöglichkeiten dieses Materials ausgelotet. Piano konnte diese Problematik bereits in seinen Ausbildungsjahren vertiefen und bei dieser Gelegenheit aufgrund der in Japan herrschenden Vorschriften zur Erdbebensicherung wieder aufgreifen. Die mit der Maison Hermés in Tokyo durchgeführten Versuche beinhalten andererseits eine Wiedergabe der Konstruktionsversuche von Jean Prouvet, aber auch der "Maison de verre" von Chareau, eines der radikalsten Ausdrücke des europäischen Architekturschaffens. Der von Piano eingesetzte Glaszement ist vollständig von Hand gefertigt, nimmt tagsüber das Tageslicht auf, um es in der Nacht wieder abzugeben und ist so in der Lage, metamorphische Transformationen der Gebäudestruktur zu erzeugen. So entsteht ein Kaleidoskopeffekt, der sich auf die gesamte Umgebung auswirkt.

Die Glasbausteine haben eine Größe von 42,8 x 42,8 cm (scheinbar liegt diesem Maß ein Hermes-Schal zugrunde), sind auf der einen Seite glatt und auf der nach außen gerichteten Seite gewellt. Sie wurden eigens entworfen und realisiert, um eine Schleierwirkung auf dem Gebäude zu erzeugen, einen Leuchtvorhang, der die Innenräume vor dem Chaos der Stadt bewahrt und sie in einer nahezu irrealen Ruhe abschirmt, wodurch gleichzeitig ein ausdrucksstarkes Unterscheidungsmerkmal gegenüber dem vielfältigen Panorama der Bauwerke Tokyos entsteht. Der gesamte Turmkomplex beruht auf einem äußerst linearen Schema, durch zwei entsprechend ausgearbeitete Strukturen für einen hohen Schutz gegen Erdbeben, indem jeder Erschütterungsfaktor von einem spezifischen Element des Konstruktionssystems aufgefangen wird.

Der Hauptteil der Struktur, das Metallgerüst, ist dank der dämpfenden elastischen Verbindungselemente, von denen die aus der Struktur heraustretenden schwebenden Fußböden zur Abstützung der Fassade ausgehen, extrem flexibel und widerstandsfähig. Dieses System wurde geplant, um Erdbebenstößen zu widerstehen; das gesamte Bauwerk lässt während eines Erdbebens eine gleichmäßig verteilte, vorbestimmte Bewegung zu, wodurch eine gewisse Gesamtstabilität, sowie die Wasser- und Luftundurchlässigkeit gewährleistet werden.

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