27-02-2019

Pompejus von RO&AD Architecten

RO&AD Architecten,

Katja Effting,

Halsteren, Paesi Bassi,

Kulturzentrum,

Stahl, Holz,

In Holland, nahe der Grenze zu Flandern, steht eine Festung, die nach dem Verfall seit 2010 wieder aufgebaut wird. RO&AD Architekten entwarfen einen multifunktionalen Aussichtsturm namens Pompejus.



Pompejus von RO&AD Architecten

Im Süden Hollands, nahe der belgischen Grenze, liegt das 1672 erbaute Fort de Roovere, das die Schifffahrtswege vor den Franzosen und Spaniern schützen sollte und in den folgenden Jahrhunderten ein Schlachtfeld für die Hegemonie dieses strategischen Punktes war. Das Architekturbüro RO&AD, benannt nach seinen Gründern Ro Koster und Ad Kil, wurde beauftragt, Pompejus zu bauen, einen Komplex mit einem Aussichtsturm, einem Theater und einem Touristeninformationszentrum. Letzte Arbeiten in einer Reihe von Maßnahmen, die seit 2010 dazu dienen, das Gelände des Forts zu sanieren, das im zwanzigsten Jahrhundert aufgrund der Öffnung neuer und günstigerer Handelswege allmählich heruntergekommen war.

Warum sollte man einen Aussichtsturm in der Mitte des niederländischen Tieflandes bauen? Hier befindet sich die West Brabanter Verteidigungslinie, die erste Linie der Welt, die Überschwemmungen als Verteidigungsform einsetzte, um den Durchgang feindlicher Armeen zu verhindern. Die Linie besteht aus einer Reihe von Festungen, von denen das Fort de Roovere das mittlere ist, und die sowohl durch vorbeiführende Dämme als auch visuelle miteinander verbunden sind: Von jeder Festung aus konnte man die umliegenden sehen, zumindest bis ins 19. Jahrhundert. Im Laufe des zwanzigsten Jahrhunderts hat die Verdichtung der Wälder die Aussicht verdeckt und dieses weite Panorama blockiert. Aus diesem Grund wurde der Aussichtspunkt von RO&AD's so konzipiert, dass Touristen und Einwohner die Möglichkeit haben, die gesamte Region mit ihren Festungen und Kanälen zu sehen.

Pompejus hat seinen Namen von dem General, der zuerst die Festung befehligte, Pompejus de Roovere. Der Turm steht am Ende des Forts, das einst dem Feind gegenüberstand, spiegelt das Profil wider und erhöht es um 25 Meter. Diese 25 Meter, die zu den 9 Metern der Festung hinzugefügt werden, ermöglichen es, die Äste der Bäume zu übersehen und einen freien Blick über 20 Kilometer in jede Richtung zu genießen. Pompejus ist dann mit seiner dreieckigen Form nach außen geschlossen und in Richtung Festung offen. Die Anlage zeichnet sich durch eine große Treppe aus, die in ihren Räumen ein Informationszentrum und ein Freilichttheater mit 225 Plätzen beherbergt. Das Muster, das die Fassade schmückt, wurde nach der Voronoi-Tesselation entworfen. Es handelt sich um ein Diagramm, das auf einem mathematischen Prinzip basiert, mit dem RO&AD Öffnungen und abgedeckte Bereiche in der Außenhülle schafft. Durch die Verwendung dieses Modells konnten Elemente vorgefertigt werden, die dann vor Ort einfach montiert werden konnten. Diese Außenhülle aus Accoya-Holz ruht auf einer verzinkten Stahlkonstruktion aus Dreiecken, die notwendig ist, um das Voronoi-Diagramm über die Begrenzung ihres Umfangs hinweg anzuwenden.

Um die Konstruktion von der Gestaltung bis zur Umsetzung und Montage der Teile für alle einfach zu gestalten, wurde die Methode "File to Factory" angewendet, d.h. es wurden keine vorbereitenden Zeichnungen, sondern nur ein 3D-Modell erstellt. Dieses wurde dann in eine Reihe von Scripts für Tekla (BIM-Arbeits-und Zusammenarbeitsmodell) für diejenigen, die die Stahlkonstruktion hergestellt haben, und in CNC-Maschinensprache für die Tischlerei umgewandelt. Am Ende, so sagen uns die Architekten, entstand eine Reihe von "Paketen" - “ wie für die Billy-Regale von Ikea”. Die produzierten Elemente waren kodiert und somit einfach zu montieren, dank des 3D-Modells, das den automatischen Export der Ausführungszeichnungen für die Bauphase selbst ermöglichte.

Schließlich ist das Sozialsystem, das den Bau von Pompejus ermöglicht hat, von absoluter Bedeutung: Sehr viele Bewohner und Unternehmen haben sich direkt oder indirekt an der Produktion beteiligt. Durch das Crowdfunding konnten die Bürger die Arbeit finanzieren, während lokale Unternehmen bestimmte Teile des Projekts, wie Transport oder Holz, unterstützten. Schulen und Stadtorganisationen stellten auch Praktikanten und Freiwillige zur Verfügung. Alle Menschen, die Pompejus in Zukunft gerne benutzt hätten, sind bei der Umsetzung aktiv geworden. Pompejus, so sagen uns RO&AD “ist unser Turm geworden”, der die Bewohner der Gegend verbindet, die spontan eine Organisation gebildet haben, die sich um das Programm und die Wartung des Turms kümmert.

Francesco Cibati

Location: Halsteren, the Netherlands
Year of construction: 2017
Design: RO&AD Architecten
Project team: Ad Kil, Ro Koster, Martin van Overveld
Client: Municipality of Bergen op Zoom
Structural engineering: Adviesbureau Luning, Velp
Contractors: Berghbouw. De Kok Bouwgroep, Nijs Soffers, VKP
Photos: Katja Effting

https://www.ro-ad.org
https://www.pompejus.nl


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