13-03-2018

Pezo von Ellrichshausen: Haus Rode in Chonchi, Chile

Pezo von Ellrichshausen,

Pezo von Ellrichshausen,

Chonchi, Chiloe Archipel, X Region, Chile,

Housing, Ville,

Symmetrisch und anhand der Schnittstellen geometrischer Figuren organisiert – im Grundriss wie auf der Front. Das Haus Rode fügt sich in die Spur der künstlerischen Untersuchungen des chilenischen Architekturbüros Pezo von Ellrichshausen ein.



Pezo von Ellrichshausen: Haus Rode in Chonchi, Chile
Wenn man die Fronten von Casa Rode betrachtet, dann könnte man denken, dass Mauricio Pezo und Sofia von Ellrichshausen sich an den Formen der chilenischen Landschaft inspiriert haben – eine rund 4.300 km lange Landzunge, die auf der einen Seite auf den Pazifik blickt und auf der anderen Seite an die Kordilleren der Anden reicht. So zeigt sich Casa Rode auch in den Bilder des Studios von Concepción, geschlossen und hermetisch die Westfassade und offen und neugierig zum Horizont hin im Osten. Diese Überlegung entstammt dem Bewusstsein der Bedeutung des Ortes bei den architektonischen Experimenten, die das kleine chilenische Büro von Mal zu Mal macht, insbesondere bei den Wohnhäusern.
Casa Rode steht auf einer der Inseln des Archipels von Chiloé, in der chilenischen Region von Los Lagos. Das Werk schaut auf das innere Meer und erhebt sich auf einer ungezähmten und wilden Wiese mit dem Stolz der Bauten, die den Naturgewalten trotzen, um den Menschen Schutz zu bieten.
Auf den ersten Blick erzeugen nicht nur das Haus Rode, sondern alle Wohnbauten des chilenischen Duos Erstaunen, wahrscheinlich weil sie einen Konflikt mit dem Bestand auslösen. Sie wirken wie imaginäre Konstruktionen und sehen nicht aus als seien sie gemacht worden, um dort wirklich zu leben, mit Zimmern, die um einen funktionalen Kern organisiert und von Räumen für die Verteilung und Wegführung unterstützt werden. Diese Bauten sind von einem tiefen Gefühl der Spiritualität umgeben, so als wollten die Planer ein Denkmal des Wohnens anstelle eines echten Hauses bauen. Bei diesen Abstraktionen des Hauskonzepts gibt es keine Probleme wie die Frage nach einem Gästezimmer mehr oder einer Garage für das Auto. Der gesamte Raum, innen wie außen, wird auf die gleiche Weise behandelt, es gibt hier keine Repräsentanzzimmer oder Technikräume. Von daher können wir sagen, dass alle Funktionen einen absoluten und wesentlichen Wert annehmen, der sich nicht auf die jeweiligen Bedürfnisse bezieht.
Auch die Formen des Entwurfs von Haus Rode sind geometrische Abstraktionen. Mauricio Pezo und Sofia von Ellrichshausen definieren diese Architektur als “ein unterbrochenes Aufeinandertreffen zwischen einem Kegel und einem Zylinder” (the interrupted encounter between a cone and a cylinder). Im Grundriss führt dies zu einem einzigen halbrunden Abdruck, in dessen Breite das Innere des Hauses errichtet wird. Die Schönheit und auch das Rätsel, das sich hier wie bei allen anderen ihren Konstruktionen versteckt, liegt vielleicht in der eisernen Unterordnung der Funktionen und der Raumprogramme unter die Gesetze der Geometrie. So als wollten diese eine neue Welt und somit eine andere Art des Wohnens erschaffen.
Diese andere Weise sieht keine bequeme Erfassung oder Verteilung der Räume durch funktionale Bindung oder Trennung vor. Wie bei Haus Loba, das auf einer Treppe errichtet ist, wie bei Haus Solo als Ring um einen Pool so ist das Haus Rode ein Halbkreis um einen Hof und die Wegführung stimmt mit dem eigentlichen Wohnraum überein. In diesem halbrunden Innenraum mit geringer Tiefe fügt sich ein Holzrahmen aus Wänden und Türen in U-Form ein, in dessen Inneren die Architekten mit extremer Sorgfalt die Bäder und die Anlagen verstecken während dieser dann den Raum in Vier teilt: zwei kleinere Zimmer werden zu Schlafzimmern, der größere Raum ist das Wohnzimmer und das externe Ambiente in der Mitte ist der Hof.
Das Haus wurde komplett aus lokalem Holz gebaut. Das Holz verkleidet als dominierendes Material alle Wände und Decken und erstreckt sich sogar auf die Einrichtungsgegenstände, die auch aus Holz und sehr essentiell gehalten sind. Außen hingegen werden Schindeln zur Abdeckung des halbkreisförmigen und sehr steilen Dachs benutzt. Holz und Beton sind die bevorzugten Materialien des Büros, die entweder im Gegensatz zueinander oder auch einzeln verwendet werden, wie es bei Casa Rode der Fall ist.
Zwei Pfeiler tragen symbolisch das Gewicht des gesamten Dachs, das sich aber eigentlich auf dem Rahmen mit rechteckigem Grundriss abstützt, der auf den Halbkreis des Grundrisses aufgepfropft ist.  
Wie bei vielen vorhergehenden Arbeiten wird hier eine fast besessene Sorgfalt auf die Symmetrie gelegt, so dass in den von den Architekten selbst gemachten Bildern (mit ihnen wie üblich als menschlichen Hauptdarstellern) die Innenräume fast wie ein Labyrinth aussehen, was der Gleichförmigkeit der Oberflächen und dem Rhythmus der Fenster zu verdanken ist.

Mara Corradi

Architects: Mauricio Pezo, Sofia von Ellrichshausen
Collaborators: Diego Perez, Findlay Barge, Caitlyn Flowers, Victoria Bodevin 
Consultants: Marcelo Valenzuela, Daniel Garrido 
Location: Chonchi, Chiloe Archipelago, X Region, Chile
Client: Private
Builder: Ricardo Ballesta
Structure: Luis Mendieta
Plot surface: 48.500 sqm
Building surface: 200 sqm
Project date: 2015
Construction date: 2016-2017
Photography: © Pezo von Ellrichshausen

pezo.cl

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