22-10-2002

Peter Kulka: Haus der Stille, Meschede

Rom,

Buros, Kirchen & Friedhöfe, Sport & Wellness, Rifugio,

Zement, Metall,

In derBenediktinerabtei von Königsmünter, in Meschede, ist das Haus der Stille erbaut worden, Ergebnis eines Projekts von Peter Kulka - es handelt sich um einen einfachen, dabei eleganten Betonwürfel, der eine regelrechte Zuflucht vor der Außenwelt bietet.



Peter Kulka: Haus der Stille, Meschede Kulka hat das Haus der Stille in zwei unterschiedlich große Körper strukturiert: einer enthält die Treppe und der andere, der breiter ist, auch die Gästezimmer. Zwischen den beiden Blöcken öffnet sich ein kleiner Raum, der mit Kies verkleidet ist und der an bestimmten Stellen von Verbindungsgehsteigen durchquert wird. Die Mauern aus hellem Zement, die den Treppenkörper kennzeichnen, sind in der Horizontalen und in der Vertikalen von einem Motiv mit drei dünnen Rillen gezeichnet. In dem Bereich der Zimmer stoßen wir auf Fenster auf ganzer Wandhöhe, die einen herrlichen Ausblick auf die Wiesen und Obstbäume bieten.

Da sich diese Glaswände nicht öffnen lassen, wurden neben jeder von diesen Fenster ohne Glas geschaffen, mit beweglichen Metallpaneelen, die für die Belüftung der Zimmer notwendig sind. Die Rahmen aus dunklem Aluminium, die leicht hervorstehen, schaffen einen eleganten Kontrast mit der hellen Oberfläche des Baus.

Die Besucher treten durch einen unscheinbaren Eingang ein, hinter dem eine Sprossentreppe diese zu den Etagen der "Zellen" führt, deren Wände und Decken aus unverkleidetem Zement sind. Trotz ihrer Einfachheit sind diese sehr gemütlich. Die Gemeinschaftsräume in den unteren Stockwerken - das große Refektorium und der quadratische Saal mit doppelter Höhe für Versammlungen oder kollektive Kontemplation - öffnen sich auf den Garten und profitieren von der wunderschönen Position am Hang des Hügels. Auf der Höhe des Refektoriums hat Kulka eine moderne Interpretation des Kreuzgang-Themas geschaffen. Mit seinen Gehsteigen bietet dieser eine zusätzliche Verbindung zwischen den beiden Gebäudekörpern sowie eine Reihe herrlicher Perspektiven. Vom Kreuzgang aus gehen ein kleines Büro und zwei Nachschlage-Säle ab, die in dem Körper mit den Zellen liegen. Es handelt sich um abgeschiedene Räume, deren Fenster auf den dunklen und engen Platz gehen, der die Struktur in zwei Teile teilt. Der Ort, der die stärksten Gefühle vermittelt, ist die kleine Kapelle am Ende des Treppenkörpers, sie ist das Herz des Gebäudes, ein Raum nur wenig größer als eine Zelle, in die das Tageslicht nur durch eine Luke einfällt.

Aufgrund der fehlenden Fenster und Einrichtungsgegenstände und wegen des einfachen Fußbodens aus Terrakotta, scheint diese Kapelle noch strenger als der Rest des Gebäudes zu sein. Auch das Edelstahl-Kreuz an der Wand hinten ist auf die pure Essenz reduziert. Die ästhetische und formelle Strenge der Kapelle stellt den drastischen Verzicht auf alles Überflüssige dar und muss einen einfach bewegen. Das Haus der Stille ist nicht nur ein architektonischer Raum, sondern vor allem ein Ort der Meditation und des Gebetes, der keine Ablenkungen zulässt und über das tägliche Leben hinaus geht. Es bildet den tiefsten Ausdruck der Ideale von Armut und Wesentlichkeit, zu deren Wortführer sich Romano Guardini und Rudolf Schwarz anhand ihrer Werke gemacht haben. Auf diese Weise gibt Kulka der religiösen Architektur ihre grundlegende Dimension zurück und ihre Position als Mittelpunkt, die sie in der Vorstellung des Kollektivs zumindest bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts genossen hat.

Floriana De Rosa

Link:
www.peterkulka.de

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