19-12-2007

Pavillon Noir. Aix-en-Provence. Rudy Ricciotti. 2006

Rudy Ricciotti,

Frankreich,

Sport & Wellness, Theatres,

Glas, Zement,

Sanierungs,

Ein 18x35 Meter großes Parallelepiped, dessen Struktur vollständig auf der Außenseite erscheint. Sie sieht aus wie ein Skelett, ein Gewebe oder eine durchbrochene Haut: Das nationale Zentrum für Choreographie in Aix-en-Provence, erbaut nach den Plänen von Rudy Ricciotti.



Pavillon Noir. Aix-en-Provence. Rudy Ricciotti. 2006 3.000 Quadratmeter, verteilt auf 8 Stockwerke, 4 Tanzstudios und einen Theatersaal mit 378 Plätzen und einer 17x15 Meter großen Bühne. Das Projekt konnte nur mit Mühe realisiert werden, nicht zuletzt wegen der besonderen Beschaffenheit des Standorts. Das Grundstück ist sehr schmal und grenzt an eine große Freitreppe, es bestehen Probleme mit der Seismizität des Bodens und auf der Höhe eines Theatersaals im Untergeschoss ist Grundwasser vorhanden. Man hatte zu alle dem mit einem sehr mageren Anfangsbudget zu kämpfen.
Diese Voraussetzungen sind natürlich nicht gerade erhebend, vor allem, da es sich um einen Theaterbau handelt. Dazu kommt, dass sich der Bau in der Nähe der Eisenbahnlinie befindet, mit den damit verbundenen Lärmemissionen... Aus diesen Gründen entschied man sich für eine strukturelle Fassade, bei der Zement und Glas vorwiegen. Die "Zweige" aus geschwärztem Beton geben der Fassade eine besondere Gestalt, aber ihre Anordnung gehorcht präzisen Berechnungen im Zusammenhang mit den baulichen Erfordernissen und der Stabilität des Gebäudes.
Der Bau als Ganzes erscheint durchaus dynamisch: die Zweige sind einmal vertikal, einmal quer angeordnet, die großen Fenster gestatten Einsicht ins Innere des Hauses und lassen von innen nach außen sehen. Nachts lässt der Kontrast zwischen der Transparenz der Fenster und dem Schwarz des Betons den Pavillon Noir besonders faszinierend aussehen. Es scheint, als wolle er mit diesem Geflecht aus Pfeilern und Balken sein Inneres schützen und hüten.
Das Gebäude gibt also Einblick in das Geschehen in seinem Innern und betont die Spektakularisierung, passend zu den Tätigkeiten, die sich im Haus abspielen.
Zu seiner Realisierung waren 5 Millionen Euro und 7 Jahre Bauzeit nötig. Es bildet einen wichtigen Beitrag zur Requalifizierung eines anonymen Quartiers von Aix-en-Provence. Ricciotti arbeitet nicht zum ersten Mal an einem Projekt, das aufgrund der anonymen oder heruntergekommenen Umgebung Schwierigkeiten aufgibt. So zum Beispiel baute er in Vitrolles, ebenfalls in Südfrankreich, in einer völlig wüsten und felsigen Landschaft ein Concert Stadium.
Seine Architektur besitzt einen stark persönlichen Charakter. Auch im Pavillon Noir kommt die Vorliebe für starke Materialien mit einer auffallenden Materialität zum Ausdruck; in diesem Fall ist es Beton.

Laura Della Badia

GALLERY


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