20-04-2010

Olavi Koponen und die runde Villa

Olavi Koponen,

Jussi Tiainen,

Helsinki, Finnland,

Ville, Housing,

Glas, Holz,

Nachhaltigkeit,

Nach den Bedürfnissen eines privaten Bauherrn, der Rollstuhlfahrer ist, gestaltet Olavi Koponen eine Wohnung, die aus der Einschränkung ihre Stärke macht: Die barrierefreie Bewegungsmöglichkeit legt die Idee eines kreisförmigen Grundrisses auf einem Niveau nahe, der die architektonische Form bestimmt. Die Struktur und die Verkleidungen aus Holz sind eine Erklärung des Stils von Koponen und seiner ökologischen Architektur.



Olavi Koponen und die runde Villa

2007 erhielt Olavi Koponen den Auftrag zur Gestaltung des Hauses von Kari Niemi, ein Mann von 50 Jahren, der seit seinem 10. Lebensjahr aufgrund eines Autounfalls den Gebrauch seiner Beine verloren hat und auf den Rollstuhl angewiesen ist. Beeindruckt von den Holzhauser wie die Villa L?ngbo in L?ngholmen und das “gewendelte”-Haus in Espoo nahe Helsinki, beauftragt der Bauherr den finnischen Architekten, der in seiner Heimat aufgrund seiner abweichenden Haltung bezogen auf die akademische Architektur bekannt ist, mit der Planung seines neuen Hauses in Vartiokyla, in der landlichen Gegend ostlich der Hauptstadt. Das Projekt von Koponen steht auf einem Grundstuck (dass der Kunde von der Stadt Helsinki bekommen hat) in einem Wohngebiet voller anonymer Einfamilienhauser mit Privatgarten. Es gab zwei Bedingungen des Bauherren: Die Wohnung sollte komplett rollstuhlgangig sein fur den Hausbesitzer und die Natur sollte integrierender Bestandteil des hauslichen Lebens werden. Unter Kombination dieser vorrangigen Anforderungen entwickelte Koponen einen kreisformigen Grundriss mit einer hindernisfreien Bahn und interpretierte dabei das Haus als einen Weg, der sich ohne bevorzugte Richtungen in sich selbst schlie?t und sich dabei vollkommen auf die Natur offnet, die von dem zentralen Garten dargestellt wird. Der Eindruck der auf der Kreisfigur basierenden Formen ist im Kontext uberaus uberraschend. Die Wohnung entwickelt sich auf einem einzigen Stockwerk, in dem alle Funktionen untergebracht sind, einschlie?lich der unverzichtbaren Sauna, mit einem nach Au?en geschlossenen Grundriss, der sich vollkommen auf den innenliegenden Garten offnet und auf diesen ausgerichtet ist, dessen runde Form von dem Grundriss des Hauses abgeleitet ist. Die deutlichen Komplikationen bezogen auf die Anordnung und Nutzung eines kreisformigen Grundrisses fur Menschen, die auf ihren Beinen laufen, werden zu Vorteilen fur denjenigen, der sich auf einem Rollstuhl bewegt: In gegenseitiger Kontinuitat sind die Raumlichkeiten alle auf einen ringformigen Flur ausgerichtet, in dem der Hausherr sich bequem und ohne standiges Anhalten und ohne Richtungswechsel bewegen kann. Das Tragwerk mit Pfeilern und Rundtragern aus Holz wird von einer Innenwand aus Glas erganzt, die aus 24 planen Platten besteht, die die “Quadratur” des Gartenkreises bilden und die komplette optische Nutzung und den Zugang durch vier Turen gewahrleisten. In sich selbst geschlossen, genie?t die Wohnung in jedem ihrer Flugel das volle Licht, das vom Innengarten einfallt und bewahrt seine Beziehung mit diesem in jeder Jahreszeit. Manifest der okologischen Architektur nach Olavi Koponen, der den Einsatz von Holz als erneuerbarem Material in den Mittelpunkt ruckt, erklart die Villa Kari, dass der hochste Grad der Nachhaltigkeit sich durch die Lebenszeitverlangerung der Baumaterialien erhalt: Auf der gesamten Au?enflache verwendet er eine Verkleidung aus “termowood”, einem mit hohen Temperaturen (200?) behandelten Holz, weshalb dessen Struktur unwiderruflich verandert und die Dauerhaftigkeit und Witterungsfestigkeit gesteigert wird nach einem von den finnischen Forschungslaboren bereits Anfang der 90er Jahre untersuchtem Verfahren. Als asthetische Erklarung reduziert der finnische Architekt die industriellen Bauteile auf ein Minimum und benutzt unbehandeltes Holz, das in der Tischlerei bearbeitet wurde und mit manuellen Techniken und handwerklichen Verarbeitungen definiert wird, die die Einzigartigkeit des Werkes herausstellen. Die Baukunstwerke von Olavi Koponen sind zweifelsohne einzigartig in der finnischen Landschaft, wo sie sich im Umfeld auszeichnen in dem sie auf naturliche Weise integriert sind.

von Mara Corradi

Progetto:Olavi Koponen

Progetto strutturale: Oskari Laukkanen

Progetto paesaggistico: Elina Tirkkonen

Committente: Privato

Luogo: Vartiokyla, Helsinki (Finnland)

Superficie costruita: 271 mq

Fine lavori: 2009

Au?enverkleidung aus "thermowood"

Fu?boden innen aus poliertem Zement

Verkleidungen und interne Strukturen aus Tannenholz

Fotografie: Jussi Tiainen


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