05-06-2013

Ogawa: Natur und Architektur im Baumhaus mit Bäumen in Kagawa

Hironaka Ogawa & Associates,

Daici Ano,

Japan,

Housing, Ville,

Design,

Holz,

Der junge Architekt Hironaka Ogawa hat die Erweiterung eines Wohnhauses in seiner Stadt Kagawa, Japan, gestaltet und dabei in den Mittelpunkt seines Werkes zwei große Bäume gestellt, die zum historischen Erbe des Grundstücks gehören. Die Architektur ist eine Gedenkstätte, die den Bäumen gewidmet ist, die für den Bau des neuen Körpers gefällt wurden, aber exakt an der Stelle von früher stehen heute allerdings im Inneren des neuen Gebäudes, um den Geist des Ortes zu bewahren.



Ogawa: Natur und Architektur im Baumhaus mit Bäumen in Kagawa Eine Familie in Kagawa, Japan, hat den jungen örtlichen Architekten Hironaka Ogawa mit der Erweiterung ihrer Wohnung beauftragt, um die von der Tochter und dem Ehemann gegründete neue Familie aufnehmen zu können. Der Bestandsbau erhebt sich auf einem Gelände voller Bäume und Sträucher, die sorgfältig ausgesucht und im Laufe der Zeit gepflegt wurden, darunter zwei große Bäume als Zeugen der gesamten Geschichte des Hauses: Vor 35 Jahren wurden anlässlich der Konstruktion eine Zelkove und ein Kampferbaum gepflanzt.
Das gesamte Projekt dreht sich um diese beiden, für die Familie so wichtigen Bäume, die wahre Hüter ihrer Erinnerungen sind. Der Planer berichtet: «Nachdem ich den Auftrag für dieses Projekt erhalten habe, dachte ich an verschiedene Lösungen noch bevor ich den Ort gesehen hatte, doch als ich mich dort befand und die beiden Bäume sah, die stark und kraftvoll im Garten wuchsen, wurden alle meine Überlegungen zunichte. Ich habe die Geschichten der Familie angehört, wie die der Tochter, die auf diese Bäume kletterte, als sie klein war. Es waren diese Bäume, die das Haus und seine Bewohner in all diesen Jahren bewacht haben, sie sind mit der Tochter gewachsen und haben den Garten verschönert».
Die große Trauer über das Fällen der beiden Bäume – was zur Schaffung des Platzes für die zweite Wohneinheit erforderlich war – hat Ogawa dazu angeregt, eine Lösung zu entwickeln, die die Natur in das Gebaute einbezieht und hat dabei die Bäume in rituelle Objekte umgewandelt. Die Zelkove und der Kampferbaum wurden von ihrem Blattwerk befreit, bis nur die Stämme mit den kahlen Hauptzweigen übrig waren. Diese wurden getrocknet und das Wasser vollkommen entfernt. Zu zwei Gegenständen im architektonischen Maßstab umgeformt, als wertvolle pflanzliche Fossilien, die in sich die Geheimnisse und die Information einer Geschichte tragen, wurden sie exakt an den Stellen aufgestellt, wo sie sich zu Lebzeiten befanden: Diese Stellen befinden sich im heutigen Projekt im Wohnzimmer des neuen Hauses. Auch wenn sie keinerlei tragende Funktion haben, erheben sie sich auf der gesamten Höhe wie zwei Pfeiler für die Überdachung des großen Raumes. Um die Höhe von 4 Metern zu erhalten, wurde das neue Bauwerk bezogen auf den Bestandsbau um 70 cm kleiner gestaltet.
Die Holzstruktur wurde außen angestrichen und innen mit weißer Tapete verkleidet. Das Weiß wird auf diese Weise als die Farbe der Architektur definiert und steht im Dialog mit den Fußböden, den Fenstern und Türen und einigen Einrichtungsgegenständen aus unbehandeltem Holz, welche die Linie der beiden Baumstämme verfolgen.


In diesem wie in vielen anderen Werken der japanischen Gegenwartsarchitektur spürt man den Einfluss des Shintoismus, der alles Existierende als ein Abbild des Göttlichen sieht und deshalb der natürlichen Landschaft besonderen Respekt zollt und an die Heiligkeit der Bäume glaubt: Wer dieses Land bereist hat, der wird sich an den Brauch erinnern, Tempel in Wäldern zu errichten – als Ausdruck der Verehrung der Spiritualität der Natur.
 
Mara Corradi
 
Entwurf: Hironaka Ogawa (Hironaka Ogawa & Associates)
Bauträger: Privat
Ort: Kagawa (Japan)
Bruttonutzfläche: 50,90 m2
Grundstücksfläche: 699,54 m2
Tragwerksplanung: Takashi Manda Structural Design
Planungsbeginn: 2009
Ende der Bauarbeiten: 2010
Holztragwerk
Innenwände aus Holz mit Tapete
Außenwand aus Weiß gestrichenem Holz
Fußboden aus Eiche
Bildnachweis: © Daici Ano, Hironaka Ogawa & Associates
 

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