01-04-2015

MX_SI und der Ausbau des Gosta Serlachius Museum in Finnland

MX_SI Architectural studio ,

Pedro Pegenaute, Eugeni Bach,

Finnland,

Museen, Landschaft,

Holz, Glas,

Die drei jungen Architekten des spanischen Büros MX_SI haben den Wettbewerb für den Ausbau des Gösta Serlachius Museum in Finnland gewonnen. Der Entwurf von MX_SI für das Gösta Serlachius Museum betont die Landschaft um den Bau auf und richtet diese neu aus und verleiht dabei dem ersten Sitz des Museums, dem alten Joennimei Manor House, eine neue Zentralität.



MX_SI und der Ausbau des Gosta Serlachius Museum in Finnland

Die Arbeit des spanischen Büros MX_SI für den Ausbau des Gösta Serlachius Museum in Mänttä (Finnland), das im Jahr 2014 eröffnet wurde, bewegt sich im Rahmen der Tradition. Es gibt hier zwei Hauptelemente, denen das Projekt von MX_SI Rechnung tragen muss: das alte Joennimei Manor House, ursprünglicher Sitz des Museums, und die landschaftliche Umgebung, in der es steht, also die Ufer des Melasjärvi-Sees, ein Wald und die Insel Taavetinsaari, die integrierender Bestandteil des neuen Ausstellungsweges ist.
Der Respekt und die Aufwertung dieser beiden einfachen, aber grundlegenden Faktoren, hat dem spanischen Projekt zum Gewinn des offenen internationalen Wettbewerbs verholfen, der 2011 von der Serlachius-Stiftung zusammen mit dem finnischen Architektenverband - Association of Finnish architects SAFA organisiert wurde. Ein Wettbewerb von erstaunlicher Popularität, bei dem 579 Projekte aus 42 Ländern der Welt eingereicht wurden

Die Geschichte des Museums geht auf das Jahr 1935 zurück, als das Joennimei Manor vollendet wurde, der Wohnsitz von Göste Serlachius (1876-1942), Besitzer einer der größten Papierfabriken von Finnland und Kunstsammler. Das Gebäude wurde erst 1984 zum Museum, mit einer Ausstellung von Kunstwerken, die das Golden Age of Finnish Art feierte, bzw. den nationalen künstlerischen Moment, der sich auf das Ende des 19. Jahrhunderts bezieht. 
Die Backsteinvilla mit ihrem Kupferdach ist nicht so sehr als kompositorischer Bezugspunkt interessant, sondern vielmehr als räumlicher Knoten aufgrund ihrer neuralgischen Position: sie liegt in der Mitte eines zum See hin abfallenden Geländes und steht an der Achse, die von der Hauptstraße bis zum Übergang zur Insel Taavetinsaari führt, wo sich heute eine Stahlbrücke befindet, die Teil des Projekts ist. Der neue Pavillon für die Wanderausstellungen wurde westlich der Joennimei Manor errichtet, auf der gegenüberliegenden Seite der Insel und leitet zum Platz vor der Villa über und endet in der Nähe des Sees. Dieses Volumen gibt sich auf den ersten Blick kompakt, bricht dann aber im Grundriss und im Überbau auf und dient dazu, den Blick zur Villa hin zu richten, zum Garten, der sich von der Rückseite des Gebäudes bis zum Ufer und der Insel hin erstreckt. Hier setzt sich der Ausstellungsweg mit der Freiluftausstellung der Werke fort, die der Bildhauer Harry Kivijärvi 2012 geschenkt hat. 


Der große überdachte Eingang begrenzt und erweitert die Dimension des Hauptplatzes und betont die Fassade der Villa. Die Tradition ist das zentrale Thema des Projekts, auch bezogen auf das Tragwerk. Die neue Architektur hat ein Tragwerk aus Fichtenbrettschichtholz, das von der finnischen Forstindustrie angebaut und verarbeitet wird. Tragwerk und Fassaden tragen zur Fragmentierung des Eindrucks des hölzernen Baukörpers bei, zuerst mit den Rhythmus der Träger, dann mit der externen Verkleidung aus lokal produzierten Holzleisten und nicht zuletzt mit den Laibungen aus Spiegelglas, die überall das Bild der im Grünen eingebetteten Villa zeigen. Auch in der Höhe “verbeugt” sich der neue Pavillon vor dem alten Herrenhaus und übersteigt nicht dessen Giebelhöhe. Hier verbinden sich die beiden Gebäude miteinander, die Überdachung bildet eine nach unten verlaufende Parabel, um den zwischen der Architektur und dem Wald im Westen vorhandenen Dialog nicht zu unterbrechen. 
Der Poetik der Fassaden folgend, dient auch der Grundriss der Dekonstruktion des neuen Bauwerks und öffnet mehrere Breschen. Dabei entstehen Einbuchtungen, in die sich das Grün von draußen einfügt und es entwickeln sich Räumlichkeiten als Fortsetzung eines linearen und flexiblen – weil pfeilerlosen – Weges, der für die Rotation der Kunstwerke geeignet ist.

Mara Corradi

Entwurf: MX_SI Architectural studio 
Projektleitung: Boris Bežan, Héctor Mendoza Ramirez, Mara Partida Muñoz
Mitarbeiter: Oscar Fabian Espinosa Servin, Olga Bomač, Elsa Bertran, Mariona Oliver 
Local architect: Huttunen-Lipasti-Pakkanen Architects
Bauträger: Gösta Serlachius Art Foundation 
Ort: Mänttä (Finnland)
Tragwerksplanung: A-Insinöörit 
Landschaftsplanung: Maisemasuunnittelu Hemgård 
Bruttonutzfläche: 3500 Quadratmeter
Grundstücksgröße: 5700 Quadratmeter
Wettbewerb: 2011
Planungsbeginn: 2011
Ende der Bauarbeiten: 2014
Bauunternehmen: Jämsän Kone- ja Rakennuspalvelu 
Hinterlüftete Fassade aus Fichte
Struktur aus Fichtenbrettschichtholz
Brücke aus Corten-Stahl und Lärchenholz
Bildnachweis: © Eugeni Bach, Pedro Pegenaute, Tuomas Uusheimo

www.mx-si.net
www.serlachius.fi 

THE GÖSTA SERLACHIUS NEW CONTEMPORARY ART MUSEUM IN FINLAND
VUODEN PUUPALKINTO, FINLAND 2014
NAN AWARD FOR SPANISH STUDIO ABROAD 2014
FINALIST OF THE YOUNG ARCHITECT OF THE YEAR AWARD 2014 
FINALIST OF THE FINLANDIA PRIZE FOR ARCHITECTURE 2014
FINALIST OF THE RIL AWARD (Finnish Association of Civil Engineers) 2014
CSCAE INTERNATIONAL ARCHITECTURE AWARD FOR INTERNATIONAL COMPETITION 2013 
NOMINATED OF EUROPEAN UNION PRIZE FOR CONTEMPORARY ARCHITECTURE - MIES VAN DER ROHE AWARD 2015
 


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