03-02-2010

Mirador Viña Seña: Das Zentrum in der Landschaft

Germán del Sol,

Chile,

Freie Zeit, Landschaft,

Stein, Holz,

Die Gestaltung des Belvedere auf den berühmten chilenischen Weinberg Seña, entfernt Germàn del Sol sich von dem einfachen Lob des Weines als Luxusprodukt, um die Aufmerksamkeit des Besuchers auf die Bedeutung der Gegend zu lenken, in der er entsteht.



Mirador Viña Seña: Das Zentrum in der Landschaft

Der Bau von Mirador Viña Seña in Chile überwindet die herkömmliche Hommage an das Herstellungsverfahren des Weins und widmet die gesamte Aufmerksamkeit dem Weinberg und der Gegend, in der die Rebe angebaut wird. Germàn del Sol erzählt, dass man, wenn man über Architektur spricht, die mit dem Thema Wein verbunden ist, zuerst an die Kellerei denkt, in der die Phasen der Vergärung der Trauben zelebriert werden oder an das Lager, in denen die Fässer mit dem Wein reifen, die sich normalerweise in einem Schloss oder beeindruckenden Bauwerk befinden, das von sich aus die Fantasie des Besuchers für sich einnimmt.

Seine Arbeit in der Valle de Aconcagua geht hingegen auf den architektonischen Archetyp der Pergola zurück, an der traditionellerweise der Wein gezogen wurde und macht diese zum kennzeichnenden Element und Wahrzeichen eines Punktes, von dem aus man die Weinberge Seña betrachten kann. Das Mirador fügt sich in den Hang ein und wird zu einem Teil desselben, es nimmt dessen Farbe an und lässt aus seinen Wegen die bewegten Steine hervortreten. Wenige lange und niedrige Baukörper beherbergen die Serviceräume, einen Imbiss und einen Weg, bei dem man Informationen zur biodynamischen Landwirtschaft erhalten kann, die die Grundsätze der Weinherstellung in diesem Tal regelt. Darüber erheben sich die Pergolas, die aus dunklen Holzstämmen bestehen, die sich von Weitem mit dem Schwarz der Mauern vermischen. In der Mitte beginnt der langsame Spaziergang, der dem Hang des Tals folgt mit einer gemauerten Treppe mit wenigen Stufen und beschreibt einen sanften Weg von Norden nach Süden, der dem Besucher die Zeit gibt, die verschiedenen Seelen des Weinbergs zu bewundern: Von den weißen Pfaden, die zwischen den Hügeln wellenartig fluktuieren hin zu den grünen Flecken der Weinberge, den Platanen- und Eichenwälder, den Hügeln mit den autochthonen Buschsorten, die die Kulisse dieses Szenarios bilden. Die Mauern der Wege sind oben weiß gestrichen und setzen sich ideell in den Sträßchen mit der hellen Erde fort, die das Tal durch die Weinberge durchziehen. Man kann eine Rast auf einer dieser Mäuerchen einlegen, oder sich auf die verstreuten Parallelepipede setzen, die als Bänke dienen oder auf die Felsen, die aus dem Boden auftauchen, auf dem das Mirador erbaut ist.

In einem Moment, in der die Architektur entworfen wird, um das Wahrzeichen der Sprache des Architekten zu sein, ein auf sich selbst bezogenes Zeichen oder eine Hymne auf die Vergänglichkeit der Moden und der Erfahrungen, ist das Mirador von Germàn del Sol ein Werk, das voll und ganz dem landschaftlichen Umfeld gewidmet ist, das sich zum Übermittler dieser Botschaft macht und den Mittelpunkt des Projekts außerhalb der Architektur selbst anordnet.
von Mara Corradi

Projekt: Germán del Sol
Mitarbeiter: Alicia León, Francisca Schüler, Carlos Venegas
Auftraggeber: Privat
Ort: Ocoa, Valle de Aconcagua, Región de Valparaíso (Chile)
Tragwerksplanung: Enzo Valladares
Beginn des Projekts: 2007
Ende der Bauarbeiten: 2009

www.germandelsol.cl
www.sena.cl


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