13-01-2003

Massimiliano Fuksas: Zwillingstürme,Wien

Massimiliano Fuksas,

Hotel, Einkaufszentren, Kinos, Buros, Sport & Wellness,

Messen,

In einer Stadt, deren Bauordnung bis vor zehn Jahren den Bau von Wolkenkratzern ausschloss, hat Massimiliano Fuksas, der sich nicht zum ersten Mal mit dieser Art von Projekt aufnimmt, einen Entwicklungsplan ausgearbeitet, der den gesamten südlichen Stadtrand Wiens einbeziehen soll



Massimiliano Fuksas: Zwillingstürme,Wien Das betreffende Gebiet bildet den Zugang zur Stadt auf der Südseite und ist vor allem bekannt für den hier angesiedelten Sitz der Firma Wienerberger, einer der größten Ziegelproduzenten weltweit, der seit Beginn der Neunziger Jahre mit dem Einverständnis der öffentlichen Verwaltung neue Impulse für die räumliche Entwicklung gesetzt hatte, durch den Bau eines Geschäftszentrums, bestehend aus einem kleinen Büroturm, einem Hotel und einem Golf-Club.

Ebenfalls auf Initiative der Firma Wienerberger, die einen Wettbewerb zur Aufdeckung neuer Entwicklungsmöglichkeiten für diesen Stadtteil ausschrieb, wurde Fuksas, der Gewinner des Wettbewerbs, zum Urheber eines Komplexes, der zwei Bürotürme, ein Einkaufszentrum und ein Kino mit mehreren Sälen umfasst, und dem ein Masterplan für den Bau von Wohnhäusern und Infrastrukturen für das gesamte betroffene Gebiet zugefügt wurde.

Der neue Komplex steht auf einem nicht unbedingt linear verlaufendem Gebiet, das einerseits von einem Siebziger-Jahre-Wohnbau von geradezu origineller Hässlichkeit, andererseits von einer in den Achtziger Jahren mit Büros bebauten Fläche begrenzt wird. Fuksas fügt seinen Block mit Hilfe eines zweistöckigen Basaments ein, wo die Fitness-Einrichtungen und ein Teil der Versorgungsanlagen untergebracht sind.
Die übergreifende Idee des gesamten Projektentwurfs, die bereits aus dieser Anlegung des unteren Gebäudeteils erkennbar ist, besteht in dem Bestreben, dem urbanen Raum eine fließende Kontinuität zu verleihen und nicht nur einen funktionalen Komplex, sondern auch ein pulsierendes Zentrum der Stadtgemeinschaft zu schaffen, das in unausgesetztem Dialog mit dem urbanen Kontext steht und sich mit diesem überschneidet und überlappt.

Dies beweisen offene Räume, die sich über mehrere Stockwerke erstrecken, die Ausblicke, die von geschlossenen Formen abgelöst werden, doch auch die großen Oberlichte, die fortgesetzt den Ausblick auf die monumentalen, sich nach oben verjüngenden Formen der Türme gewähren und der natürlichen Beleuchtung der Räume dienen.

Klar tritt die Absicht hervor, die Architektur in Verbindungen, Übergänge und kontinuierlichen Austausch formaler, visueller, aber auch mentaler Natur einzubinden. Die beiden monumentalen Büroblöcke wurden im Übrigen nach demselben Prinzip konzipiert, um die strenge städtische Bauordnung zu überwinden und dem Architekten größtmögliche Freiheit bei der Definition eines Objektes zu geben, das schöne und anziehende Formen besitzen, vor allem aber in der Lage sein soll, seinen urbanen Kontext einzubeziehen und ihn angenehm und lebenswert zu gestalten.

Die Wahrnehmung der beiden Türme durch den Betrachter ist eng an die transparente, das Gebäude auf ganzer Höhe umschließende Verkleidung gebunden; im Grunde handelt es sich um zwei enorme Glassäulen, auch da Behinderungen durch die verschiedenen Energie-Versorgungssysteme anhand ihrer Verlegung in Boden oder Decke weitgehend vermieden wurden. Die Transparenz der beiden Blöcke ist der Angelpunkt des Projekts, ihr kommt die Funktion eines Filters der Verbindungen zu, der Verbindung mit der Stadt durch die ständige, auf die Stadt gerichtete und aus ihr kommende Bewegung, doch auch der Verbindung durch die interne Bewegung zwischen den einzelnen Bestandteilen des Komplexes, sowie der ideellen Verbindung, in Form eines Kontinuums von Natur und Architektur, Arbeit und Freizeit.

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