13-01-2016

Konieczny – KWK Promes und das Living-garden House, Polen

Robert Konieczny, Le Corbusier,

Jakub Certowicz, Olo Studio,

Housing, Ville,

Design, gleichzeitig,

Glas, Holz,

Das Living-garden House in Kattowitz in Polen ist das Erstwerk von Robert Konieczny – KWK Promes zum Thema der Integration zwischen Wohnraum und Natur. Robert Konieczny studiert die Durchdringung der Vegetation im Haus als zentrales Element der Wohnarchitektur.



Konieczny – KWK Promes und das Living-garden House, Polen

Als erste Umsetzung einer umfassenderen Untersuchung handelt es sich bei dem Living-garden House von Kattowitz, Polen, um eine Forschung von Robert Konieczny – KWK Promes, die den Synchronismus zwischen dem Gebautem und der Natur erkundet. 
Robert Konieczny hat die Grenze zwischen Wohnraum und Garten bereits beim Projekt des Outrial House in Warschau untersucht, bei dem die Grundsätze des Rationalismus von Le Corbusier wegweisend waren. Beim Living-garden House erkennt man hingegen einen neuen International Style als Sprache des Moments, der sich in großen und minimalistisch gestalteten Räumlichkeiten ausdrückt, die mit großen Fenstern auf das Grün schauen. In dieser räumlichen Komposition – die im Sinne der Philosophie von Konieczny dem zeitgenössischen Leben entspricht – fehlt aber die Integration mit dem Grün, das immer ein Hintergrundelement bleibt ohne zum Bestandteil der Wohnung und dem Wohnstil der Menschen zu werden.

Das Prinzip, das der Forschung des Büros KWK Promes zugrunde liegt, ist hingegen das einer kompletten Symbiose. Um diese zu erhalten, wird hier über die Bedürfnisse nachgedacht, die mit den verschiedenen Funktionen und von daher mit den Räumlichkeiten des Hauses zusammenhängen. Wenn man das Wortpaar Tag-Nacht bezogen auf die Gestaltung des Wohnraums betrachtet, benötigen die Nachtbereiche Isolierung, Privatsphäre und Dunkelheit, während die körperlichen und geistigen Aktivitäten während der Lichtstunden stattfinden und von daher vorwiegend Sonne und Natur als Energiequellen und für das Wohlbefinden suchen. Das ist ein universelles Prinzip und in seinem Projekt in Kattowitz geht der Planer über die einfachen Regeln der Besonnung und der Beschattung hinaus und gestaltet einen Tagesbereich, der keine klaren Grenzen zur Außenwelt hat und wo der Garten, in dem das Haus steht, körperlich in den überdachten Raum eindringt und zum Fußboden des Wohnzimmers wird. Das Wohnzimmer wird also zu einem living-garden.


Um dieses Wohnzimmer-Garten rotiert das gesamte Hausprojekt, welches unter diesen besonderen Umständen an die polnischen familok erinnert, die Wohnungen der schlesischen Bergarbeiter mit dem Mauerwerk aus rotem Backstein und den breiten Giebeldächern, wie sie typischerweise zu Ende des 19. Jahrhunderts gebaut wurden. Die Überlegung bezüglich der Lichtmenge und der Interaktion mit der natürlichen Landschaft haben zur Gestaltung eines im Erdgeschoss geschlossenen weitläufigen Volumens geführt, das sich entlang des Straßenverlaufs orientiert und somit die Grenze zwischen dem privaten und dem öffentlichen Bereich definiert. Ein zweiter Baukörper mit gleichen Abmessungen, ist im rechten Winkel auf dem Unterbau angeordnet und kragt auf den Garten aus. Eben in diesem Baukörper unter dem schwebenden Teil befindet sich der living-garden, dessen Wände zum Teil mit spiegelndem und zum Teil transparentem Material verkleidet sind und somit die Illusion verstärken, dass der Garten bis ins Haus reicht. Mit dem Fußboden aus Gras (im Augenblick noch Kunstrasen, später aber dann echter Rasen) und durch die Spiegelung des Rasens und der umliegenden Pflanzen, verliert dieser Raum jegliche Grenze und wird zum ideologischen und funktionalen Mittelpunkt des Hauses. Mit einem großen und ebenfalls transparenten Tisch und einem Home Theater eingerichtet, verwandelt er sich von einem Durchgangsraum zum großen Hauptdarsteller der verschiedenen Momente des Tages. Eine Freitreppe schneidet den Raum in Zwei und führt zum Obergeschoss, wo sich weiße Oberflächen, Wände aus unverputztem Backstein und Fenster abwechseln – Zeichen jenes International Style, von dem wir zu Anfang sprachen.

Mara Corradi

Architects: Robert Konieczny – KWK Promes
Collaborators: Magdalena Adamczak, Katarzyna Furgalińska, Aleksandra Stolecka,
Adam Radzimski
Construction:  Jan Głuszyński, Kornel Szyndler
Installations: CEGROUP
Client: private
Site area: 3872 sqm
Floor area: 411,15 sqm
Design: 2009
Construction: 2012-2014
Photographs: Jakub Certowicz, Olo Studio

Awards: 
Nomination to European Union Prize for Contemporary Architecture - Mies van de Rohe Award 2015
Honorable mention of Living-Garden House in Katowice in Architecture of the Year 2014 in Silesian Region Competition

www.kwkpromes.pl


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