15-12-2015

Jean Nouvel+MDW: Polizeipräsidium von Charleroi und Sitz von Charleroi Danses

ADR, Jean Nouvel, Ateliers Jean Nouvel,

© Filip DUJARDIN,

Belgien,

Buros, Wolkenkratzer, Öffentliche Gebäude,

Design,

Zement, Holz,

Sanierungs,

In Charleroi, Belgien, haben Atelier Jean Nouvel und MDW Architecture die historische Reiterkaserne (Caserne Defeld) in den neuen Sitz des Polizeipräsidiums und das Zentrum Charleroi Danses umgewandelt. Eine neue, von Jean Nouvel und MDW gestaltete urbane Landmarke beherbergt die Polizeibüros.



Jean Nouvel+MDW: Polizeipräsidium von Charleroi und Sitz von Charleroi Danses

Mit der Erweiterung der Ateliers von Charleroi Danses und dem Bau des neuen Sitzes des Polizeipräsidiums von Charleroi behandelt das Atelier Jean Nouvel in Zusammenarbeit mit dem belgischen Büro MDW Architecture eine der spannendsten Herausforderungen unserer Zeit. Die Modernisierung und Aufwertung von historischen Bauten und deren Umfunktionierung ist eines der großen Themen der Gegenwart, insbesondere in den europäischen Städten voller Denkmäler und mit einem hohen Bedarf an Gemeinschaftsräumen für Aktivitäten, die die Stadtzentren beleben.
In Charleroi, der viertgrößten Stadt Belgiens, lebten der Sitz der Polizei und das Choreographic Centre of the Wallonia-Brussels Federation bereits in einer Anlage im typischen regionalen Stil des 19. Jahrhunderts zusammen, die 1887 zwischen dem Boulevard Mayence und der Rue Spinois errichtet wurde. Es handelt sich um eine rote Backsteinarchitektur, deren Eingang mit zinnenbewehrten Türmen geschmückt ist,  der ehemalige Sitz der Reiterkaserne (Caserne Defeld), die seit dem Jahr 1999 ihre Ställe den Proben und den Vorführungen von Charleroi Danses übereignet hatte.  In jenen Jahren erforderte die Reform der Polizeikörper eine funktionale Anpassung und den Ausbau des Sitzes in der Caserne Defeld. Der im Jahr 2009 ausgeschriebene Wettbewerb wurde vom Projekt des Ateliers Jean Nouvel und MDW Architecture gewonnen.

Das wohl beeindruckendste Bild dieses Eingriffs – der Umbau wurde im November 2014 eröffnet – ist ein Turm aus blauen Backsteinen (Blau ist die Farbe des Polizeikörpers), mit 20 Stockwerken über der Erde und einer Höhe von 75 Metern: er steht in der Mitte des alten Exerzierplatzes der Kaserne und bildet mit einer elliptischen und bedeutungsvollen Oberfläche den Kontrast zur Figur des militärischen Bollwerks. Das Muster der unterschiedlichen und versetzt angeordneten blauen Backsteine, der Rhythmus und die Dimension der Fenster, die sich abschnittsweise ändern, führen den Blick hoch und runter über die Fassaden, eine Anspielung auf den Tanz der Architektur? 
Dieses Wahrzeichen der neuen Straße, die eine Fusion der Polizei und der Gendarmerie vorsieht, ist wie eine Landmarke konzipiert, die ihren urbanen Gesprächspartner im historischen Turm des Hôtel de Ville hat. Der Turm aus Stahlbeton und Holz und einer Backsteinverkleidung ist nicht nur ein Bauwerk, das über die Stadt blickt und somit die Idee von Schutz vermittelt, sondern ist auch vom Boulevard Mayence, dem zentralen Element der Umwandlung des Waffenplatzes in einen öffentlichen Platz, sichtbar und zugänglich. Nach dem Abriss des Eingangstors zur Caserne Defeld ist die Anlage nicht mehr in sich geschlossen, sondern offen und ansprechend, wie man auch anhand der Brasserie in der Südseite in einen neuen Baukörper sehen kann, der sich in dem Bereich fortsetzt, der den Ateliers von Charleroi Danses gewidmet ist. 
Die Räumlichkeiten für die Polizei sind deutlich von denen für die Vorführungen getrennt und differenziert. Der Polizei sind die beiden historischen Blöcke im Nordosten, Flügel D und Flügel E vorbehalten, die entsprechend modernisiert wurden, auch um die Empfangsräume und das neue Musée des Beaux-Arts unterzubringen. Sie wurden aber bezogen auf die interne Raumanordnung nicht verändert und bewahren ihre großzügigen Innenräume und hohen Decken. 


Der neue blaue Turm positioniert sich im Zentrum des von diesen beiden Gebäuden gebildeten Winkels, die im Norden aufeinander zugehen und somit die Dienstzufahrt für die autorisierten Fahrzeuge schaffen. An der Stelle, an der ein unterirdischer Tunnel den Turm mit den beiden Flügeln verbindet, erhebt sich der Platz buchstäblich in eine Rampe, die die Parkplätze versteckt. Es gibt hier keine Schranken zwischen der Öffentlichkeit und den Ordnungskräften, nur der Bodenbelag des Platzes ändert seine Farbe in Turmnähe von Rot nach Blau.

Mara Corradi

ARCHITECTURAL TEAM: Ateliers Jean Nouvel + MDW Architecture
Client: Ville de Charleroi
GENERAL CONTRACTOR: CFE (BPC – CFE Brabant)
ADRESSE LOCATION: Site de la caserne Defeld, 6 000 Charleroi, Belgique
Competition: 10.2009 - 04.2011
Construction: 06.2012 - 08.2014
CHEFS DE PROJET: Julie PARMENTIER, Marie MOIGNOT
PROJECT LEADERS COMPETITION: Julie PARMENTIER, Gaston TOLILA, Marie MOIGNOT
ARCHITECTS: (AJN) : Mélanie DOREMUS, Bernard DUPRAT, Stacy EISENBERG, Sophie LAROMIGUIERE, Ludovic MAGNIFICO, Kirsi MARJAMAKI-MAS,
Anne TRABAND / (MDW) : Yvan BREITHOF, Miguel CAMBA, Liz POGGIOLI, Vincent SAINLEZ, Stéphanie SELDESLACHTS, Daniele WAGNER
GRAPHIC DESIGN: (ANJ)  Eugénie ROBERT
PERSPECTIVES: (AJN) : Benjamin ALCOVER, Jugulta LE CLERRE, Benoit PATTERLINI, Sebastien RAGEUL, Adelaida VERASTEGUI
COST CONSULTANT: CFE

PHOTOGRAPHER: © Filip DUJARDIN
ENGINEERS: VK Engineering, DTS & Co, MATRIciel, Venac
CONTRACT TYPE: Partenariat Public Privé (Design Build Finance Maintenance)
PROGRAM: Police headquarters : 30 727 sqm + 11 431 sqm parking
75 m high tower, 20 floors : 19 392 sqm
Offices, lobby, auditoriums, crisis center, cloakroom, technical systems, panoramic meeting room, VIP area, detention area
Wing D : 4 963 sqm (Museum of Fine Arts halls, event hall, cafeteria police, offices, meeting rooms, cloakroom, technical system)
Wing E : 6 327 sqm (Offices, logistics sector)
Extension of Charleroi Danses : 2 917 sqm
Lobby/Entrance, studios : 2 small and 1 large, terrace, various local, housing
Brasserie : 395 sqm

ENERGY PERFORMANCES: 
Tower : K = 12 kWh/mÇ/year (passive)
Wing D & E : K estimated < 35 kWh/sqm/year (low energy)


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