28-08-2013

Ignatov Architects: Neue Büros im historischen Bestand

Housing, Residenzen,

Stein, Zement,

Der historische und denkmalgeschützte Bestand eines Warenlagers in der Stadtmitte von Varna, Bulgarien, hat Ignatov Architects zur Gestaltung einer neuen Struktur angeregt, die sich in die vorhandene Architektur einfügt. Die Architekten haben die Obergeschosse als Büros konzipiert und dabei einen interessanten Dialog zwischen der Ruine und dem Neubau hergestellt. Die Baumaterialien – alte Steine, Glas und Aluminium – erzeugen starke optische Kontraste in der neuen Landmarke der Stadt.



Ignatov Architects: Neue Büros im historischen Bestand
Die Architektur kann aus der Landschaft hervortreten und dabei unterschiedlichen formalen, kompositorischen und materiellen Entscheidungen folgen. Ignatov Architects haben keiner Fassadenverkleidung ein Markenzeichen aufgedrückt und haben auch keine neue Frontseite als Alleinstellungsmerkmal gestaltet, sondern einen Entwurf gemacht, der sich mit einem neuen Bild in den historischen Bestand einfügt. Im Stadtzentrum von Varna, Bulgarien, standen noch die denkmalgeschützten Reste eines Magazins aus dem 19. Jahrhundert, die durch einen missglückten und abgebrochenen Versuch eines Neubaus noch weiter beschädigt wurden.
Boris Ignatov hatte die Idee, dass man auf die alten Mauern des Magazins eine bezogen auf Form und Struktur zeitgenössische Architektur setzen konnte, um die Spuren der Vergangenheit zu bewahren und der heutigen Zeit anzupassen. Also kein Wiederaufbau als Imitation, was die geschichtliche Authentizität zerstört hätte. So hat sein Büro die alten Mauern restauriert und diese als “Basis” benutzt, um darauf ein neues, viergeschossiges Bürogebäude mit einer Dachterrasse zu setzen. Die Weitläufigkeit der verglasten Oberflächen mit schmalen und leichten Alurahmen bringt viel Tageslicht in die Räumlichkeiten. Bezogen auf den Komfort im Inneren garantieren die Doppelverglasungen außerdem eine gute Wärmedämmung, dazu kommt die natürliche Belüftung, die der Flexibilität des räumlichen Layouts und der Präsenz der Dachterrasse zu verdanken ist.
Das heutige Aussehen des Gebäudes in der Genua-Straße in Varna beeindruckt durch das ungewöhnliche Miteinander von Mauern aus alten Steinen und durchgehenden Fassaden aus Glas und Aluminium. Dies wurde anhand eines über die antiken Bögen auskragenden Rahmens aus Ortbeton möglich. Das System garantiert dem Bauwerk vertikale und seitliche Stabilität und auf diese Weise drückt die neue Konstruktion nicht auf die Steinmauern und berücksichtigt dabei deren Verformungen und Geometrie, wie sie im Laufe der Geschichte zu uns gelangt sind. Die Vorhangfassade verfügt nämlich nicht über das übliche rechteckige Raster aus Quer- und Längsprofilen, sondern zeichnet auf der Nord- und der Südfront schräge Linien: Die Wellen, die so erzeugt wurden, markieren die fehlenden Teile und Einbrüche der Ruine, die deren natürlichen Aussehen entsprechen. Die Kombination zwischen dem massiven Unterbau aus Stein und dem oberen, sehr transparenten Körper, der seine strukturelle Geometrie auch nach Außen hin zeigt, verleiht dem Ganzen eine besondere Leichtigkeit.


Die strukturelle Kontinuität erscheint als eine formale Diskontinuität. Das Ultramoderne und die High Tech Lösungen entstammen der Geschichte, denn sie spüren deren Einfluss. Die Büros in der Genua-Straße fügen sich mit einer einzigartigen architektonischen Persönlichkeit in das Stadtbild ein und sind sofort für alle erkennbar: Es handelt sich hier nicht um das Markenzeichen eines Architekten, das bei allen Gebäuden zu sehen ist, die er gestaltet, sondern um ein Werk, das in das Umfeld eingebunden ist und das eben durch den Vergleich mit dem Ort seine eigene Originalität erhält und zu einer Landmarke in der Vorstellung der Gemeinschaft wird.

Mara Corradi

Entwurf: Ignatov Architects
Bauträger: Bon Marine Union
Ort: Varna, Bulgarien
Bruttonutzfläche: 2000 m2
Grundstücksgröße: 380 m2
Planungsbeginn: 2011
Ende der Bauarbeiten: 2012
Kontinuierliche Fassaden aus Aluminium und Glas
Struktur als Stahlbeton, vor Ort gegossen
Bildnachweis: © Rossen Donev

bignatov.com


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