01-10-2014

House for trees von Vo Trong Nghia Architects in Ho-Chi-Minh-Stadt

Vo Trong Nghia,

Hiroyuki Oki,

Ho Chi Minh City, Vietnam,

Housing, Eigentumswohnungen,

Grün, Zement,

Nachhaltigkeit,

Das junge und innovative Büro Vo Trong Nghia Architects hat das House for trees in der Peripherie von Ho-Chi-Minh-Stadt im Süden Vietnams realisiert. Vo Trong Nghia, der besonders auf die Nachhaltigkeit der Gebäude achtet, möchte auch die Gegenden mit Grün bereichern, in denen die Bautätigkeit keinerlei Platz dafür lässt.



House for trees von Vo Trong Nghia Architects in Ho-Chi-Minh-Stadt

Das “Haus für Bäume” von Vo Trong Nghia Architects in Ho-Chi-Minh-Stadt ist eine Deklination der von der Nachhaltigkeit in der Architektur erreichten Ziele. Die Architekten des Büros von Vo Trong Nghia verfolgen das Beispiel vieler Planer, die in den Entwicklungsländern arbeiten, wo die Großstädte von dem maßlosen Anstieg der Autos und der damit verbundenen Luftverschmutzung erdrückt werden. Mit dem “House for Trees” haben die Architekten die Nachhaltigkeit gewählt und dabei den Dialog zwischen dem Gebauten und der Vegetation gestaltet.

Es ist wirklich schwierig zu glauben, dass Städte wie Ho-Chi-Minh-Stadt in Gegenden Vietnams stehen, die einst von Tropenwäldern gekennzeichnet waren, wovon aber im Stadtgebiet fast keine Spur mehr zu sehen ist. Vo Trong Nghia sagt, dass nur 0,25% des gesamtem Stadtbereichs von Ho-Chi-Minh-Stadt von Grünflächen bedeckt sind – der ganze Rest wurde vom Menschen ver- und bebaut.

Bauen ist eine Notwendigkeit, da die Stadt mit einer Bevölkerungsdichte von 3530 Einwohnern/Quadratkilometer (Quelle Wikipedia, 2012) zu kämpfen hat, aber ganz sicher ist es eine Frage des Bewusstseins, dass die Architektur sich dahingehend orientiert, dass nicht nur angemessene Lebensbedingungen angeboten werden, sondern dass man den Menschen auch die Idee nahelegt, dass der Respekt sich selbst gegenüber auch über den Respekt der eigenen Umweltbedingungen realisiert wird.

Das Projekt des “House for Trees” verzichtet nicht nur auf einen Teil des Grundstücks, um dieses als Garten zu gestalten, also im Gegensatz zu der massiven Bodennutzung, sondern gibt den vom Haus belegten Platz mit dem grünen Dach wieder zurück. Auf dem Dach wurden Bäume (Ficus Benjamina) gepflanzt.

Wenn man also das Grundstück betritt, so erheben sich fünf Türme am Ende des Geländes, so als wären sie eine kleine urbane Landschaft, die von den Höhenunterschieden der Türme selbst (der höchste ist 10,3 Meter hoch, ein anderer 7 Meter, dann 4.30 uns so weiter) belebt wird. Geht man durch den Garten und nähert sich den Gebäuden, dann versteht man die kompositorische Idee: ein Wohnzentrum, das um einen “Platz” (im europäischen Sinn) angeordnet ist: die fünf baumgestandenen Türme (die einen unwillkürlich an den mittelalterlichen, baumbestandenen Turm der Guinigi, Wahrzeichen der italienischen Stadt Lucca erinnern) sind im Kreis angeordnet und lassen dabei große Teile des Bodens frei und verleihen dem Ganzen viel Weite. Kleine Gärten oder “Plätze” zwischen einem Turm und dem anderen nehmen die Vegetation auf und ergänzen jenen Dialog zwischen dem bebauten und dem natürlichen Umfeld, der die Hauptaufgabe des Projekts ist.

Dies alles ist möglich weil die Erfindung von Vo Trong Nghia im Grundriss liegt: das Projekt zerlegt das Haus in die verschiedenen Gemeinschaftsräume, Küche, Bibliothek, Esszimmer, Schlafzimmer und dergleichen, verschachtelt diese aber nicht ineinander, sondern separiert diese und fügt grüne “Leerräume” ein. Die Zugangstüren schauen sowohl auf den Hof als auch auf das nächstgelegene Volumen, mit dem der unterschiedliche Fußbodenbelag eine Verbindung und eine Gemeinsamkeit herstellt. Die Küche ist räumlich vom Esszimmer getrennt kommuniziert aber über einen Weg aus Beton. Im ersten Stock, wo der Nachtbereich liegt, sind die Einzel- und Doppelschlafzimmer über Brücken mit dem Badezimmer verbunden.


Mit dieser Zirkulation zwischen den Räumlichkeiten nimmt der zentrale und nicht überdachte Bereich die Rolle des Hofes ein, wird aber – da es sich um ein Einfamilienhaus handelt – zu einem Wohnzimmer, wo man sich gemeinsam aufhalten kann.

Mara Corradi

Entwurf: Vo Trong Nghia, Masaaki Iwamoto, Kosuke Nishijima (Vo Trong Nghia Architects)
Mitarbeiter: Nguyen Tat Dat
Bauträger: American University of Beirut AUB
Ort: Ho-Chi-Minh-Stadt Distrikt Tanbinh (Vietnam)
Bruttonutzfläche: 126 Quadratmeter (einschließlich Außenanlage)
Grundstücksgröße: 474,32 Quadratmeter
Planungsbeginn: 2012
Ende der Bauarbeiten: 2014
Bauunternehmen: Wind and Water House JSC
Struktur aus Ortbeton mit Bambusschalung
Innenverkleidung aus lokale hergestelltem Backstein
Fußböden innen aus poliertem Beton und Eiche
Bodengestaltung Außenbereich aus drainierenden Grasblocksteinen
Bildnachweis: © Hiroyuki Oki
Gewinner des The Architectural Review House Award 2014

votrongnghia.com


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