28-01-2015

Henning Larsen Architects und das neue Moesgaard Museum in Aarhus

Henning Larsen Architects,

Museen,

Design,

Zement, Holz,

Das Moesgaard Museum von Aarhus (Dänemark) und seine archäologische und völkerkundliche Sammlung haben einen neuen Sitz bekommen, der von Henning Larsen Architects entworfen wurde. An der archäologischen Forschung inspiriert, “hebt” das Werk von Henning Larsen Architects das grüne Dach des neuen Moesgaard Museum aus dem Erdreich an, damit die Architektur sich unter dem Grasmantel versteckt und die Landschaft nicht stört.



Die Herausforderung für Henning Larsen Architects bei der Realisierung des neuen Moesgaard Museum war es, eine Architektur zu entwerfen, die sich im Erdreich versteckt und somit das landschaftliche Gleichgewicht der Hügel an der Nucht von Aarhus in Dänemeak nicht beeinträchtigt.
Die archäologische und ethnografische Sammlung mit einzigartigen Fundstücken aus der dänischen Vorgeschichte, war zunächst in der anliegenden historischen Villa Moesgård ausgestellt worden, hatte aber – laut Erzählungen der Kuratoren selbst – aufgrund des alten, zu Museumszwecken umgestalteten Bestands, nur begrenzte Ausstellungsmöglichkeiten. Das Projekt des neuen Moesgaard Museum geht auf das Jahr 1996 zurück, als die Leitung einen geladenen Wettbewerb auslobte, der von der Möglichkeit überschattet wurde, dass ein neues Bauwerk in einem Gebiet wie dem von Aarhus errichtet werden würde, wo die grünen Hügel des Skåde ungehindert zur Bucht abfallen und eine ungestörte Landschaftsbetrachtung ermöglichen.

Das Konzept von Henning Larsen Architects überrascht und überragt alle anderen gerade weil es in der Lage ist, die Präsenz und die Einwirkung eines neuen Bauwerks fast komplett zu “annullieren” - denn hier ragt die Architektur aus dem Erdreich empor und wird nicht als neuer Eingriff aufoktroyiert. Der Entwirf des Museums inspiriert sich eindeutig an der Erfahrung der archäologischen Forschung und beginnt mit der Überdachung: ein grüner Dachgarten, der schräg zur Bodenlinie angeordnet ist und von Null auf 21 Meter Höhe ansteigt. Das Werk gibt somit einen guten Teil des bebauten Grunds wieder zur Nutzung durch die Museumsbesucher zurück, die hier spazieren gehen, sich an der frischen Luft aufhalten, ein Picknick machen und die Aussicht genießen können. Die Innenräume sind auf drei Ebenen angeordnet, die über eine große Treppe miteinander verbunden werden. Die Treppe ist die Hauptdarstellerin des Raums und Bezugspunkt für die Wegverteilung im Inneren.

Die grüne begehbare Hülle ist an mehreren Stellen unterbrochen, um Momente der Verbindung zwischen Innen und Außen zu schaffen, zwischen den Ausstellungsräumen und dem Kontext, in dem diese eingefügt sind, wo eben die Betrachtung der Landschaft gesucht und betont wird. Im ersten Geschoss finden wir den Haupteingang, von dem man zum Ticketschalter, den Toiletten und dem Verpflegungsbereich kommt, der sich auch in den Außenbereich fortsetzt.

Die Struktur ist aus Beton, der – wenn ich so sagen darf - im “nordischen Sinne” verwendet wird, d.h. nicht im brutalistischen Sinne, mit expressionistischem Selbstgefallen “behauen”, sondern vielmehr als Notwendigkeit, wo sich das Material weder versteckt, noch sich selbst feiert. Die Präsenz des Betons wird nämlich von der externen Natur überwunden und im Inneren durch die Verwendung von Holz, Leder, Stoffen und Farbe gemildert.


Bei dem Moesgaard Museum handelt es sich um ein totales Projekt, d.h. die Architekten haben sich um das gebaute Volumen gekümmert, um die komplette Innenarchitektur, von den Ausstellungssälen bis zu den Diensträumen, von der Beschilderung bis zum Logo. MOMU ist ein eigens geschaffenes Kürzel, vier Buchstaben mit einer universell geltenden Aussprache: Zeugnis dafür, dass das Projekt wirklich für alle gedacht ist. Ausgehend von den Personen und deren Bedürfnissen haben die Planer ein Museum zwischen Kultur und Unterhaltung geschaffen, für das die grüne Hülle ein Wahrzeichen ist. Es ist kein Zufall, dass es der erste Impuls der Besucher ist – der Erwachsenen wie der Kinder – auf die Spitze des Daches zu klettern, um die Hügel und die Bucht zu bewundern.

Mara Corradi

Entwurf: Henning Larsen Architects
Projektleitung: Louis Becker (Responsible Partner), Niels Edeltoft (Project Manager), Troels Troelsen (Design Responsible, Competition Phase), Elizabeth Ø. Balsborg (Architect and Design Manager), Collaboratori: Christian Andresen, Karima Andersen, Birte Bæk, Carsten Fisher, Gitte Edelgren, Greta Lillienau, Hans Vogel, Henrik Vuust, Irma Persson Käll, Louise Bay Poulsen, Johnny Holm Jensen, Julie Daugaard Jensen, Lars Harup, Lars krog Hansen, Magnus Folmer Hansen, Mai Svanholt, Maja Aasted, Martha Lewis, Matthias Lehr, Peter Koch, Sarah Kübler, Stefan Ernst Jense, Marie Louise Mangor
Bauträger: Moesgaard Museum
Ort: Aarhus (Dänemark)
Tragwerksplanung: Cowi
Landschaftsplanung: Kristine Jensens Tegnestue
Bruttonutzfläche: 16000 m2
Geladener Wettbewerb
Planungsbeginn: 1996
Ende der Bauarbeiten: 2014
Bauunternehmen: MT Højgaard and Lindpro
Gartenüberdachung
Betontragwerk
Innenwände mit Holzverkleidung
Holzfußböden
Einrichtung und Beschilderung: nach Entwurf
Bildnachweis: © Jan Kofod Winther, Jens Lindhe, Martin Schubert

www.henninglarsen.com
www.moesgaardmuseum.dk

http://issuu.com/henninglarsenarchitects/docs/moesgaard_museum_magazine_web  

http://vimeo.com/110785576


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