23-02-2010

Gmp und das Grand Theater, Wahrzeichen von Chongqing

gmp von Gerkan, Marg and Partners Architects,

Hans Georg Esch,

Shanghai,

Theatres,

Design,

Glas,

Ein Theater-Schiff liegt auf einer Landzunge der chinesischen Metropole Chongqing, am Zusammenfluss von Jialing und Yangtse. Das deutsche Büro Gmp, das diese beeindruckende Glasskulptur entworfen hat, wollte es nicht nur zu einem städtischen Wahrzeichen, sondern auch zu einem sinnbildhaftigen Platz für die Zusammenkunft der Bürger machen.



Gmp und das Grand Theater, Wahrzeichen von Chongqing

In der Gegend von Zentralchina, zweieinhalb Flugstunden von Shanghai entfernt, liegt Chongqing, eine Millionenstadt mit nichtssagenden Wolkenkratzern, wo der Fortschritt am Rhythmus der Abrissarbeiten und der Neubauten gemessen wird. Am Zusammenfluss von Jialing und Yangtse (der lange Fluss) gelegen, ist in Jiangbei, dem Business District, ein neuer optischer Bezugspunkt fur die Stadt errichtet worden, der zu einem Wahrzeichen fur die Stadt werden mochte. Das vom Buro GMP entworfene Grand Theater wurde vom Business District, in dem es liegt, selbst finanziert und steht auf einer 60 m hohen steinernen Sockelplattform auf einer Grundflache von 100.000 m2 und behauptet sich im Panorama der Stadt. Eine Sockelplattform streckt sich zum Zusammenfluss der beiden Flusse hin, um die neue Architektur wie einen Tempel den Gru?en und Gluckwunschen der vorbeifahrenden Schiffe anzubieten. Das aggressive Aussehen der Volumen, die sich an den Schiffsprofilen inspirieren wird beim Emporsteigen der Treppen von der Flusspromenade gemildert und zeigt eine komplett verglaste und transluzente Struktur. Auf die Hell- und Dunkelzyklen reagierend, ebenso wie auf die Witterungsbedingung, andert sich diese Haut, die aus strukturellen Glasmodulen besteht wiederum und gibt im Inneren des Gebaudes eine immer andere Wahrnehmung wider.

Das gro?e Eingangsatrium befindet sich im Erdgeschoss, man muss aber in den ersten Stock gehen, um zu den beiden Salen zu gelangen, die an der Langsachse des Gebaudes angeordnet sind. Die “grand hall” mit 1744 Platzen und die “medium hall” mit 873, sind gegeneinander gerichtet, sodass die hohen Buhnenturme zu 64 m und 52 m in der Mitte des Gebaudes liegen und wie die Schornsteine eines Dampfers wirken. Die jeweiligen Foyers im ersten Stock befinden sich hingegen an den beiden Endseiten des Bauwerks, also am Bug und am Heck dieses “Schiffes”. Jedes Tragwerkselement und Detail dieser Architektur erhalt kolossale Proportionen: wie die Treppenrampenfolge, die vom Erdgeschoss zu den Salen und den Galerien fuhren oder wie die V-Pfeiler des Eingangsatriums.Au?en sind die nicht konventionellen Fassaden aus transluzentem Glas kompakt und beeindruckend in ihrer Entwicklung auf mehreren nebeneinander stehenden Volumen. Nur im Osten und im Westen, auf der Hohe der Eingange, unterbrechen sie sich in einem rhythmischen Muster aus matten und transparenten Teilen, das nachts, wenn das Innere beleuchtet ist, die Foyers mit ihren Parkettboden und die buhnenwirksamen Leuchter zeigt – ein Vorspiel auf den Reichtum der Theatersale.Die Plattform, auf der das Theater sich erhebt, ist weitlaufig mit vielen Zugangspunkten und ist nicht nur in Platz der Ehrerbietung und der Betrachtung der Architektur, sondern ein offentlicher Platz zum Wohl der Burger. Hier kann das Theater wie im klassischen Griechenland eine soziale Rolle einnehmen, das Mittel zur Erziehung der Gemeinschaft und – dank der starken architektonischen Identitat – auch ein optisches Wahrzeichen, an dem man die Entwicklung der Metropole ausrichten kann.
von Mara Corradi

Projekt: gmp – von Gerkan, Marg und Partner Architekten
Bauherr: Chongqing Jiangbeizui Central Business District Development & Investment Co. Ltd.
Ort: Chongqing, Jiangbei District (China)
Wettbewerbsentwurf: Meinhard von Gerkan mit Klaus Lenz
Partner: Nikolaus Goetze
Projektleitung: Volkmar Sievers
Mitarbeiter Entwurf: Heiko Thiess, Monika van Vught, Robert Friedrichs, Matthias Ismael, Tobias Jortzick, Dominik Reh, Christian Dahle, Julia Gronbach
Mitarbeiter Ausfuhrung: Kerstin Steinfatt, Nils Dethlefs, Knut Maass, Zhu Huan, Jan Stolte, Li Zhenghao, Ren Yunping
Chinesischer Partner: ECADI
Statik/technische Ausrustungen: East China Architectural Design & Research Institute Co., Ltd.
Akustik: Muller BBM GmbH
Buhne: Kunkel Consulting International GmbH
Beleuchtung: agLicht, Gesellschaft beratender Ingenieure fur Lichtplanung b.R.
Landschaftsarchitekten: Breimann & Bruun
Bruttogrundflache: 100.000 m2
Wettbewerb: 2004
Projektstart: Januar 2005
Beginn der Bauarbeiten: Juni 2005
Ende der Bauarbeiten: Juni 2009
Strukturen aus Beton und Glas
Fotografie: ©Hans Georg Esch

gmp-architekten.de


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