30-12-2008

Friedhof von Armea (Sanremo), Aldo Amoretti und Marco Calvi, Italien, 2003

Aldo Amoretti,

Sanremo, Liguria,

Kirchen & Friedhöfe,

Stein,

Award,

Der Friedhof von Armea von Amoretti Calvi ist ein metaphysisches, stilles und solides Werk. Den Gebeten und der Erinnerung gewidmet, ergreift dieser Ort die Sinne und führt sie auf einem Weg, bei dem die Ästhetik ständige Begleiterin ist.



Friedhof von Armea (Sanremo), Aldo Amoretti und Marco Calvi, Italien, 2003 Der Friedhof von Armea von Amoretti Calvi ist ein metaphysisches, stilles und solides Werk. Den Gebeten und der Erinnerung gewidmet, ergreift dieser Ort die Sinne und fuhrt sie auf einem Weg, bei dem die Asthetik standige Begleiterin ist.
Ein Szenario, das sogar fur einen Atheisten einen Genuss darstellt. Dies liegt daran, dass der Friedhof nicht nur als eine Totenstadt konzipiert wurde, sondern vielmehr als ein vom Leben derjenigen, die hier die Erinnerung an ihre Verstorbenen lebendig halten, bewegter Ort.
Der Friedhof ladt also unabhangig von seinem eigentlichen Zweck zu einem Besuch, zu einem Spaziergang, zu einer Erkundung ein. In diesem Sinne knupft er an die Tradition der nordischen Lander an, wo die Friedhofe Orte des Verweilens sind, Treffpunkte, Orte der Meditation, regelrechte Parks, die von den Menschen genutzt werden.

Bei diesem Projekt spielt die Geometrie die Hauptrolle: Eine Folge von Zeichen sind auf dem Boden zu sehen und biegen sich leicht, sie beschreiben eine Reihe geordneter Graber mit sauberen Linien, bei denen sich wei?er Marmor mit dem ortlichen Gestein abwechselt. Sie sind um das einzige vertikale Element der Friedhofsanlage angeordnet, dem Turm des Gebeinhauses.
Wenn man den Plan von oben betrachtet, so scheinen sich die Graber wie sanfte Kurven, die dem Verlauf des Erdreichs folgen, um das Gebeinhaus anzuordnen.
Ihre Anordnung spiegelt die traditionelle Terrassierung des ligurischen Gebiets wieder: Die Graber werden zu Teilen der Trockenmauern, die versetzt angeordnet sind und Stufen schaffen. Gleichzeitig werden die Wellen des Meeres reproduziert, das sich nicht weit vom Friedhof befindet.
In diesem Sinne verbindet sich das Werk von Amoretti Calvi eng und tief geistig mit der Umgebung und mit deren Morphologie.

Die Typen der Beerdigungsmoglichkeiten sind also:
der Totenacker, der Turm des Gebeinhauses und der Kreuzgang.
Der Friedhof besteht aus Terrassierungen, die der naturlichen Topographie des Grundstucks folgen: Die organische Form entstammt der orographischen Struktur.
Der Turm des Gebeinhauses wird aus den einzelnen Grabfachern gebildet, die so angeordnet sind, dass sie eine einzige gemeinschaftliche Urne bilden, die von einem Betonportal geschutzt wird.
Das Gebeinhaus und das gemeinschaftliche Aschenhaus sind in einem Kreuzgang eingeschlossen, einem geschutzten und intimen Raum.
Im Laufe der Jahre ist das Grun gewachsen, der Friedhof wurde mit den Farben der Blumen bevolkert, die den Toten gebracht werden und hat so die Zuge eines lebendigen Ortes angenommen, der weiter atmet und sein Aussehen weiter verandert.

2003 hat der Friedhof von Armea den Emerging Architecture Award AR+D 2003 gewonnen, einen Preis, der von Buro Happold und Wilkhahn gesponsert wird.
Die Arbeit gehort zu den interessantesten Momenten der zeitgenossischen Gestaltungskultur in Ligurien, einer Gegend – so haben die Planer erklart – in der es immer schwieriger wird, auf illuminierte Auftraggeber zu sto?en, die experimentierfreudig sind.


Francesca Oddo

Foto von Aldo Amoretti

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