13-01-2003

Die Wunderkammern und das Entstehen des modernen Museums

Florenz, Prag,

Fabriken, Museen,

Messen,

Am Ursprung des modernen Museums steht nicht nur die ewige, unendliche Neugier des Menschen gegenüber dem Wissen: noch früher beginnt die Vorliebe zum Seltsamen, Wunderbaren, Exzentrischen, bei allen den reellen oder erfundenen Aspekten des Universums, die den Besucher jener Kästen mit sonderbaren Dingen verblüffen und seit jeher die Studierzimmer für die Herrschenden waren (vor allem ab der Hälfte des 16. Jahrhunderts), sowie später die Wunderkammern



Die Wunderkammern und das Entstehen des modernen Museums Die Ausstellung hob ebenfalls den kosmopolitischen und europäischen Charakter der sizilianischen Kultur im Zeitraum der Spätrenaissance und der Manieristen hervor, als Persönlichkeiten von einem Kaliber des Don Carlo d?Aragona, Herzog von Terranova, dank seiner Vollmacht als kaiserlicher Botschafter der Habsburger, mit der raffinierten Kultur der mitteleuropäischen Höfe in Kontakt kam, wie zum Beispiel mit denen von Rudolf II. in Prag und von Margherita von Österreich in Parma, d.h. berühmten Sammlern vor allem harter Steine, die auf die außergewöhnlichsten Weisen eingefaßt waren.

Am Hofe Rudolfs II. wurden außerdem auch wertvolle Tische im typischen Bearbeitungsstil ?a commisso? hergestellt, d.h. einer berühmten und traditionellen Technik aus Florenz, dank der Halbedelsteine die Form von Intarsien annahmen ? vor allem bei florealen oder zumindest naturalistischen Themen ? mit denen die anderen europäischen Höfe geehrt wurden.

Die Prager ?Commissi? ? einziger Falle einer Produktion außerhalb von Florenz ? wurde jedoch im Wesentlichen aus Jaspis hergestellt, das in Mitteleuropa besonders reich vertreten ist, im Unterschied zu der großen Vielfalt der Steine, die am Hofe der Medici verarbeitet wurden.

Auf der anderen Seite erwecken auch bei uns heutigen Zeitgenossen außer den harten Steinen (denen auch ein magischer-alchimistischer Wert zugewiesen wurde) auch die Zweige bemalter Korallen, die Narwalzähne (mutmaßliche mythische Hörner des Einhorns) und die Zungen von S. Paolo (in Wirklichkeit Zähne des Hais), nicht weniger die Neugier, wie die in Metall und Edelsteinen gefaßten Muscheln des Nautilus sowie die Bisonhörner, die die phantasiereiche Vorstellungskraft jener Zeit als Krallen des legendären Griffon betrachtete.

Elena Franzoia

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