18-10-2005

Der Friedhof von Finisterre in Galizien.
César Portela

César Portela,

Spanien,

Kirchen & Friedhöfe,

Die Idee hinter dem Projekt
Kap Finisterre verlangt (zumindest von mir) ein architektonisches Objekt, das eine Erweiterung der Landschaft ist, ein Objekt, das sich ruhig in der Natur auflöst, so als ob es fast nicht existiert. Wie kann man diese gestalterischen Anforderungen in den Entwurf eines Friedhofs an dieser Stelle einbringen?



Der Friedhof von Finisterre in Galizien.<br> César Portela Während wir uns diesen Steinen nähern, merken wir, dass es vom Menschen gemachte Orte sind. Steinkuben voller Geometrie, internationale Formen, die in einer scheinbaren Unordnung angeordnet sind. Steine, die die eingelassenen Gräber aufnehmen, wie Schachteln oder Behälter, die nach einem Schiffbruch an den Strand gespült werden, ein unordentliches "Pomerium", wo die Toten nicht in der Stadt beerdigt sind, sondern entlang einer einfachen Straße, entfernt von der Siedlung. Topographie, Stille, Abwesenheit und Erinnerung inspirieren und markieren dieses Projekt. Die Architektur ist dessen Ergebnis und sogar deren Überdenkung.
Für dieses Projekt, so glaube ich, habe ich unbedeutende Sorgen beiseite gelassen, nicht gerechtfertige Planungen, nicht nutzbare Materialien, unnütze Details. Ich habe versucht, nicht auf den versuchenden Gesang der vielen Sirenen zu hören, mich von der Ablenkung fern zu halten und von allem, was sich als nicht notwendig erweisen würde. Ich habe nur das Wesentliche bewahrt. Ich habe versucht, das Geheimnis und die Transzendenz der Sprache inmitten der Stille zu entdecken. Eine Stille, die erobert wurde dank des Wunsches, die eigene Stimme in dem weitläufigen und anonymen Aktionsradius der Architektur verschallen zu lassen.
Das ist die Architektur, die mir gefällt, die Architektur, die sich am meisten meinem eigentlichen Wesen nähert. Sauberer, direkter, transzendenter, persönlicher (aber weniger individuell), enger über geheime Verbindungen mit der Geschichte und der Geographie verbunden - eine Architektur, die ihren Platz in der Kultur und im Leben verlangt, aber weit über die Zeit und den Raum hinaus, in der sie produziert wird.

Ich hoffe, dass sie auch Kap Finisterre, dem Berg O Pindo, den Inseln von Lobeira und O Centolo, dem Mar de Dentro und dem Mar de Fora gefällt, den Seeleuten und den Fischern, die entlang dieser Küste zur See fahren, denjenigen, die ihre Toten an diesen Ufern beerdigen.
Und, wenn möglich, dann hätte ich gerne, dass sie auch denjenigen gefällt, die hier gestorben sind.

César Portela

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