05-11-2014

Das White Cave House von Takuro Yamamoto und der Schnee von Kanazawa

Takuro Yamamoto Architects,

Japan,

Ville, Housing,

Design,

Zement,

Takuro Yamamoto hat ein Wohnhaus in Kanazawa gestaltet. Diese japanische Stadt ist bekannt für den starken Schneefall und ihre kalten Winter. In den weißen Baukörper ist eine Aushöhlung (white cave) in L-Form eingegraben, die den Weg vor dem Schnee schützt und die Privatsphäre gewährleistet.



Das White Cave House von Takuro Yamamoto und der Schnee von Kanazawa

Das White Cave House von Kanazawa erfüllt den Wunsch des Bauträgers nach einem Haus mit Hof, der allerdings nicht durch den Schnee beeinträchtigt werden sollte. Der japanische Architekt Takuro Yamamoto entwirft somit die Lösung mit dem überdachten Eingang in L-Form (white cave), der den Durchgang ermöglicht und dabei die Privatsphäre der Einwohner nicht verletzt.

Viele sind die Kennzeichen der japanischen Gegenwartsarchitektur, die Takuro Yamamoto in dem White Cave House von Kanazawa neu interpretiert. Darunter der weiße Baukörper, eine vom Rationalismus (von Le Corbusier bis Alvar Aalto) geliebte Farbe, die heute als Zeichen der räumlichen Neutralität zurückgekehrt ist, eine Hülle, die die gebaute Struktur betont und dabei aus ihrem Kontext und von jedem möglichen Einrichtungsgegenstand löst. Die Schachtelform schützt die Einwohner und wird zu einer komplett in sich geschlossenen Architektur, wo jede Beziehung mit der urbanen Landschaft dem Blick nach oben überlassen wird. In dem künstlichen Garten empfindet der Architekt eine in der Stadt aufgrund der Urbanisierung fehlende Natur nach. Das Sonnenlicht wird hier zum Interpreten des Raums, ob bemessen oder mit Kraft einfallend, aber nie zufällig.

Auch das White Cave House ist ein weißes, komplett in sein Inneres geschlossenes Volumen, ein introvertierter “Körper” mit den “Augen” die fix zum Himmel blicken. Hier bilden ein überdachter Eingang, ein offener Hof im Erdgeschoss und eine Terrasse im ersten Stock die weiße Grotte (white cave), ein räumlicher Weg im Inneren des Hauses. Mit dieser Lösung – die den Zugangsbereich und den Stellplatz der beiden Autos schützt - überdenkt Takuro Yamamoto das Konzept der weißen Schachtel. Er überwindet die Idee der geschlossenen Wände und entwirft eine “Höhle” in L-Form, die sich nach innen faltet und dabei trotzdem den direkten Blick auf die Straße negiert.

Durch die Höhle gelangt man zum Hof, eine künstliche und perfekte Rekonstruktion der nicht ganz so perfekten echten Natur: der Blick bewegt sich zwischen den vertikalen Grenzen des Hausumfangs, das Erdreich ist ein Boden aus lackiertem Zement und das Grün wird von einem Kübel mit einem Baum in der Mitte des Hofes versinnbildlicht. Das ist die Aussicht vom Wohnzimmer, das von zwei raumhoch verglasten Wänden eingerahmt wird, die Innen und Außen voneinander trennen. Der Zugang zum Hof ist nämlich nicht breit und direkt, wie man beispielsweise bei einem südamerikanischen Haus erwarten würde, sondern gewollt von einer Seitentür geregelt: das was Draußen ist, ist das Szenario des Lebens, gehört aber nicht direkt dazu.



Die bemessene Wahrnehmung der Außenwelt wiederholt sich im Obergeschoss, wo ein halbrunder Weg angeboten wird. Die drei Schlafzimmer mit Bädern sind um eine große offene Terrasse angeordnet, die auf den Hof im Erdgeschoss blickt. Wie beim Hof so wird auch hier die Metapher des Gartens von der Umzäunung der weißen Wände mit dem Baum im Kübel dargestellt, wobei der Planer hier den blauen Reflex einarbeitet. Blau ist die Farbe des Himmels, der das “Dach” des künstlichen Raums bildet. Blau ist die Farbe, die der weiße Fußboden der Terrasse dank der Abdichtung aus FRP annimmt, denn nach dem Regen bildet sich hier ein Wasserspiegel, in der der Himmel sich spiegeln kann.

Die künstliche Imitation der Natur ist komplett, wenn die abdichtende Membran aus FRP leichte Wellen bildet, die die Wasseroberfläche vibrieren lassen, ohne dass dabei die Perfektion des Gesamtbildes beeinträchtigt wird.

Mara Corradi

Entwurf: Takuro Yamamoto Architects
Bauträger: privat
Ort: Kanazawa (Japan)
Tragwerksplanung: Yamada Noriaki Structural Design Office
Bruttonutzfläche: 132,68 m2
Grundstücksgröße: 493,88,2
Planungsbeginn: 2009
Ende der Bauarbeiten: 2013
Bauunternehmen: Ninomiya-Kensetsu
Fenster und Türen aus lackiertem Holz
Verkleidung der Terrasse aus abdichtendem FRP (Fiber Reinforced Plastics)
Holztragwerk
Innenwände mit Putz
Fußböden aus lackiertem Zement, Soft PVC und Keramik
Einrichtung aus Weißeiche nach Entwurf von Takuro Yamamoto Architects
Beleuchtung nach Entwurf von Takuro Yamamoto Architects
Bildnachweis: © Ken'ichi Suzuki


takuroyama.jp/index2.htm


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