18-12-2007

Concert Stadium. Vitrolles (Frankreich). Rudy Ricciotti. 2000

Rudy Ricciotti,

Marseille, Frankreich,

Halle, Freie Zeit,

Zement,

Am Rand der Peripherie von Marseilles liegt das Städtchen Vitrolles, das seit einigen Jahren ein besonderes multimediales Zentrum besitzt. Es wurde in der Absicht erbaut, dieses heruntergekommene Gebiet, in dem Verwahrlosung und Unsicherheit herrschen, aufzuwerten und mit neuen Dienstleistungen auszustatten.



Concert Stadium. Vitrolles (Frankreich). Rudy Ricciotti. 2000 Das Gebäude wurde nach dem Entwurf des Ingenieur-Architekten Rudy Ricciotti errichtet. Es ragt als großes graues Parallelepiped einsam aus der umliegenden felsigen Landschaft. Die Form ist geometrisch, kantig und geradlinig, im harten, minimalistischen Stil gehalten, der für Ricciotti typisch ist. Seine Architektur fasziniert aber gerade durch diese Beschränkung aufs Wesentliche. Es gibt keinerlei Dekoration, außer, in diesem Fall, die gekonnte Ausnutzung des Lichts.
Der Bau sieht also einer riesigen Schachtel ähnlich; er ruht auf 96 je zwanzig Meter langen Pfeilern, welche direkt in den Fels eindringen. Die ringsum verlaufenden Umfassungsmauern sind 25 Meter hoch und 30 cm tief.
Wegen der starken Winde, die für diese Gegend charakteristisch sind, musste man den oberen Teil der Pfeiler mit vier Meter großen Stahlbetonplatten verstärken. Sie stellen eine Verbindung der Pfeiler mit der Betondecke her. Die dunkelgraue Anthrazitfarbe der Außenseite erzielte man, indem man jedem Kubikmeter Zement 25 kg Farbe beimengte.
Das Ergebnis ist ein "geschlossenes" Gebäude ohne Fenster, das darauf neugierig macht, wie es wohl innen aussieht. Zu dieser minimalistischen Ausdrucksform gehört auch die Ausnutzung des Lichts. Viele rote Punkte wurden in spezielle Nischen eingefügt, die das Concert Stadium in der nächtlichen Landschaft auch von Weitem zur Geltung kommen lassen. Auch mit diesem Projekt schafft es die Architektur von Rudy Ricciotti, trotz der nüchternen Ausdrucksart, die mit präzisen Entscheidungen hinsichtlich Materialien, Formen und Farben arbeitet, theatralisch zu sein.
Das Grau der Fassaden, die glatte und dennoch matte Oberfläche, die reinen Formen lassen eine "nackte" Form entstehen, die gewollt die Zurschaustellung ablehnt und gerade dadurch unweigerlich zum einem starken Blickfang wird.

Laura Della Badia

GALLERY


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