13-08-2014

Cliff Dwellings von Romàn Cordero gewinnt den Next Landmark 2014

Román Jesús Cordero Tovar,

Landschaft, Wettbewerbe,

Stein, Holz,

NextLandmark,

Die Forschungsarbeit über die Felswohnungen Cliff Dwellings, die Romàn Cordero und Izbeth Katia Mendoza Fragoso angestellt haben, wurde beim internationalen Architekturwettbewerb Next Landmark 2014 als Sieger in der Kategorie Forschung proklamiert. Cliff Dwellings ist eine Hypothese für eine selbstgenügende und symbiotische Struktur, die die vertikalen Oberflächen unseres Planeten als Habitat nutzt.



Cliff Dwellings von Romàn Cordero gewinnt den Next Landmark 2014

Next Landmark, der internationale Architekturwettbewerb des Portals Floornature, hat in der Kategorie Forschung ein Wohnexperiment an der Grenze zur Utopie ausgezeichnet. Es handelt sich um Cliff Dwellings, eine Felssiedlung, wie sie von Romàn Cordero und Izbeth Katia Mendoza Fragoso ausgedacht wurde. Ein Vorschlag für eine Siedlung im Felsen mit einem Dienstleistungsprogramm bezogen auf Vergnügung, Gesundheitswesen, Parks usw. Cliff Dwellings sieht keine besondere Ortschaft vor und ist an keine örtlichen Besonderheiten gebunden, sondern geht von einem Wohnmodell für vertikale Oberflächen aus, das sich weltweit anwenden lässt.

Das vertikale Habitat, das im Inneren der Erde oder des Felsens geschaffen wird, geht eine Symbiose mit dem natürlichen Element ein, was für zahlreiche Tierarten sehr günstig ist: dieses Modell nutzt die große Fläche mit Ausblick nach Außen und erhält dabei gleichzeitig Schutz. Je nach geographischer Lage und Klimazone leben Termiten, Erdmännchen, Ameisen, indem sie sich ihre Unterschlüpfe in der Erde graben und dabei lange vertikale Tunnel schaffen. Spechte, Eichhörnchen und holzfressende Tiere hingegen legen ihre Nester im Holz an und nutzen dessen natürliche Hohlräume oder bauen Schächte im Inneren der Bäume. Die Natur wird hier zum strukturellen und schützenden System.

Auch der Mensch hat in der Vergangenheit Wohnmodelle im Felsen geschaffen. Die Geschichte hat uns nur einige davon im Laufe der Jahrhunderte übrig gelassen, wie die Felsenstadt von Petra in Jordanien, das Bamiyan-Tal in Afghanistan mit den berühmten Buddha-Statuen, die 2001 von den Taliban zerstört und heute teilweise wieder aufgebaut wurden, die Hochebene von Uçhisar, Kappadokien, in der Türkei, deren Festung auf der Spitze sich in der Felsenlandschaft versteckt und die unterirdischen Gänge, die die natürlichen Hohlräume im Tuffstein nutzen oder die Höhlen von Guyaju in China, nicht weit von Peking entfernt.

Als Menschen beschränken wir uns nicht auf die Kolonialisierung eines Bereichs, sondern wir passen diesen unseren Wohnbedürfnissen an – von der Funktion bis hin zur Ästhetik und analysieren dabei die Wahrnehmung und Proxemik. Die Kunst ist dabei das Mittel zu Erkundung, die unsere Bedürfnisse und unsere Fragen mit mehr Sensibilität ausdrückt, die Beziehung mit der Landschaft und unsere Idee des Hauses in der Natur, der ewige Dialog zwischen Bestand und Neuplanung. Bei der Definition des Gleichgewichts zwischen Geschichte und Zukunft verstanden als neue Modelle einer vertikalen Stadt, betrachten die Planer der Cliff Dwellings die Arbeiten der Künstler, insbesondere derjenigen, die in der massiven Materie gearbeitet und deren Herz als Antwort auf die menschlichen Bedürfnisse untersucht haben. Darunter Eduardo Chillida mit seinen wuchtigen Skulpturen, die sich an der baskischen Tradition inspirieren und Jorge Yazpik, der den Stein mit kleinen Schlitzen bearbeitet, die an Fenster erinnern oder groß wie mächtige Tore sind.

Das Ergebnis dieser Untersuchung, eine faszinierende historische und soziologische Forschungsarbeit, ist die Utopie eines vertikalen Höhlensiedlungsmodells als Alternative zum im 20. Jahrhundert abgenutzten Modell des Wolkenkratzers. Die Planer sagen: “We have been developing through the years unsustainable models that year after year are taking more territory to satisfy the necessity of growth. The typical skyscraper offered the chance to have a compact surface on the ground in order to have more free horizontal space, but at the end, if we built a lot of them (as we actually do) we will end in a sort of situation very linked with the previous one mentioned”. Die Idee der “Cliff Dwellings” ist eine Verminderung der Umweltauswirkungen, indem die Energie direkt aus der Erde gewonnen wird, in der man baut, wobei die klimatischen Bedingungen genutzt werden, um erneuerbare Energie zu erzeugen. Die horizontalen Flächen, die nicht mehr verbaut werden, um Raum für eine Stadt zu schaffen, könnten somit zu grünen Lungen für das Wohlbefinden der Gemeinschaft werden.


Es handelt sich – wie bereits erwähnt – um Utopien, deren Sinn nicht die sofortige Realisierung eines Wohnmodells im Felsen ist, sondern bei denen es vielmehr um die Eröffnung neuer Wege für eine Raumplanung geht, die auf eine Verringerung des Bodenverbrauchs zielt.

Mara Corradi

Entwurf: Román Jesús Cordero Tovar, Izbeth Katia Mendoza Fragoso (Plug Architecture)
Bauträger: Forschungsprojekt
Ort: möglichst überall
Planungsbeginn: 2012

www.plugarchitecture.net
www.facebook.com/PLUG.architecture


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