15-06-2010

Tradition und Metamorphose

Paolo Schianchi,

Feinsteinzeug,

Porcelaingres, Stonepeak, Ariostea,

Die Entwicklung der Module für Verkleidungen hat die Form beibehalten, um mit dem Einsatz der Technologie das Aussehen zu verwandeln.



Tradition und Metamorphose Wir nennen sie Fliese, aber heute ist es ein keramisches Modul. In diesem kurzen Satz steht die gesamte Tradition der Industriekeramik geschrieben, von ihren Anfängen bis heute. Machen wir einen Schritt zurück in die Geschichte. Die Verkleidungskeramik hat ihren Ursprung in dem Brennen, erst an der Sonne, dann in den Öfen, von Kacheln, die anschließend dekoriert wurden. Davon findet man Beispiele in zahllosen Museen und historischen Architekturen, die sich je nach Gegend durch die Verwendung von Dekorationen und in einigen Fällen auch durch das Format unterscheiden. Im Laufe der Zeit haben sich die Brenntechnik und die Rezepturen für die Mischungen veredelt, bis es zur Industrialisierung und der massenhaften Verbreitung kam.
Ein strapazierfähiges und immer technischer gewordenes Material, das in Module strukturiert wird, um zu verkleiden und sich in mit der Gestaltung integrierte Module zu verwandeln. Die Frage, die sich in diesem Fall stellt, lautet: Wie viel ist von der ursprünglichen Fliese in den neuen Keramikformaten übrig geblieben? Hier kommt die Semantik ins Spiel. Wir nennen Objekte, die den Grundstoff und die Form mit dem Begriff Fliese gemein haben, die sich aber in ihrem Inneren technisch entwickelt haben, weiterhin Fliesen.

Ein Beispiel ist die Linie Iridium von Ariostea, die wie eine farbige Fliese aussieht, in Wirklichkeit aber ein durchgefärbtes Modul ist, wo das Farbdekor die Materie selbst ist und keine anschließende Applikation. Eine technische Umwandlung, die mit dem bloßen Auge nach dem Verlegen nicht zu sehen, aber bei der Gestaltung des Verkleidungsmoduls vorhanden und vorherrschend ist. Es hat also eine Entwicklung in der Keramiktradition stattgefunden, bei der die Bezeichnung des Objekts und seiner Materie gleich geblieben ist, sich deren Inhalt aber geändert hat.

Zu diesem Zeitpunkt kommt das Konzept der für die Tradition typische Identität ins Spiel und das gerade in dieser langsamen internen Entwicklung des Objekts für die Verkleidung zu erkennen ist. Dieser Weg ist sichtbar in der Serie Fashion von StonePeak, wo die Tradition des italienischen Feinsteinzeugs in Module verwandelt wird, die aus der Oberfläche das ansprechende Element nach der Mode machen und dabei anhand der Verwendung der Texture das ganze Meisterwerk in dieser Industrietechnik gekonnt zeigen. Bezeichnung, Materie und Technik sind also die drei Komponenten der keramischen Tradition, zu übersetzen als Fliese, Ton und Technik. Es ist jetzt leicht zu verstehen, wie sehr das traditionelle Element ein solches geblieben ist, man muss nur die Wörter ersetzen. Das Objekt bleibt augenscheinlich das gleiche, so wie der Mensch nicht mit seinem Vorfahren von vor 3000 Jahren identisch ist, aber genetisch gesehen dessen Nachfolger bleibt. Das, was wir heute gemeinhin als Fliese bezeichnen, ist jetzt ein Modul für die Gestaltung, das, was wir Ton nennen, wurde pulverisiert und atomisiert und was wir als traditionelle Technik bezeichnen ist der Weg hin zur Entwicklung des Objekts selbst. Abschließend ist die Form augenscheinlich immer die gleiche, wie ihr Aussehen und das gehört zur Tradition, aber das Verkleidungsobjekt hat neue technische Werte erhalten und dabei die Oberfläche geändert und das ist die Metamorphose.

Ein Beispiel für alle istMo.de. von Porcelaingres, wo das Modul sich von den Maxiformaten auf die kleinen Dimensionen erstreckt: Die Materie bleibt wie historisch gehabt, aber die Technologie hat deren Mischung verändert und eine raue und metallisierte Texture ermöglicht.

Paolo Schianchii

ERWÄHNTE PRODUKTE

Iridium von Ariostea, wunderschöne Farben für Fußböden und Verkleidungen
Zwölf Farben in vier Varianten, um die Flächen Drinnen und Draußen mit Feinsteinzeug zu verkleiden. Eine Farbexplosion dieser durchgefärbten Fliesen, die nur darauf wartet, von kreativen Menschen verwendet zu werden, damit aus der chromatischen Tradition, die für die Keramikoberflächen typisch ist, der neue Ausdruck des Innendekorateurs wird. Die beiden Formate 60x60 und 60X9 steigern die Möglichkeiten bei der Schaffung eines von der Farbfreude inspirierten Verlegemusters.
www.ariostea.biz


Fashion von StonePeak Ceramics, High Tech Porcelain

Die Weichheit der unbehandelten Stoffe gibt es nun auf der Keramik für Gestaltungen mit "softem" Look. Eine Kollektion in drei Nuancen: beige linen, gray wool und white cotton, die auf die Natürlichkeit der Materie und die Rauheit der Oberfläche verweisen. Eine Verkleidung zum Anfassen und um zu leben und dabei einen Lebensstil zu ergänzen. Neun Formate, die von 48X24 bis zum Mini-Format 6X6 gehen – in einem Spiel der Vielfachen und Teilungen, die jede Komposition diversifizieren.
www.stonepeakceramics.com


Porcelaingres, Kollektion Mo.de.

Das Projekt der Materie ist die Grundlage dieser Kollektion, die von den Reflexen des Metalls und der Rauheit der Oberfläche inspiriert ist. Eine Verbindung, die eine Produktlinie hervorgerufen hat, die sich auf die Formate 120X60, 120X30, 120X15 und 60X60 erstreckt und dabei die Ausdrucksfreiheit bei der Gestaltung der Verlegemuster gestattet. Dies alles unterstützt von drei Farbvarianten white, beige und gray, die geeignet sind, um die in Innengestaltungen mit Zurückhaltung die Hauptrolle zu spielen.
www.porcelaingres.de


Il nostro sito web utilizza i cookie per assicurarti la migliore esperienza di navigazione.
Se desideri maggiori informazioni sui cookie e su come controllarne l’abilitazione con le impostazioni del browser accedi alla nostra
Cookie Policy

×
×

Bleiben Sie in Kontakt mit den Protagonisten der Architektur, abonnieren Sie den Floornature-Newsletter