01-03-2010

Keramik: Neue mögliche Identitäten

Paolo Schianchi,

Feinsteinzeug,

GranitiFiandre, Stonepeak, ACTIVE Clean Air & Antibacterial Ceramic™ , Porcelaingres,

Keramikformate, welche die gleiche Funktion und ähnliche Eigenschaften haben, bei anderem Aussehen und Attributen, können im neuen System der Gegenwart als Teil einer gleichen Identität betrachtet werden.



Keramik: Neue mögliche Identitäten

Die Materie, aus der ein Keramikformat für die Verkleidung besteht, hat sich in seiner eigentlichen Zusammensetzung im Laufe der Zeit nicht verändert. Was sich verändert hat, sind das Aussehen und die Leistungen. Ton ist Ton geblieben, zwar mit neuen Techniken verarbeitet, aber immer Ton. In der Geschichte haben sich die Oberflächengestaltungen und Techniken entwickelt, um das Modul immer resistenter zu machen, deshalb scheint das, was man heute wahrnimmt, von seinen kulturellen Wurzeln losgelöst zu sein. So kommt das Konzept der Identität der Sachen ins Spiel, in diesem Fall der Keramikformate.

Zu sagen, dass “eine Fliese eine Fliese in Fliesenform ist” ist mittlerweile zu wenig, auch wenn es sich um den ersten Grundsatz der Identität der Sachen handelt: A ist gleich B, da sie die gleiche stoffliche Zusammensetzung, Form und Leistung haben. In Wirklichkeit hat heute die Forschung bezogen auf die Basiskomposition und die Ausdrucksmöglichkeiten mit Hilfe der neuen Technologien die Definition der Identität kompliziert. In der Tat können zwei Objekte oder Module, die aus dem gleichen Stoff bestehen, die die gleiche Funktion und ähnliche Eigenschaften haben, aber ganz anders aussehen und andere Attribute haben, im neuen zeitgenössischen System als Teile der gleichen Identität betrachtet werden. Zum Verstehen dieser Gliederungen sind einige Beispiele notwendig. Was das Aussehen betrifft, kann man die Linie Caesar von Stonepeak betrachten, wo die Abstufungen, die sich an Steinen inspirieren zur Ausdruckskraft der Keramik verwandeln. Eine Forschung bezogen auf die Farbe in der Masse, die das Konzept der Dekoration bei der Gesamtplanung vorantreibt und dabei die optischen Regeln des Produkts ändert.

Vom technischen Standpunkt her hingegen artikulieren sich in der Linie Materia Collection von Porcelaingres die Formate mit geringer Stärke, 4.8 mm und die Textur der Materie in Hell und Dunkel, die gleichzeitig auf die natürlichen Stoffe als auch auf die Graffiti-Dekoration verweisen. In diesem Fall verändert die Verwendung des Abdrucks auf der Oberfläche die Produktionsregeln. Währenddessen hat die neue Technologie bei den Oberflächen Einzug gehalten mit Active™ Clean Air & Antibacterial Ceramic von Fiandre: Eine Mischung, die jedem Modul verschmutzungsmindernde und antibakterielle Eigenschaften verleiht. Diese beiden Wirkungen sind das Resultat des Oxidationsprozesses, der bei Kontakt mit einer photokatalytischen Oberfläche stattfindet. Ein Verfahren, das auf die gesamte Produktion der Gruppe angewandt wird und welches das Verhältnis der Keramikmodule mit der Umweltqualität ändert. Das Aussehen scheint, so wie es beschrieben wurde, diese Verkleidungsobjekte von der herkömmlichen Identität zu entfernen, aber in Wirklichkeit liegt es an ihrer stofflichen Zusammensetzung und in der Forschung im Hinblick auf die Verarbeitung, dass es ihnen gelingt, neue Ausdrucksweisen zu erkunden und dabei zwischen optischer Wahrheit und Kunstgriff zu spielen. Wahrheit, denn der Stoff ist immer der gleiche und behält die historische Verbindung mit seinen Wurzeln bei, optischer Kunstgriff , da das, was zu sehen ist, nicht das Bild der Fliese als Archetyp der Verkleidung ist, sondern andere Formate mit anderen Gestaltungen.

Wo findet sich also die Identität der Keramikproduktion? In der Erkennbarkeit des Objekts Modul, aus Ton hergestellt, aber technisch fortgeschritten. In der Tat hängen die Wahrheit oder der Kunstgriff von den Bedeutungen der kommunikativen Ausdrucksweisen ab, die mit Entwurf und Forschung hinzugefügt werden: Aussehen, Fertigungstechnik, neue Technologie usw. Wenn man nämlich ein Modul für Verkleidung betrachtet, das aussieht wie Stein, eines mit einer bunten Oberfläche und in der Masse graviert und ein Drittes, das umweltschützende Eigenschaft, dann erkennt man, dass ihre Wahrheit darin besteht, alle Module zu sein, die aus einer gleichen kulturellen Matrix stammen, also der Keramikverarbeitung, während man in ihrem Aussehen den Kunstgriff bestimmen kann. Diese Betrachtung liefert neue mögliche Familien einer gleichen Identität, die sich nicht in der radikalen Neuauflage gleicher und sich selbst bleibender Module einigeln, sondern sich neuen Experimenten öffnen, die aus einem Material die erste Quelle der Forschung machen. Der Grundsatz der Identität kann nunmehr betrachtet werden als: A und B stammen von der Forschung bezogen auf eine gemeinsame Materie ab, deswegen ist A Teil der gleichen Identität wie B, abgesehen von ihren Aussehen und ihrem Format.
von Paolo Schianchi

Stonepeak Ceramics, American porcelain floor tile
Porcelaingres, Italian Style made in Germany
Feinsteinzeug für Fußböden und Verkleidungen Fiandre
Antibakterielle Oberflächen für Fußböden und Verkleidungen Active


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