24-05-2012

Design: Einzigartigkeit in Serie

EiffelGres, Ariostea,

abstract



Design: Einzigartigkeit in Serie

Am Anfang des Designs behauptete sich die Industrie gegenüber dem Handwerk, um alle Waren potentiell für alle Menschen des Globus bereitzuhalten. Trotzdem hat sich die Gestaltung der Form nicht in der allmählichen Überwindung der Industrie gegenüber des Handwerks aufgelöst. Im Gegenteil, dies hat zu einer ästhetisch-technischen Debatte geführt, die die Kontamination zwischen den Parteien angeregt hat.
Im Jahr 1969 widmete die Design-Zeitschrift “Ottagono” das Titelblatt Alessio Tasca, einem Töpfer, mit einem Werk, das dieser überraschend aus gezogener Keramik geschaffen hat: Das Steinzeug, allgemein mit der industriellen Pressung von Bodenbelägen und Verkleidungen verknüpft, wurde hier wie ein Metall mit dem Zieheisen bearbeitet, wobei der Keramik ein neues Gesicht verliehen wurde, das einzigartige Werke von künstlerischem Wert hervorbrachte. Forschungen wie diese regen den Sektor der Verkleidungen heute zur Verwendung von industriellen Techniken wie dem Wasserstrahlschnitt zur Herstellung von Sonderstücken an, von, auf Netz montierten Mosaiken, wie es der Fall von Eiffelgres ist oder von dekorativen Elementen in Kombination, wie die von Ariostea produzierten High Tech Platten.
Die 2004 von Ronan und Erwan Bouroullec für Vitra entwickelte Trennwand Algues beweist, dass die Industrie das Konzept des Moduls nicht nur mit dem Zweck der produktiven Rationalisierung entwickelt hat, sondern auch, um Einzigartigkeit und Personalisierung zu bringen. Die Gebrüder Bouroullec achten besonders auf dieses Thema und haben 2011 einen Kilim aus in Pakistan gesponnener, gefärbter und gewebter Wolle entworfen, der trotz seines weltweiten Vertriebs durch Nanimarquina in jedem Exemplar unterschiedliche farbliche Merkmale aufweist, da jeder von ihnen ein Einzelstück ist.
In den letzten Jahren haben die Experimente an der Grenze zwischen Handwerk und Industrie zum Thema des handwerklichen Images im Serienprodukt geführt. Das 2010 entstandene holländische Unternehmen Wanderfullwallstudios realisiert Verkleidungen und benutzt dabei die Hölzer, die aus indonesischen Abrisshäusern stammen, die dann montiert werden und Module bilden, die serienmäßig verkauft werden: Die Oberflächen sehen immer anders aus und die Nichtwiederholbarkeit wird hierbei als Wert gesucht.

Mara Corradi


01_Alessio Tasca, verschiedene Werke, ph. Fabio Zonta
02_Alessio Tasca, verschiedene Werke, ph. Fabio Zonta
03_Ronan und Erwan Bouroullec, Losanges, Nanimarquina, 2011
04_Ronan und Erwan Bouroullec, Losanges, Nanimarquina, 2011
05_Ronan und Erwan Bouroullec, Algues, Vitra, 2004
06_Eiffelgres, Waterfall, Dekorstücke für Fußböden und Verkleidungen. Die Mosaiksteine werden durch Wasserstrahlschnitt erhalten und dann auf einem Netz zu Mosaiken mit Dimensionen und Format nach Maß zusammengesetzt 
07_Ariostea, Marmor High Tech Nero Marquinia Extra im Fußboden des ElbeParks, Dresden: Die Oberfläche wirkt aufgrund ihres bühnenwirksamen Eindrucks, der vom Muster und der Kombination der Dekorationsteile erhalten wird.
08_Peter Marigold, Wooden form, Wachsmodell eines Metallgefässes, aus der Gesamtheit von Teilen, in die heiß die Holzmaserungen eingedrückt wurden: Die serielle Technik der Form verbindet sich mit der Einzigartigkeit, die aus der Kombination von Elementen mit ganz unterschiedlichen Mustern entstehen
09_Ikea, Wandteppiche mit den Figuren der schwedischen Märchen. Serienproduktion, handgearbeitet von indischen Frauen, design Hella Jongerius
10_Wanderfullwallstudios, Verkleidung Parker und Wheels, 2012


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