15-02-2010

Casa Panamà: Offen und geschlossen auf die Stadt

Marcio Kogan,

Nelson Kon,

Sao Paulo, Brasilien,

Halle, Residenzen,

Modern,

Zement, Holz, Metall, Glas,

Messen,

In Sao Paolo, Brasilien, hat Marcio Kogan eine Wohnung entworfen, die auch eine Ausstellungsgalerie der Kunstwerke des Auftraggebers ist und entwickelt dabei eine Beziehung zwischen Innen und Außen, die das Erbe des brasilianischen Modernismus neu auflegt.



Casa Panamà: Offen und geschlossen auf die Stadt

Das milde Klima und die intensive kulturelle Aktivität sind die Gründe, um Sao Paolo do Brazil zu lieben.
Von der Avenida Paulista, dem Geschäftszentrum, zum Jardim Paulista hin gibt es zahlreiche Kunstgalerien und Ausstellungszentren in den Stadtvierteln.Der Kunstsammler, der Casa Panamà in Auftrag gegeben hat, wollte einen dauerhaften Ausstellungsort für seine Werke. Um die Bedürfnisse der Wohnung mit denen der Galerie zu verbinden, hat der Architekt Marcio Kogan die Funktionen so ausgerichtet, dass er das Klima nutzt. Im Querschnitt zeigt sich die Pyramidenform des Gebäudes, das so entworfen wurde, dass die unteren Geschosse voll und ganz das Tageslicht erhalten. Alle drei Stockwerke über der Erde haben die Fassaden nach Süden gerichtet, wo sich, auf Bodenhöhe, der Garten, die baumbestandene Terrasse und das Schwimmbad befinden, während die anderen Fronten der Wohnung nach Außen hin geschlossen sind und sich durch unverputzten Beton auszeichnen.
“Die Augen” des Hauses schauen auf den großen Innenhof, wo ein mit Holz gestalteter begehbarer Streifen bis zum Wohnzimmer im Erdgeschoss führt, das sich ohne Abtrennungen auf den Garten öffnet. Während im Erdgeschoss alle öffentlichen Funktionen angeordnet sind, wie die Küche, das Esszimmer und die Bibliothek, beherbergt die erste Etage die privaten Zimmer, die Bäder und die Garderobe, das Home Theater, die Schlafzimmer und das Büro des Hausherrn. Alle Schlafzimmer und das Badezimmer des Hausbesitzers mit der freistehenden Badewanne zeigen auf den Patio, wo die Glaswand – um vor dem starken Tageslicht und den Bildern von Außen zu schützen – mit einem System horizontal gleitender Brise-soleil ausgestattet ist, das zu einem kennzeichnenden Element des gesamten Gebäudes wird. Der zweite und letzte Stock ist hingegen dem Fitnessraum und dem Solarium auf der Terrasse vorbehalten. Die Werke der brasilianischen Kunstsammlung des Auftraggebers, die sich im Patio und im Eingang befinden, markieren die Grenzen zwischen dem natürlichen Draußen und dem künstlichen Drinnen und werden ebenfalls zu architektonischen Zeichen.

Die Bronzeskulptur von Maria Martins, die sich über den Wasserspiegel neben der Bibliothek erhebt, erinnert an die Inszenierung von “I bagnanti” (Die Badenden) von Alfredo Ceschiatti in der Residenz des Präsidenten Lula in Brasilia. Die wuchtigen Zement-Terrassen, die großen Glaswände, die die Landschaft spiegeln, die Kontinuität zwischen Innen und Außen und die metaphysische Präsenz der Kunstwerke sind vielleicht ein Erbe von Oscar Niemeyer in der Baukunst von Marcio Kogan? Vergessen wir nicht, dass die Wurzeln der architektonischen Identität dieses Landes auf den europäischen Modernismus zurückgehen und auf dessen ursprüngliche Überwindung bei dem Aufeinandertreffen mit der Kultur Brasiliens. In der Bedeutung des Holzes als Brise-soleil erkennt man hingegen das innovative Element im Bruch mit dieser Tradition.Ein ewiger Gegensatz zwischen der Öffnung auf die Umgebung in den oberen Stockwerken und der Klausur in der Ummauerung des Erdgeschosses – diese Architektur kommt den abgrundtiefen Gegensätzen entgegen, auf den Brasilien beruht und die vor allem in Sao Paolo für uns europäische Touristen sichtbar werden.
von Mara Corradi

Projekt: Marcio Kogan und Samanta Cafardo
Mitarbeiterin: Renata Furlanetto
Mitarbeiter Innenarchitektur: Diana Radomysler, Carolina Castroviejo
Auftraggeber: Privat
Ort: Sao Paolo (Brasilien)
Gestaltung der Grünanlage: Renata Tilli
Tragwerksplanung: Leão e Associados Engenharia de Estruturas
Baufirma: Fairbanks & Pilnik Engs. Valquíria Freitas e Marcelo Paniagua
Grundstücksgröße: 1224 m2
Bruttonutzfläche: 1237 m2
Projektanfang: 2006
Ende der Bauarbeiten: 2008
Tragwerk aus Zement und Metall (Stahlbeton)
Brise-soleil aus Teak und Innentüren: Plancus Marcenaria
Fenster und Spiegel: Santa Marian
Fußboden im Wohnzimmer: Holz
Möbel nach Maß: Marcenaria Cap
Sanitäranlagen: Deca
Armaturen: Vola
Küche: Smeg, Subzero
Verkleidung des Schwimmbads mit Glasfliesen: Vidrotil
Fotografie: Nelson Kon

www.marciokogan.com.br


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