06-08-2014

Casa Esse von Ellevuelle architetti gewinnt den Next Landmark 2014

Ellevuelle architetti ,

© Alvise Raimondi,

Forlì, Italien,

Landschaft, Housing, Ville,

Feinsteinzeug, Stein,

Arts, NextLandmark,

Sieger der dritten Ausgabe von Next Landmark, internationaler Architekturwettbewerb, der von Floornature organisiert wird, sind die italienischen Architekten Ellevuelle architetti mit ihrem Haus Esse, einem Neubau in der Landschaft von Forlì. Ellevuelle architetti haben sich bei der geradlinigen Entwicklung des Grundrisses an den künstlichen Zeichen der Gegend inspiriert.



Casa Esse von Ellevuelle architetti gewinnt den Next Landmark 2014

Sieger von Next Landmark 2014, dem internationalen Architekturwettbewerb, der von Floornature organisiert wird, ist das italienische Architekturbüro Ellevuelle architetti mit dem Projekt Casa Esse, einem Wohnhaus, das sehr stark in die ländliche Umgebung von Forlì eingebunden ist. Ausgezeichnet von einer Jury aus Universitätsprofessoren und Architekten, hat Haus Esse von Ellevuelle architetti den Titel Next Landmark of the Year erhalten – der Kategorie, die den kürzlich weltweit realisierten Werken gewidmet ist, die eine spezifische Aussage als Landmarke haben.

Beim Projekt von Ellevuelle architetti wurde das Konzept der Landmarke nicht als optischer Eindruck verstanden, der zur Orientierung oder der Erfassung der Landschaft dient, sondern vielmehr als Element, das eine Kontinuität mit dem Bestand schafft. Im Laufe der Jahrhunderte – so erzählen die Gewinner – wurde die Landschaft von Forlì von geradlinigen und parallel verlaufenden Grenzen zerstückelt, wie beispielsweise die Wassergräben, die als Markierungen und zur Bewässerung dienen, von Baumalleen und Hecken sowie von Zäunen.

Der Beschluss des Bauträgers, das Haus der Familie abreißen und neu bauen zu lassen, um es den neuen Ansprüchen anzupassen, wurde also als Gelegenheit verstanden, die räumlichen Werte und Konzepte aufzugreifen, die einst dem herkömmlichen Wohnhaus zu eigen waren, wobei diese Werte und Konzepte allerdings aktualisiert und auf den neuesten Stand gebracht wurden. Die Beziehung zwischen dem Gebauten und der Landschaft, zwischen Innen und Außen, die Dualität zwischen der Grenzmauer und dem natürlichen Horizont, die Wände des Wohnhauses als Szenario für die Entwicklung der Natur, die Verwendung des Natursteins als Verbindungselement mit der Erde, die Anordnung der Räume auf der Grundlage der Besonnung, die verschiedenen proxemischen Beziehungen zwischen den Schwellen, das umgebende Grün und die Vegetation am Horizont.

Die ursprüngliche Anordnung des Bauernhauses, wie sie für die padanische Tiefebene typisch ist – zweigeschossig mit Giebeldach und verputztem Backstein – war nicht mehr zeitgemäß und wurde radikal umgewandelt. Um die Beziehung zur Vergangenheit und mit deren Werten aufrecht zu halten wurde die topografische Entwicklung der ländlichen Umgebung untersucht und dabei das Bild gewonnen, um zur Definition eines neuen Grundrisses und neuer Frontseiten zu gelangen. Unter Verfolgung der geraden Linien, welche die Gegend kennzeichnen, wurde der Grundriss des Hauses der Raum, der zwischen zwei langen Mauern liegt, die mit gespaltenem Stein „Pietra di Langa“ verkleidet sind. Diese Mauern sind parallel und leicht zueinander versetzt und orientieren sich am Verlauf des Weinbergs und des Nussbaumhains.


So markant die Ost- und Westfront sind, so zart resultieren die Querseiten im Norden und Süden, die aus Glasschiebetüren bestehen und dabei das Äußere nach Innen bringen und umgekehrt. Um jene Durchlässigkeit gegenüber der Natur herzustellen, wie sie die Bauernhäuser schon immer besessen haben, wurden die Mauern von Türen und Glasschiebefenstern durchbrochen. Die Begrünung vor den beiden Haupteingängen im Norden und Süden ist keine offene Landschaft aber auch kein privater Garten. Hier gibt es keine Umzäunungen und trotzdem hat man ein heimeliges Gefühlt aufgrund der Umfriedung. So wird die ehemalige Tenne neu aufgelegt und aktuell interpretiert, denn auf dem Land hat es das schon immer gegeben, ohne dass eine Umzäunung erforderlich war.

Die beiden Stockwerke des alten Hauses werden hier zu einem und betonen die horizontale Entwicklung der Mauern, über die die Nussbäume schauen können: wieder einmal mehr ist die Struktur hier keine optische Barriere sondern eine räumliche Grenze, ein Motiv der Aufwertung dessen, was als Begrenzung dient und eine Anregung das zu entdecken, was es gibt und was man hinter dieser “Grenze” erkennen kann.

Mara Corradi

Entwurf: Ellevuelle architetti
Projektleitung: Luca Landi, Giorgio Liverani, Michele Vasumini
Mitarbeiter: Carlo Rondoni, Mauro Camprini
Bauträger: Privat
Ort: Forlì (Italien)
Tragwerksplanung: Enrico Venturi
Anlagenplanung: Luca Bruschi
Bruttonutzfläche: 285 m2
Grundstücksgröße: 15000 m2
Planungsbeginn: 2012
Ende der Bauarbeiten: 2013
Bauunternehmen: Tedaldi Patrizio Impresa Edile
Türen und Fensterrahmen aus natürlichem Eichenholz
Fassaden verkleidet mit gespaltenem Langa-Stein (Pietra di Langa)
Abdeckung des Flachdachs PLASTBAU metal 24/8 als begrüntes Dach
Tragwerk aus Stahlbeton in Polystyrolformen gegossen
Innenwände verputzt und gestrichen
Fußboden aus Feinsteinzeug
Beleuchtung: Venturelli Arte e Luce, Viabizzuno
Bildnachweis: © Alvise Raimondi

www.ellevuelle.it


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