15-06-2010

C. F. Møller: Umbau eines Silos in Wohnhaus

C.F. Møller,

Julian Weyer,

Danimarca,

Housing, Residenzen,

Zement, Glas,

Durch den Abriss nur eines Teils der Struktur eines alten Silos, um diesen zu Wohnzwecken umzugestalten, hat das Büro C. F. Møller nicht nur ein Stück Geschichte der dänischen Landschaft gerettet, sondern auch bewiesen, dass nach der Feststellung der architektonischen Güte das Schicksal eines Bauwerks von historisch-gesellschaftlichen Faktoren wie der Involvierung der Bürgerschaft bestimmt werden.



C. F. Møller: Umbau eines Silos in Wohnhaus In der landlichen Gegend nahe Aarhus in Danemark ragen sich selten hohe Zementsilos in den unterschiedlichsten Formen aus der Ebene empor, die fur die landwirtschaftlichen Aktivitaten benutzt werden und deshalb fur die ortliche Landschaft ubliche Elemente sind. Im Laufe der Zeit werden einige nicht mehr verwendet und bleiben dann uber Jahre ungenutzt, dem Verfall und den Natureinflussen anheim gegeben.
Mit einer interessanten Sanierungsarbeit der Industriearchaologie und Umnutzung durch ein privates Unternehmen, wurde einer dieser Silos am Stadtrand von L?gten, im Norden von Aarhus, nach einem Entwurf des Buros C. F. M?ller Architects in ein Wohnturm umgewandelt. Nachdem mit Sprengstoff ein Teil des Zementtragwerks abgerissen wurde, aus dem der Silo bestand - ein Ereignis, was einen Gro?teil der Burger auf die Beine gebracht hat, mit online veroffentlichten Amateurvideos - hat sich die neue Struktur aus Stahl und Zementstockwerken entwickelt und auf drei der vier Seiten die Industrieruine umarmt, wo die vertikalen Verbindungen der 12 Etagen der neuen Konstruktion untergebracht wurden. Die offentliche Meinung und den Widerspruch bezogen auf den “landlichen Wolkenkratzer” herausfordernd, haben die Planer jene morphologische und chromatische Asynchronie, die die umliegende Landschaft in der Horizontalen verteilt, in der Vertikalen gebaut. Unter Verwendung des vorhandenen Silo als seitliche und vertikale Stutze hat das Projekt die Wohnungen innerhalb von Etagen organisiert, deren Grundrisse und Wohnungslayouts unregelma?ig sind, so dass die Frontseiten alle unterschiedlich sind und sich durch den Wechseln von Ausfachungen und Terrassen auszeichnen. Im Querschnitt zeigt sich die Kombination zwischen Innen und Au?en in den Wohnblocken.
Die dialoggleiche Beziehung zwischen Drau?en und Drinnen ist das Leitziel des Entwurfs, der die Hohenentwicklung der Struktur auf das Beste genutzt hat: Die 21 Wohneinheiten – Apartments und Maisonettewohnungen – zeichnen sich durch Terrassen unterschiedlicher Gro?e und Ausrichtung aus, uberdacht oder offen und durch gro?e Fenster und raumhohe Glaswande auf allen Seiten, die den ganzen Tag von der Sonne beschienen werden. Fur die Uberdachungen und die Mauern der Terrassen wurde eine Farbgestaltung verwendet, der auf dem wei?en Putz der Fassaden hervorsticht und die interne Differenzierung jeder Wohnung markiert. deren Konfiguration als "open space" sich fur mehr Freiheit bei der Verteilung eignet.
Auf der anderen Stra?enseite, nur von einer Grunflache mit Parkplatzen getrennt, wurde zur Erganzung des Wohngebaudes ein Dienstleistungs- und Ladenzentrum errichtet, das den Anwohnern zur Verfugung steht, vor allem aber mit dem Zweck, Transitwege vom Stadtzentrum zum Randgebiet, zu der landlichen Gegend zu schaffen, in der der “Siloetten“ komplett eingebunden ist, ohne dadurch isoliert zu sein.
Eine potentielle Naturverschandelung, die in der danischen Landschaft empor ragt, hat dank der Sanierung eines zerfallenden Industriebaus einen historischen Wert erhalten. Indem die Lesbarkeit der Geschichte in ihrem Wandel gewahrleistet wurde, hat sich der Entwurf auf vor dem sehr gefahrlichen, mit dem Bautyp der gro?en Anlagen verbundenen Risiko des Identitatsverlustes und der daraus resultierenden Anonymitat retten konnen.
Der Beschluss, eine Kampagne zur Erlauterung der Umnutzung des Silo zu realisieren und die Teilnahme der Burger von L?gten beim Abriss anzuregen sowie die grafische Markierung der Fassade des alten Silo bezogen auf den Neubau haben dazu beigetragen, aus diesem Bau ein Wahrzeichen der Gegend zu machen, wie die Windmuhlen oder die Glockenturme der Kirchen. Das bedeutet, dass – unter Voraussetzung seines architektonischen Wertes – ein Projekt je nach der Geschichte selbst als gut oder schlecht in die Geschichte eingehen kann, also die, die es erlebt und die um es herum gebaut wird, je nach der Aufmerksamkeit, die die Menschen in die Architektur legen, die sie erleben und je nach dem Interesse, das um die Architektur herum entsteht.
Die Grenze zwischen Okomonster und Landmarke ist wirklich sehr subtil.

von Mara Corradi

Entwurf: C. F. M?ller Architects in Zusammenarbeit mit Christian Carlsen Arkitektfirma
Bauherr: L?gten Midt A/S
Ort: L?gten, (Danemark)
Tragwerksgestaltung: Niras
Landschaftsplanung: C. F. M?ller Architects
Gesamtnutzflache:  3000 m2 (Wohnungsnutzung), 1500 m2 (Mischnutzung)
Planung: 2004
Ende der Bauarbeiten: 2010
Tragwerk aus Stahlrahmen und Etagen aus Fertigbeton: Sigma
Fenster: ProTec
Holzfu?boden innen und auf den Terrassen
Fotos: Julian Weyer

www.cfmoller.com
http://www.youtube.com

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