10-01-2003

Buenos Aires, Ein Neuer Platz Für Das Colón-Theater

Paris,

Theatres, Sport & Wellness,

Der siegreiche Entwurf für Plaza Estado Vaticano in Buenos Aires schlägt eine neue Interpretation der städtebaulichen “Leere” vor, die auch zu einer Art Hall für das berühmte Theater im Freien wird.



Buenos Aires,  Ein Neuer Platz Für Das Colón-Theater Plaza Estado Vaticano befindet sich im Zentrum von Buenos Aires, vor jedem Colón-Theater, das eines der Symbole der Stadt bildet und einer der größten Tempel für klassische Musik sowie südamerikanischen Tanz ist.

Am 28. Mai 1908 mit der Aufführung der Aida von Verdi eingeweiht, hat das porteño Theater nach fast 20 Jahren Arbeit für seinen Baut in den unmittelbar darauf folgenden Jahren, Architekten wie Francesco Tamburini, Vittorio Meano und Jules Dormal am Wek erlebt: das Ergebnis ist ein eklektischer Bau aus dem 19. Jahrhundert, dessen griechisch-attische Formen sich auf deutschen Einflüssen in der Aufteilung sowie französischen bei der Gestaltung gründen. Außerdem wurde deutliche Anlehnung auch an den Formen der italienischen Renaissance genommen, die besonders in den Innenräumen deutlich werden.

Die Hall des Theaters ist somit durch eine eindrucksvolle Treppe gekennzeichnet, wird durch ein Vestibül mit Säulen aus rotem Marmor mit Abmessungen von 14 m x 28 eröffnet und durch eine verglaste Kuppel verschönert, die für das Casa Gaudin in Paris entworfen wurde.

Der ?italienische? Saal ? mit einer Breite von 75 m ? besteht aus einer Plattform, die bis zu 632 Besucher aufnehmen kann, sowie aus 8 Etagen von Logen, von denen 3 nach ?französischer? Art gestaltet sind ? d.h. offen und mit Trennwänden bis zu einer bestimmten Höhe ? und 5 sogenannte ?Grillés? oder ?Baignoire?.

Niedriger als die Höhe des Saales und durch ein Bronzegitter geschützt, waren diese ursprünglich für die Personen bestimmt, die nicht gesehen werden wollten, während sie heute die Aufnahmekabinen enthalten. Ein weiteres, besonders wertvolles architektonisches Detail des großen Theaters ist der sogenannte Salón Dorado ? einst ein luxoriöser Treffpunkt während der Vorführungspausen ? in Anlehnung an das Grand Foyer der Pariser Ópera, dessen monumentaler Prunk durch das Vorhandensein großer Spiegel und französische Verglasungen verstärkt wird.

Gegenwärtig wird er unabhängig vom eigentlichen Saal genutzt und beherbergt dem Repertoire der Kammermusik gewidmete Konzerte, Konferenzen und Ausstellungen, die eine größere Vertiefung des Wissens über die im Hauptsaal aufgeführten Vorstellungen ermöglichen.

Das schwierige Thema eines vor einem derart bedeutenden Denkmal befindlichen Platzes, das zusammen mit dem Kongreßgebäude und dem Casa Rosada das höfische, dem 19. Jahrhundert entsprechende Herz der argentinischen Hauptstadt verkörpert, wurde durch den siegreichen Entwurf bei der Ausschreibung als neuer und origineller Versuch aufgefaßt, die städtebauliche ?Leere? als flexiblen und interaktiven Raum neu zu interpretieren.

Das Entwurfsteam ? bestehend aus Ernesto Liceda Sosa, Debora Pacheco, Rodolfo Nieves und Matias Gigli - stellte sich das Ziel, die große Öffnung des Platzes gleichzeitig zu einer Art Freilufttheater und eine Hall für das vorhandene Theater zu verwandeln, dessen Fassade als Kulisse und Hintergrund genutzt und betont wird.

Einige auf Schienen bewegliche Elemente ? Bänke und Laubengänge ? gestatten es, einige Bereiche des Platzes zu ?isolieren?, um intimere und privatere Oasen zu bilden, aber auch eine vollständige Ausnutzung bei Veranstaltungen mit großer Nachfrage, ohne daß dabei die Nutzung des Bereiches tagsüber beeinträchtigt oder beschränkt wird.

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