12-11-2014

Alberto Campo Baeza und das House of the Infinite in Cadiz (Spanien)

Alberto Campo Baeza,

Javier Callejas,

Cadice,

Housing, Ville,

Stein, Zement,

Alberto Campo Baeza definiert dieses Werk als das radikalste Haus, das er jemals gebaut hat. Das House of the Infinite in Cadiz, dem alten Hafen für die Neue Welt, ist das Manifest der Poetik von Alberto Campo Baeza. Idee, Raum und Licht werden im House of the Infinite dekliniert, ein Aussichtspunkt auf den Atlantik.



Alberto Campo Baeza und das House of the Infinite in Cadiz (Spanien)

Das Projekt für das House of the Infinite könnte man als Manifest der Architektur von Alberto Campo Baeza definieren. Der spanische Architekt, der in Cadiz, Spanien, bereits das Werk “Between Cathedrals” realisiert hat, arbeitet dieses Mal am atlantischen Ozean mit einem Wohnhaus, in dem sich die drei tragenden Elemente seines architektonischen Systems miteinander verflechten. Idee, Raum und Licht.

In seinem kürzlich veröffentlichten Buch“The Built Idea”, schreibt Alberto Campo Baeza, dass er: «eine Architektur, die in ihrer IDEE ihren Ursprung trägt, die in dem LICHT ihr erstes Material hat und im ESSENTIELLEN RAUM den Willen, MEHR MIT WENIGER zu erzielen» realisieren möchte. Wenn man diesen Grundsätzen folgt, dann versteht man die Bedeutung der Entscheidungen, die das House of the Infinite in Cadiz bestimmen.

Das Haus ist ein kräftiger und hermetischer Baukörper, 20 Meter breit, 36 Meter tief, von denen 12 Meter in den Felsen gegraben sind. Es wird von einer horizontalen Ebene überdacht, einer Plattform, die sich zum Ozean streckt. Die Idee stammt von den antiken Kais von Cadiz: die Stadt war im 16. Jahrhundert der wichtigste Ausgangsort für die Speditionen in die Neue Welt. Das Haus möchte an jene Abfahrten erinnern, deshalb lässt es alles hinter sich, die Landschaft, die Stadt, die anderen Häuser, die hinter einem Tor bleiben, zu dem man über die Abdeckung gelangt – eine Steinoberfläche, die nichts anderes zwischen sich und das Meer lässt. Es handelt sich um einen langen Streifen aus Travertin (eine Hommage an die nahe archäologische Fundstätte von Baelo Claudia, einem Fischerdorf aus dem 2. Jahrhundert v. Chr.), ohne jedes andere Element vor dem Ozean und wird nur von Schwimmbecken und einer zentralen Treppe unterbrochen, die nach unten zu den Apartments führt. Das ist der Sinn der “unendlichen Ebene”, jener Erfindung (oder Idee, wie Campo Baeza es lieber nennt), die die Funktion des Wohnens in die höhere Funktion des Aussichtspunkts verwandelt, veredelt von der geschichtlichen Erinnerung, die hier in zeitgenössische Form umgesetzt wurde.

Das Licht ist das Element, dass die Überdachung noch flacher und horizontaler wirken lässt und von dieser Fläche an die Umgebung reflektiert wird, in einer “metaphysischen” Stimmung des Lichts im Licht, was nur angesichts des offenen Meeres möglich ist. Die Schwerkraft, um einen anderen Ausdruck zu benutzen, der Campo Baeza am Herzen liegt, der Geometrie des Volumens wird von dem Licht überwunden: vom dem Licht, das durch die regelmäßige Taktung der vertikalen Flächen einfällt, die das Gebäude umgeben und jeweils 6 geordnete Öffnungen pro Seite aufweisen und durch die Fenster in der Frontseite, die auf das Meer blicken. Eigentlich kann man diese Öffnungen nicht als Fenster bezeichnen, sondern vielmehr Tore, die allerdings nur der Sonne offen stehen.


An dieser Stelle fügt Campo Baeza zu dem kräftigen, warmen und diffusen Licht, das durch die großen Fenster eindringt, neues Licht hinzu, um den Raum zu schaffen: wenn die Sonne im Zenith steht, dann scheint sie durch die verglasten Öffnungen, die in der unendlichen Fläche eingelassen sind und fällt - wie bei einer sakralen Architektur - vertikal nach unten, in den Raum.

Die figürlichen Entscheidungen bei diesem wie bei vielen seiner Werke stammen von elementaren Geometrien ab. Kreis, Rechteck. Quadrat, die horizontale Ebene und die vertikalen Oberflächen: er will keine formalen Entwicklungen ausführen, sondern den elementaren (essentiellen) Raum in eine lichtdurchflutete Enthüllung (mehr mit weniger) verwandeln.

Mara Corradi

Entwurf: Alberto Campo Baeza
Projektleitung: Tomás Carranza, Javier Montero
Mitarbeiter: Alejandro Cervilla García, Ignacio Aguirre López, Gaja Bieniasz, Agustín Gor, Sara Oneto
Bauträger: privat
Ort: Cadiz (Spanien)
Tragwerksplanung: Andrés Rubio Morán
Technische Leitung: Laboratorios Cogesur
Bruttonutzfläche: 900 m2
Planungsbeginn: 2012
Ende der Bauarbeiten: 2014
Bauunternehmen: Chiclana
Fenster und Türen aus Aluminium
Betontragwerk
Verkleidung aus römischem Travertin
Modell: Carlos Gutiérrez
Bildnachweis: © Javier Callejas Sevilla

www.campobaeza.com
www.javiercallejas.com


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