04-12-2020

Adam Richards: Nithurst Farm in der englischen Landschaft

Adam Richards Architects,

Brotherton Lock,

Upperton, West Sussex GB,

Ville,

Nithurst Farm, die von Adam Richards für seine Familie auf dem englischen Land entworfene Villa, ist immer noch ein Manifest seiner Architekturpoesie. Das Spiel von Symmetrien und chromatischen und stilistischen Kontrasten machen diese Villa zu einem überraschenden Erlebnis. Mehrere Auszeichnungen von RIBA.



Adam Richards: Nithurst Farm in der englischen Landschaft

Auf die Nithurst Farm zu stoßen, wenn man durch die englische Landschaft schlendert, mag wie ein traumhaftes Erlebnis erscheinen. Die Villa, die der Architekt Adam Richards für sich und seine Familie im südenglischen South Downs National Park entworfen hat, ist eine erstaunliche Synthese der persönlichen Inspirationen des Autors, die von der formalen Architektur von Sir John Vanbrughs Blenheim Palace in Oxfordshire bis zu Szenen aus dem Film Stalker des russischen Regisseur Tarkowskys, bis hin zum Grundriss von Villa Barbaro in Maser von Andrea Palladio reichen.
Variationen in der Symmetrie und ein abgestuftes Schema kennzeichnen auf den ersten Blick diese Residenz, die sich auf drei Ebenen erstreckt, mit einer Ziegelhülle verkleidet ist und sich durch Bogenfenster auszeichnet. Eine Reihe von Sprachen, die von klassisch oder klassizistisch über volkstümlich bis hin zu brutalistisch variieren, ohne dass eine dieser Bezeichnungen in der Lage wäre, das gesamte Projekt zu umfassen, das, wie wir sagten, eher die architektonische Persönlichkeit des Autors verkörpert.
Auf drei Stockwerken mit einem symmetrischen, von Norden nach Süden verjüngten Grundriss entwickelt, hat das Haus einen Haupteingang auf der Westseite, in abgesenkter und abgelegter Position: Über ein paar interne Stufen gelangt man in einen prächtigen Hauptraum mit einer Höhe von viereinhalb Metern, mit Kücheninsel, Esstisch und kleinerem Tisch zum Frühstück, der von oben durch große Bogenfenster weit beleuchtet wird. Der Begriff des Wunders, verstanden als Verlauf anhand von Kontrasten, von klein bis groß, von grob bis üppig, liegt der Konzeption dieses und aller anderen Räume des Hauses zugrunde.
Die Zentralperspektive, die durch die konvergierenden Wände akzentuiert wird, lenkt die Aufmerksamkeit auf das, was jenseits des ganz hohen Bücherschranks an der Südwand liegt, vor dem die modulare Textil-Skulptur der Designer Ronan und Erwan Bouroullec in Zusammenarbeit mit Kvadrat steht. Die optische Täuschung einer Doppeltür, die sich an einer Wand öffnet, ist ein Vorspiel zu einem Zwei-Wege-Tunnel, der zu einem privateren Wohnzimmer führt. Im Inneren der Mauern sind in kleinen rechteckigen Räumen, die meist fensterlosen Diensträume wie Garderobe, Arbeitszimmer, Speisekammer und die Zugangstreppe zum ersten Stock verborgen, wie viele kleine Zellen, in denen man Intimität finden kann.
Wenn die Küche ein Raum im Industriestil ist, mit nackten Betonwänden mit den Schalungsabdrücken, weiß geöltem Kiefernboden, wiedergewonnenem Stein und monochromen Leinwänden, ist das Wohnzimmer eine prächtige Nische mit Wandteppichen, Vorhängen und Polstern. Das raffinierte Innere kontrastiert mit der sich ständig verändernden Natur auf der Außenseite, die dennoch Teil der Wohnumgebung ist und durch die großen Fenster nach Süden und Osten eintritt.
Auf der ersten Ebene befinden sich die Kinder- und Gästezimmer, von denen eine lange zentrale Treppe, die durch eine weitere Doppeltür verdeckt wird, zum Hauptschlafzimmer im obersten Stockwerk führt. Die Symmetrie des Systems wird erneut bekräftig. Sie bleibt auf allen Ebenen konstant und trägt dazu bei, das Thema der inneren Wege aufzuwerten. Die zwangsweise kreisförmige Verteilung drängt darauf, den Unterschied zwischen Inneneinrichtungen und Landschaftsansichten zu verstärken. Spiegelgleiche Schlafzimmer und Ankleideräume führen zu einem gemeinsamen Badezimmer mit Blick nach Norden in die offene Landschaft.
Äußerlich und strukturell besteht die Villa aus Beton, mit einem Dach aus schwarzem Zink und Wänden, die vollständig mit einer Ziegelverkleidung bedeckt sind. Aufgrund seines einzigartigen, in Längsrichtung abgestuften Profils ist das oberste Stockwerk eine Art Turm, ein Observatorium, von dem aus man den unverstellten Blick auf die englische Landschaft genießen kann. Die mit kleinen, unerwarteten Öffnungen durchsetzten Bögen und der Ziegelstein bringen den Geist zum Klassizismus zurück, so dass Adam Richards von "einer in eine römische Ruine eingehüllte Industrieruine" spricht. Im Gegensatz dazu vermittelt die Farbpalette der kleinen Ziegelsteine, die von Schwarz über Dunkelrot bis hin zu leuchtendem Rot reicht, eine Lebendigkeit, die unserer Zeit näher kommt und an einen Scan von Pixel erinnert. Der dunklere Ziegelstein, der die Bögen umrahmt, wirkt wie ein Trompe l'oeil, das einem kompakten und einheitlichen Volumen Dreidimensionalität verleiht.
Das Projekt hat den RIBA South East Award 2019, den RIBA South East Building of the Year Award 2019 und den RIBA National Award 2019 gewonnen und wurde unter die Finalisten des RIBA House of the Year und der Manser Medal gewählt.

Mara Corradi

Architect:s Adam Richards Architects www.adamrichards.co.uk
Location: Nithurst Farm, Monument Hill, Upperton, West Sussex GU28 9BA
Site area: 1.1 acres
Internal floor area: 397 sqm
Construction dates: Feb 2017 – Feb 2019
Client: Adam and Jessica Richards
Structural engineer: Structure Workshop
Services engineer: P3R
Main contractor: Garsden Pepper
Photography: © Brotherton Lock


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