03-06-2015

ZAO/standardarchitecture: Micro-Yuan’er in einem Hutong in Peking

Projekte

Design,

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Ein Zentrum für Kunst und eine Bibliothek nach einem Entwurf von ZAO/standardarchitecture qualifizieren einen Hutong von Peking neu. Micro-Yuan’er ist der Titel dieses Werks von ZAO/standardarchitecture in Cha'er Hutong, ohne dabei den Bestand zu negieren.



ZAO/standardarchitecture: Micro-Yuan’er in einem Hutong in Peking

Das neueste Werk des chinesischen Architekturbüros ZAO/standardarchitecture heißt Micro-Yuan’er und befindet sich mitten in dem engen Maschengefüge der Gassen von Peking, der sogenannten Hutong. Micro-Yuan’er ist ein Projekt, das aus zwei separaten architektonischen Elementen besteht, einem Zentrum für Kunst und einer Kinderbücherei, welche die Wege im Hutong selbst neu verbinden.
Im Rahmen der Beijing Design Week hat Dashilar Platform, ein Verein, der das Gebiet von Dashilar bewahren und wiederbeleben möchte zusammen mit der Einrichtungsfirma Camerich das Büro ZAO/standardarchitecture für die Sanierung des Cha'er Hutong (Tee-Hutong) gewinnen können. Es handelt sich um ein ruhiges Viertel in dem verkehrsreichen Dashilar, dem kulturellen Herzen von Peking. 

Der Eingriff von ZAO/standardarchitecture arbeitet mit dem urbanen Gefüge und mit den Fassaden des alten Peking. Mit dem chinesischen Wort hutong wird auch heute noch eine Gasse bezeichnet, auf die zahlreiche siheyuan blicken, also die traditionellen Hofhäuser. Im weiteren Sinne bezeichnet das Wort Hutong aber auch das Viertel, das aus mehreren Hutong besteht, die einander folgen. Es handelt sich um ein sehr altes städtische Gefüge, das noch auf die Zeit der Dynastien zurückgeht und das sich – geordnet und organisiert – bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts bewahrt hat, als die industrielle Entwicklung und die Zuwanderung vom Land die Stadt gezwungen hat, mehr Bevölkerung aufzunehmen, als sie eigentlich aufnehmen konnte. Da kam es dann zur ungeordneten und chaotischen Expansion innerhalb der Hofhäuser und die Bewohner mussten sich umorganisieren, um – sehr viel zahlreicher den gleichen Raum zu besetzen: typisch aus dieser Zeit ist das vor der Fassade gebaute Element, das der Wohnung als Küche dient.
ZAO/standardarchitecture hat das Aussehen und die Wege des Cha'er Hutong von Dashilar untersucht, wo viele historische Hutong die bauliche Modernisierung überlebt haben. Das, was als durch Notwendigkeit erforderlicher nachträglicher Zusatz entstanden ist, wird nicht abgerissen, sondern als Zeugnis eines historischen und kulturellen Moments bewahrt, der nun überwunden wird. Dieser Zusatz wird in einem größeren Eingriff einbezogen, der auch das gemauerte Gebäude einbezieht, an dem es lehnt, um diesen Raum in eine Bibliothek für Kinder umzuwandeln. Unter dem ursprünglichen Giebeldach steht eine neue Architektur aus Lagenholz und Glas, die sich von den vorhandenen Blöcken aus grauen Backsteinen des Hofes unterscheidet: nicht wegen der Form, die die vorhandene Form aufnimmt, sondern wegen des stofflichen Kontrasts. Der fehlende Platz – nur 9 Quadratmeter – wird hier voll und ganz genutzt, wobei die Einrichtungen als Trennwände und Böden benutzt werden, Sitzgelegenheiten, die Bücher enthalten, Fenster auf den Hof, die Platz zum Lesen und für Gemeinsamkeit bieten. Große Teile der Mauern enthalten verglaste Flächen, damit das Gebäude mehr als ein Durchgangsort anstatt als effektive Raumbelegung des Hofs wahrgenommen wird. Diesem Grundsatz folgend wurde auch das Volumen in der Mitte des Hofes entworfen, eine kleine Kunstgalerie aus den grauen Backsteinen des Hutong mit Innengestaltung aus Lagenholz. Nach dem Abriss des Bestandsbaus, der hinter der Esche stand, die jetzt das optische Zentrum des Platzes ist, hat ZAO/standardarchitecture dessen räumliche Spur benutzt und diese so ausgedehnt, dass der Baum symbolisch mit einer gemauerten Treppe umarmt wird, die bis zum Dach führt.



Gerade in der Schaffung eines neuen Blickwinkels, der den vorhandenen Raum vergrößert, liegt der Wert dieses Eingriffs, der eine Brücke zwischen dem Peking der Gegenwart und der Stadt der Vergangenheit schlägt.

Mara Corradi

Project: ZAO/standardarchitecture
Project Management: Zhang Ke, Zhang Mingming, Fang Shujun
Collaorators: Ao Ikegami, Huang Tanyu, Dai Haifei, Zhao Sheng, Liu Xinghua
Client: Camerich
Location: Cha’er Hutong #8, Dashilar, Bejing (China)
Gross floor area: 8 mq (art space), 9 mq (library)
Start of work: 2012
Completion of work: 2014
Structure in local bricks and multilayer board
Photography: © Su Shengliang, Zhang Mingming

www.standardarchitecture.cn
www.dashilar.org


GALLERY


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