23-03-2016

Urbanus und die Universitätsbibliothek der SUST in Shenzhen

Alex Chan (http://www.reappaer.com),

Projekte

Design,

Cemento,

Das chinesische Büro Urbanus hat ein symbolträchtiges Bauwerk für den Sitz der Universitätsbibliothek der South University of Science and Technology (SUST) in Shenzhen entworfen. Die Unibibliothek der SIST wird für Urbanus zum Anlass, die Orte der Kenntnis und der sozialen Beziehungen im Inneren der großen Stadt neu zu überdenken.



Urbanus und die Universitätsbibliothek der SUST in Shenzhen
Urbanus ist das chinesische Architekturbüro, dem die Stadt Shenzhen die Gestaltung eines wichtigen soziokulturellen Knotenpunkts für die Jugend anvertraut hat, nämlich die Bibliothek im Inneren der South University of Science and Technology (SUST). 
Die zahlreichen Aufträge im urbanen Maßstab, die das Büro Urbanus in ihrer Stadt Shenzhen ausgeführt haben, hat den Planern zu einer gründlichen Kenntnis der Dynamiken der Veränderung in dieser Metropolregion im Südosten Chinas verholfen. Das Projekt der Bibliothek, die in einem eigenen und neuen Bauwerk auf dem Campus der Universität untergebracht ist, entspringt einer Überlegung über die aktuellen Lebensstile und die Wahrnehmung eines institutionellen Ortes, nicht nur im Rahmen eines Hochschulstudienganges sonders auch als Ziel an sich. 
Der Verlust der echten zwischenmenschlichen Beziehungen und die Frequenz und die Fluidität, mit der man sich von einem Ort zum anderen bewegt, zu Lasten der Verweildauer an einem Ort, haben Urbanus dazu geführt, die Bibliothek als symbolisches Moment des Zusammenseins und des Austauschs zu konzipieren. So haben die Architekten in diesem Sinne den Wegen, um sich zu treffen, dem Verweilen und dem Zusammensein innerhalb der Architektur große Bedeutung beigemessen. Seit Jahren hat Internet uns zum Glauben gebracht, dass man – um die Information und die Kenntnisse zu erhalten – sich nicht mehr (nur) in den Tempeln des Wissens bewegen muss, wie den Bibliotheken, die über die Jahrhunderte die Hüter eben dieses Wissens waren. Dank der Möglichkeit, dieses Wissen mit sich in der Tasche zu tragen, bringt Urbanus in der Zeit des Web 3.0 mit der Gestaltung der Bibliothek der SUST die Idee zum Ausdruck, dass Kenntnis eben nicht nur Lernen ist, sondern auch Lehre, wie sie über die sozialen Beziehungen vermittelt wird.

Das Projekt des Gebäudes mit seiner Struktur aus Glasfaserbeton (Glass Fiber Reinforced Concrete) und seinen enigmatischen durchgehenden Aluminiumfassaden konzentriert sich auf die Wege: zwei weitläufige Fußgängerachsen, die wiederum Querverbindungen generieren, die den rechteckigen Grundriss auf drei Etagen von Norden nach Süden und von Westen nach Osten durchqueren. Wie “cardo” und “decumanus”, also die Nord-Süd-Achse und die Ost-West-Achse für denjenigen, der die Städte römischen Ursprungs kennt oder auch wie die großen Einkaufsgalerien der Tradition von Kanton, so die Planer von Urbanus: die beiden Achsen trennen und verbinden verschiedene Programmbereiche miteinander. Indem sie sich physisch oder optisch an mehreren Stellen kreuzen, lassen sie den Betrachter an das Netzwerk der Kontakte, der Kenntnisse, der Informationen denken, das die Bibliothek als Ort des Austauschs noch bieten kann.
Indem sie einen Wasserspiele überquert, in dessen Mitte die Architektur errichtet wurde, führt die Fußgängerbrücke auf der Nordseite zum Haupteingang im Erdgeschoss, wo sich die Lobby der Bibliothek befindet. Wenn man den offenen Korridor entlanggeht, dann trifft man auf die öffentlichen Bereiche des Gebäudes, wie das Auditorium, die Vereinsräume und die Bar. Eine Hülle aus orangefarbenen Betontafeln betont die logistische und beziehungstechnische Bedeutung des Korridors. Der Weg im ersten Stock ist mehr nach Innen gerichtet. Er durchquert die Anlage von Westen nach Osten und blickt dabei mehrere Male auf die begrünten Höfe im Erdgeschoss, die über ein Treppensystem zu erreichen sind. 


Wenn man die Bibliothek als Ganzes betrachtet und nach Bildern interpretiert, dann werden beim Leser sicher einige Assoziationen geweckt, vielleicht fühlt er sich an die Holzschnitte von Escher erinnert oder aber an die beeindruckende und erfundene Konstruktion der Bibliothek der Benediktinerabtei als einem der Brennpunkte des Romans “Im Namen der Rose” von Umberto Eco.

Mara Corradi

Architect: Urbanus
Location: Shenzhen (China)
Design: 2010 - 2012
Construction: 2011 - 2013
Site Area: 8,628 m2
Floor Area: 10,728 m2
Building Storey: 3
Building Height: 16.5m
Project Designers: 
Design Director:Meng Yan 
Project General Manager:Zhang Chang wen 
Technical Director:Yao Dianbin
Project Director:LinYilin, Su Aidi
Architecture Designers:Huang Zhiyi,Wang Jun, Zhu Lingli, Xie Shengfen, Li Jiajia, Chen Lansheng 
Interior Designers :Wang Hui, Liu Shuang, Li Tu, Wu Jinbin
Client: Shenzhen Public Works Bureau 
South University of Science and Technology Infrastructure Office
(LDI) Structure/ MEP (Mechanical, Electrical, Plumbing)/Interior:  Shenzhen Institute of Building Research Co., Ltd.
Photographer: Alex Chan (http://www.reappaer.com

www.urbanus.com.cn


GALLERY


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